Stadtgeschichte

Merkens- und Bemerkenswertes aus Dillenburgs Geschichte

 

um 1130 Bau der Dillenburg
1254 Erste urkundliche Erwähnung Dillenburgs
1287 Bau der Nikolaus-Kirche in Feldbach
1344 Verleihung der Stadtrechte durch Kaiser Ludwig den Bayern (20. Sept.)
1480 Gründung der Schützengilde Oranien, des ältesten Vereins der Stadt
1491 Einweihung der evangelischen Stadtkirche als Johanniskirche
1525-35 Bau der "Hohen Mauer" mit einer Länge von 300 und einer Höhe von 20 Metern
1530 Einführung der Reformation in Dillenburg
1533 Geburt von Wilhelm I. von Oranien auf der Dillenburg
1535-38 Gründung einer Lateinschule, Vorläuferin des heutigen Gymnasiums
1559
 
Dreifache Hochzeit in Nassau-Dillenburg: Johann VI. mit Elisabeth v. Leuchtenberg, Anna mit Albrecht von Nassau-Weilburg, Elisabeth mit Konrad von Solms-Braunfels. Die hiesigen Eltern sind: Juliane v. Stolberg und Wilhelm der Reiche
1559-1606 Unter Graf Johann VI. von Nassau erhält das ottonische Nassau seine größte Ausdehnung und einen bedeutenden Rang unter den Grafschaften

1567-72
 

1568

Wilhelm von Oranien befindet sich auf der Dillenburg im Exil und organisiert von hier aus den Freiheitskampf in den Niederlanden gegen die spanischen Machthaber.

Legendär ist der Empfang niederländischer Flüchtlinge unter der Wilhelmslinde

1571-73
 
Jan Rubens, der Vater von Peter Paul Rubens, wird nach einer Affäre mit Anna von Sachsen, der zweiten Gattin Wilhelms von Oranien, im Schloßgefängnis gefangen gehalten
1588 Bau der Stadtmauer begonnen; Abschluß 1620
1625/26 und 1635/36 Die beiden schlimmsten Pestepidemien der Vergangenheit fordern in Dillenburg rund 600 Todesopfer
1634
 
Im 30jährigen Krieg wird Dillenburg und seine Umgebung von schwedischen Soldaten geplündert
1640 Die letzte Hinrichtung einer "Hexe" in Dillenburg
1664 Die heimische Bevölkerung kommt in den Genuß von Tabak und Kartoffeln
1723 Der großen Brandkatastrophe fallen über 200 Häuser - mehr als die Hälfte der Stadt - zum Opfer
1724 Wiederaufbau von (Altem) Rathaus und Altstadt
1728 Die seit dem 15. Jh. bestehende "Kupferhütte auf dem Nanzenbach" wird "Isabellenhütte" benannt, nach Isabella, der Gemahlin des letzten regierenden Landesherrn (Fürst Christian)
1739 Mit Fürst Christian stirbt das Haus Nassau-Dillenburg aus. Das Erbe geht an das Haus Oranien-Nassau in den Niederlanden über.
1760 Zerstörung des Dillenburger Schlosses im Siebenjährigen Krieg (1756-63) durch französische Soldaten
1768 Fürst Wilhelm V. bewilligt für die Bebauung der nach ihm benannten Wilhelmstraße kostenlose Bauplätze, 20jährige Steuerfreiheit und Baumaterial aus den Ruinen des Schlosses
1773 Die erste Zeitung, "Dillenburgische Intelligenz-Nachrichten", erscheint
1797-1806 Oberforstrat Georg Ludwig Hartig arbeitet in Dillenburg und gründet eine der ersten Forstschulen in Deutschland
1808 Napoleon Bonaparte wird Landesherr über das Fürstentum Dillenburg im Großherzogtum Berg
1809 Der "Code Napoléon" wird geltendes Recht im Land an der Dill
1815 Das Fürstentum Oranien-Nassau hört auf zu existieren, die Herrschaftsverbindungen zu den Niederlanden sind gelöst. Dillenburg wird eine Behördenstadt im Herzogtum Nassau
1843 Gründung des Turnvereins, des größten Vereins der Stadt
1849 Mit der "Löwengrube" ("Kappeskeller") wird ein erster Teil der Schloßgewölbe wieder freigelegt (jene waren nach der Zerstörung des Schlosses verschüttet); nun lagern dort für mehrere Jahre Bier- und Eisvorräte
1858

Gründung der Dillenburger Bergschule

Kurze Chronik der Bergschule
Schon im Jahre 1858 wurde die Dillenburger Bergschule gegründet, die im 1724 erbauten (ehemaligen Witwen- und Waisenhaus; abgerissen, heute „Dollar-Hugo“) in der Maibachstraße zusammen mit dem Pädagogium, Progymnasium und Gymnasium untergebracht war.
Nach vierzig Jahren erfolgte der Umzug in den Neubau der Wilhelmstraße, der nach einjähriger Bauzeit im März 1898 eingeweiht wurde; 42 400 Mark betrugen damals die Baukosten.
Dieser Neubau wurde deshalb dringend erforderlich, weil das bisherige Unterrichtsgebäude in der Maibachstraße „aus allen Nähten platzte“.
Da nach dem 2. Weltkrieg durch den Ausbau der Erz- und Kalibergwerke die Bedeutung der Bergschule im Rahmen der Ausbildung von technischen Führungskräften für die Grubenbetriebe erheblich zugenommen hatte, entstand in den Jahren 1953/54 ein Erweiterungstrakt.
Nach dem 1958 das 100jährige Jubiläum noch mit großer Freude begangen wurde, kam es 1966 durch den rapiden Rückgang des Bergbaus zum endgültigen Aus.
In ihrem 108jährigen Bestehen wurden hier rund 1500 Bergschüler zu höheren Bergbeamten ausgebildet.
Bis zum Jahre 1984 dienten die Räumlichkeiten der alten Bergschule den Gewerblichen Schulen zur Ausbildung von Technikern. Danach wurden dort einige Klassen der Johann-von-Nassau-Schule (Haupt- und Realschule) untergebracht.
 
 
1862 Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Gießen nach Köln-Deutz
 
ab 1866 Die Industrielle Revolution mit Bergbau und Metallverarbeitung hält Einzug im Dillgebiet
1867 Dillenburg wird Kreisstadt (bis 1976) unter preußischer Herrschaft
1869 Wiederaufnahme des Zuchtbetriebes im nunmehr königlich-preußischen Landgestüt. - Die Erstgründung im Nassauer Land (Liebenscheid) erfolgte durch Moritz von Oranien, dem in Dillenburg geborenen Sohn Wilhelms des Schweigers. - Heute Hessisches Landgestüt
1872-75 Bau des Wilhelmsturms
1883 Gründung des Historischen Vereins; Vorgänger des Geschichtsvereins Dillenburg
1893 Einweihung der katholischen "Herz-Jesu-Kirche"; bis dato fanden die Messen in der Orangerie im Hofgarten statt
1895 Fürst Otto von Bismarck erhält die Ehrenbürgerschaft von Dillenburg
1896 Einweihung der Volksschule im Hofgarten
1900 Einweihung des Kurhauses
1902 Das erste Automobil in Dillenburg
1909 Die erste elektrische Beleuchtung
1910 Ein neues Stadtkrankenhaus ist entstanden, ermöglicht durch die Landfried-Haas\'sche Stiftung
1914-18 Fast 150 Dillenburger Männer fallen im Ersten Weltkrieg
1917 Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg erhält die Ehrenbürgerschaft
1925 Mit großem Fest feiert man den 50. Geburtstag des Wilhelmsturms. Der "Jubilar" erstrahlt im Glanze von 300 elektrischen "Glühkörpern"
1927 Erstmalig zeigt das Landgestüt eine Hengstparade. Daraus ist eine bis heute dauernde Tradition geworden, die im zweijährigen Turnus stattfindet
1928 Die Jugendherberge im ehemaligen Stockhaus wird eingeweiht

1933
 

Große Feierlichkeiten zum 400. Geburtstag Wilhelms von Oranien mit historischem Festzug, Festspiel, Festgottesdienst, Festakt, Lagerleben in der Stadt und dem historischen Salutruf "Hoch Dillenburghe".

 

Der jüdische Studienrat Dr. Paul M. Schott, Lehrer am Dillenburger Gymnasium, wird auf Betreiben der NSDAP beurlaubt und ein Jahr später in den Ruhestand versetzt; verschiedene Bitten des bewährten Pädagogen auf Weiterbeschäftigung werden ignoriert. 1936 verstirbt Dr. Schott im Alter von 54 Jahren.

Freilegung eines Teils der Kasematten

1940 Die ersten Bomben fallen im Nanzenbachtal; das Ziel, die Isabellenhütte, wird jedoch verfehlt
1944/45 Der Dillenburger Raum bietet wegen der Industrieansiedlungen und wegen des Bahnbetriebes verlockende Ziele für Bombenangriffe: der Güterbahnhof, zehn Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie 17 Lokomotiven, 16 Kilometer Schiene und 800 Waggons werden zerstört, 15 Gebäude schwer beschädigt und sechs Zivilisten getötet, weit über 100 Soldaten sind gefallen
1945 Dillenburg gehört zur amerikanischen Besatzungszone. Karl Fick wird zum ersten Bürgermeister der Nachkriegszeit gewählt; bis 1954 im Amt
1946 Die Grube "Auf dem laufenden Stein" wird geschlossen
1950 Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wird die 600-Jahr-Feier der Stadt nachgeholt
1953 Einweihung der "Roteberg-Schule" als Volksschule
1954 Gerhard Beermann wird Bürgermeister, und bleibt es bis 1984
1956/57 Eine neue katholische Kirche wird gebaut, anstelle der alten, die zu klein geworden ist.
1957 Neubau des Gymnasiums eingeweiht; seit 1958 "Wilhelm-von-Oranien-Schule"
 
1958-78 Die Stadt erwirbt Scheunen und Häuser u.a. in der Hintergasse, Marbachstraße und Maibachstraße, um die Altstadtsanierung zu ermöglichen. Das bedeutet meist Abbruch, Straßenverbreiterung, Errichtung von Neubauten; letzteres hauptsächlich in den 80er Jahren
1959 Der Bettenhaus-Neubau des Krankenhauses wird zum ersten Mal belegt
1963 Gründung der "Union der Oranierstädte" zwischen Breda, Diest, Orange und Dillenburg
1964-67 Auf Kosten der Stadt wird der bisher letzte Teil der Kasematten freigelegt. Seitdem ist ein Rundgang durch die Gewölbe möglich
1965 Neubau der Gewerblichen Schulen Dillenburg
1966 Die Bergschule wird durch den rapiden Rückgang des Bergbaus geschlossen
1968 Hochofen in Oberscheld "ausgeblasen"
1971
 
Eröffnung der "Sauerlandlinie" A 45.

Juliana, Königin der Niederlande, besucht den Geburtsort Wilhelms von Oranien.

Eibach wird als erstes Dorf ein Ortsteil von Dillenburg.

1972 Manderbach und Nanzenbach folgen als neue Ortsteile
1974 Die Stadthalle, heute liebevoll "gut\' Stubb" genannt, ersetzt das heimelige Kurhaus.
Die Otfried-Preußler-Schule, für praktisch bildbare Kinder, öffnet ihre Pforten.
Auch in den Neubau der Kaufmännischen Schulen ziehen erstmals die Schüler ein
1975 Die Dillenburger Bachwoche wird erstmals veranstaltet. Sie behauptet sich als jährliche Konzertwoche, getragen vom Bachwochen-Verein
1977 Donsbach, Frohnhausen, Niederscheld und Oberscheld komplettieren das Oktett aus Kernstadt und umliegenden Dörfern
1978 Erstes Jazz-Weekend. Seither wird das weit über die Grenzen bekannte Festival jährlich vom Förderkreis Dillenburg, einem Zusammenschluß von Geschäftsleuten, Wirten, Vereinen und Privatpersonen, der auch kulturelle Veranstaltungen unterstützt, organisiert
1979 Der Dillkreis geht im Lahn-Dill-Kreis auf
1983 Eröffnung des Wirtschaftsgeschichtlichen Museums auf dem Schloßberg in der 1914/15 erbauten Villa Grün. Betreuung durch den 1980 gegründeten Museumsverein
1984 Manfred Fughe wird Bürgermeister
1985 Das Stadtparlament stimmt dem Bau eines Schloßbergtunnels für die Verbesserung der Ortsdurchfahrt zu. Damit hat die Bürgerinitiative gegen die Dillüberbauung ("Stadtautobahn") ein annehmbares Ergebnis erreicht
1989 Hereford wird Partnerstadt. Durch die Initiative des Geschichtsvereins bleibt der Alte Friedhof als Park und Denkmal erhalten

1990

 

Helmut Meckel wird vom Stadtparlament als neuer Bürgermeister gewählt

Die Kulturehrenplakette der Stadt Dillenburg wird zum ersten Mal vergeben.
Empfänger ist Dr. Helmut Cellarius, ehemaliger Vorsitzender des Geschichtsvereins. Geehrt wird er für seine nassauische, oranische und stadthist. Forschung.
Weitere Ehrenplaketten haben seitdem erhalten:
Prof. Werner Sell (1992, Wirtschaftsgeschichtliches Museum),
Hermann Stahl (1993, Bezüge zu Dillenburg in seinem literarischen Werk),
Charlotte Petersen (1994, Hilfswerk Wapniarka),
Prof. Ulrike Dierick (1995, Künstlerin/Geige) und
Maria Kliegel (1996, Künstlerin/Cello)

1992

 

Das "Schulkarussell" dreht sich: in das Gebäude der geschlossenen Dilltal-Schule (Sonderschule) zieht die Kreis-Volkshochschule ein; deren seitherige Unterkunft wird Domizil der Hofgartenschule (Grundschule) und diese hat den Bau in der Wilhelmstraße für die Johann-von-Nassau-Schule (Haupt- und Realschule) geräumt.

Die Wilhelmstraße erstrahlt in neuem Glanz: Fahrbahn, Gehwege, Lampen, gärtnerische Anlagen.

Abriß des denkmalgeschützten "Herwig\'schen Bürogebäudes" in der Bahnhofstraße
 

1993/94 Ehemalige Hofgarten- und Bergschule werden für die Johann-von-Nassau-Schule umgebaut und mit einem Erweiterungsbau versehen

1994
 

Der Erweiterungstrakt des Krankenhauses mit modernen Operations-, Untersuchungs- und Bettenräumen wird in Benutzung genommen. Das Parkhaus mit Läden, Büros und Wohnungen in der Maibachstraße sieht seiner Fertigstellung entgegen.

Die 650-Jahrfeier der Stadt - lange vorbereitet - wird mit Festakt, Festzug, Jubiläumsschrift, historischer Markt, Lagerleben, Handwerkerdorf, Tag der Schulen, Mitwirkung der Partnerstädte und vielem anderen mehr begangen (16.-25. Sept.)
 

1996 Bürgermeister Helmut Meckel wird in Direktwahl erneut zum Bürgermeister gewählt
2000
 
Große Feierlichkeiten aus Anlass des 125jährigem Bestehens des Wilhelmsturmes mit vielen Events um und auf dem Schlossberg. Herausragende Ereignisse waren die Festwoche, der Besuch Ihrer Majestät, Königin Beatrix der Niederlande am 29. September und die beeindruckende Licht- und Klangschau "Im Schatten des Wilhelmsturms"
2002

Michael Lotz in Direktwahl zum neuen Bürgermeister gewählt.

Das Sport- und Familienbad "Aquarena" wird eröffnet und mit der Aquarena-Nacht wird dieses Ereignis jährlich gefeiert.

24.04.2003 1.Spatenstich zum Bau des Schlossbergtunnels

2004

Aufführung des Musicals "Der Prinz aus Dillenburg"
2006
In der Nacht vom 17. auf den 18. September wurde Dillenburg von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Betroffen hiervon waren alle Stadtteile inklusive der Kernstadt. Lediglich Donsbach blieb verschont.
2007 Die Eröffnung des Schlossbergtunnels wurde, nach dreijähriger Bauzeit, am 28. und 29. April begangen.
2007 Der Fußballverein Eintracht Frankfurt gestaltete eine Benefizspiel im Dillenburger Stadion zugunsten der Opfer des Hochwassers vom 17./18. September 2006.
2009 Aufführung des Musicals "Feuer über Dillenburg" anlässlich der Schlosszerstörung
2010 Gedenkjahr zum 250. Jahrestag der Schlosszerstörung
2013 Die Städte der Oranienunion, Breda, Diest, Dilllenburg und Orange feiern das 50-jährige Bestehen der Oranienunion.