Oberschelds Geschichte

Schätzungen zufolge muss es bereits 800 n. Chr. hier schon Siedlungen gegeben haben, deren Bewohner nachweißlich Erzbauern, Kühler, Eisengießer und Waldschmiede waren und dies nicht ohne Grund. Das Scheldetal war gesegnet mit einem Reichtum an Eisenerz und großen Wäldern.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes "Schelt" war im Jahre 1274. Der eigentliche Name Oberscheld jedoch wurde explizit erst im Jahre 1444 erwähnt. Diese Erwähnung stand im Zusammenhang mit einer Eisenhütte, die ihren Standort in Oberscheld hatte. Nachweislich wurden hier bereits im Jahre 1590 gusseiserne öfen hergestellt.

Der 1618 beginnende 30 jährige Krieg brachte schweres Leid über die Bewohner des Dorfes. Nicht nur die Einscherung ihres Heims und ihres Dorfes hatten die Oberschelder zu erdulden, auch die Pest wütete hier und forderte viele Opfer. Trotz aller Widrigkeiten bauten die Oberschelder ihr Dorf wieder auf.

Der Siebenjährige Krieg, dessen Beginn in das Jahr 1756 fällt und während dessen auch das Dillenburger Schloss zerstört wurde, brachte die Oberschelder erneut in schwere Not: Schlimm genug, dass die fremden Besatzer den Bürgern Gelder abpressten, die sie anschließend zu Kriegszwecken verwendeten, wird auch von Misshandlungen in diesen Zeiten durch die fremden Soldaten berichtet.

Doch die Entwicklung der Eisenindustrie in Oberscheld ging weiter. Aus den kleinen Schmelzbetrieben wurden Eisenhütten. Die Entwicklung der Dampfmaschine und der Eisenbahn hatten auch für Oberscheld unvorstellbare wirtschaftliche Vorteile. Um den großen Bedarf, vor allem an Herden und öfen im Dillgebiet zu decken, wurde in Oberscheld bereits 1910 der zweite Hochofen eingeweiht.

Die Schließung der beiden größten Gruben, der Grube "Königszug" und der Grube "Falkenstein", brachte dann einen tief greifenden industriellen Schnitt in die Bergbaugeschichte Oberschelds. Das Dorf wandelte sich von einem Berg- und Hüttenleutedorf in eine Wohngemeinde.

Doch trotz der Tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandlungen Oberschelds ist dies ein lebendiger Stadtteil geblieben, was hier vor allem durch die Vielzahl der Vereine bewiesen wäre, die diesem Dorf alle Ehre machen.