Donsbachs Geschichte

Von allen unseren sieben idyllisch gelegenen Stadtteilen, einschließlich der Kernstadt, ist Donsbach wohl der älteste. Das Dorf wird bereits im Jahre 914 urkundlich erwähnt. Schon 1603 schürfte man in Donsbach erfolgreich nach Kupfer- und Eisenerz. Der Reichtum dieser Bodenschätze bewirkte, dass hier mehr als ein Dutzend Gruben angesiedelt wurden. Einige dieser Bergbaubetriebe wurden bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts unterhalten und ernährten viele der hier ansässigen Familien.

Im Jahre 1791 jedoch wurde das beschauliche Dörfchen von einem ungeheuren Brand heimgesucht, der zu großen Verlusten bei der Bevölkerung führte. Jedoch setzte sich der Amtmann Rühle v. Lilienstern, der der heute in Donsbach bestehenden Grundschule seinen Namen gab, für den Wideraufbau ein und legte dabei großen Wert auf den Fachwerkbau der nun entstehenden Häuser.

In den Bergbaugruben wurde aber weiterhin nach Erz geschürft. Der Grubengesellschaften Freud war jedoch der Kleinbauern Leid. Dies ist einer Prozessakte aus dem Jahre 1817 zu entnehmen in der der Widerstand der Kleinbauern gegen eine Grubengesellschaft beschrieben wird. Durch die Nichteinhaltung der Berggesetze und diverse Fehler bei Sprengungen wurden die mit Wasser gefüllten Stollen geschlossen, wobei eine Quelle nach der anderen versiegt und schließlich nahezu das ganze obere Donsbachtal trocken gelegt wurde. Wovor sich die Kleinbauern gefürchtet hatten trat dann schließlich im Jahre 1901 ein: Von der Grube "Stangenwage" flossen die Wassermassen und durchbrachen schließlich den Sicherheitspfeiler. Ungehindert flutete das Wasser nun den tiefer gelegenen Dillstollen. In den 1960-er Jahren wurde die Stadt Haiger Eigentümer der Grubenfelder und staute das Wasser in einem Stollenlabyrinth, wodurch eine Trinkwassersicherung gewährleistet wurde, aus der auch Donsbach seinen Nutzen zog.

Die Bergbaugeschichte des Ortes ist jedoch noch in unserer Zeit zu spüren. So gibt es hier beispielsweise eine Schieferart, die den stratigraphischen Namen "Donsbacher Horizont" erhielt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich der ehemalige Ortskern zwar ausgeweitet, doch hat Donsbach seinen ländlichen Charakter nicht verloren. Der Ort blieb von Autobahnen, Eisenbahnen und Industrie verschont, wodurch der fast tausend-jährige, romantische Charakter des ehemaligen Bergbaudorfes erhalten blieb. Längst hat die Natur die Wunden geheilt, die der Bergbau dereinst geschaffen hatte, jedoch wird man, wenn man genau hinsieht, immer wieder Stücke des ehemaligen Reichtums an Bodenschätzen finden.

Das rege Vereinsleben und die nahe gelegene Anbindung zur Autobahn machen dieses kleine Dörfchen zu einem wunderbar gelegenen Ort. Auch Besuchern wird hier, durch den groß angelegten Wildpark mit seinem Streichelzoo, den verschiedenen Hirscharten und den neu aufgenommenen Exmoor-Ponys ein Naturerlebnis mit Lerncharakter geboten.