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Rettungsgassen retten Leben - richtiges Verhalten im Stau

21.12.2016
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Volle Autobahnen kurz vor den Feiertagen

Richtiges Verhalten im Stau kann Leben retten
 
Wetzlar/Herborn/Dillenburg (ldk): Zu Weihnachten die Tante in Hamburg besuchen oder über die Feiertage mit der ganzen Familie in den Winterurlaub fahren – in der Ferienzeit, und ganz besonders kurz vor dem Weihnachtsfest, ist das Verkehrsaufkommen auf unseren Autobahnen besonders hoch. Nicht selten kommt es da zu Unfällen und Staus. Und nicht selten haben Rettungskräfte massive Probleme, zu den Unfallstellen zu gelangen, um die Verletzten zu versorgen.
 

Wie verhalte ich mich richtig im Stau?

„Es ist erschreckend, dass großen Teilen unserer Bevölkerung anscheinend nicht klar ist, wie man sich im Stau verhalten sollte. Sobald der Verkehr stockt, muss eine Rettungsgasse für die Einsatzfahrzeuge gebildet werden. Nur so wird sichergestellt, dass Unfallopfer schnell versorgt werden können“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber. Man könne dieses Thema nicht oft genug ansprechen und publik machen.
 
Das Thema Rettungsgasse ist selbstverständlich nicht neu – es wird allerdings auch nicht selbstverständlich von den Verkehrsteilnehmern hingenommen und vor allem in der Praxis umgesetzt. Schreiber appelliert deutlich an alle Verkehrsteilnehmer im Lahn-Dill-Kreis: „Minuten können über Leben und Tod entscheiden. Rettungsgassen müssen freigehalten werden. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können wir unsere Straßen sicherer machen.“
 
Die 20 Euro Strafe, die Verkehrsteilnehmer laut StVO  zahlen müssen, wenn sie eine Rettungsgasse blockieren, scheinen zu gering zu sein. Das schrecke die wenigsten ab, so Schreiber. Und genau deshalb solle an den Verstand appelliert werden: Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten brauchen einfach viel Platz, um schnell und ohne weiteren Schaden anzurichten zum Einsatzort zu gelangen. Ob im morgendlichen Berufsverkehr, an einer roten Ampel mit Blitzlichtanlage, auf Landstraßen oder Bundesautobahnen: Die Bahn muss frei gemacht werden! Verkehrsteilnehmer können damit aktiv zur Rettung und Bergung von Verletzten beitragen. Nach einem Unfall zählt jede Minute. Jede Minute kann über Leben und Tod entscheiden – und jeder Verkehrsteilnehmer könnte selbst in diese Situation kommen.
 

Wie wird eine Rettungsgasse gebildet?

Grundsätzlich, so schreibt es die StVO in §11, Abs. 2 vor, muss immer, wenn der Verkehr stockt, eine freie Bahn für Rettungsfahrzeuge geschaffen werden – egal ob Berufsverkehr, wegen einer Baustellen oder einem Unfall. Wenn die Fahrzeuge bereits dicht auf dicht stehen, wie es in einem Stau meist der Fall ist, ist es nicht mehr möglich, den Rettungsfahrzeugen rechtzeitig Platz zu schaffen. Die Rettungsgasse wird gebildet bei mindestens zwei Spuren in eine Richtung und zwar zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen.
 
Da der Standstreifen nicht für Einsatzfahrzeuge geeignet ist – er ist nicht überall durchgehend ausgebaut, zudem können Pannenfahrzeuge den Weg versperren – ist die Bildung einer Rettungsgasse von entscheidender Bedeutung. Je schneller die Helfer vor Ort sind, umso schneller löst sich auch der Stau auf.
 
Wer die Rettungsgasse bei stockendem Verkehr nicht vorschriftsmäßig bildet, begeht eine Ordnungswidrigkeit (§ 49 Abs. 1 Nr. 11 StVO) und muss mit einer Geldbuße bzw. einem Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro rechnen. Bei schwerwiegenden Behinderungen kann unter Umständen eine strafrechtliche Verfolgung hinzukommen. Befahren werden darf die Rettungsgasse ausschließlich mit Polizei- und Hilfsfahrzeugen. Dazu zählen: Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Arzt- und Abschleppfahrzeuge. Allen anderen Kraftfahrern ist die Durchfahrt untersagt und wird bei Nichtbeachtung mit einem Bußgeld geahndet.
 
Wichtig: Wenn das erste Rettungsfahrzeug vorbeigefahren ist, sollte die Rettungsgasse nicht wieder geschlossen werden. Es können noch weitere Rettungsfahrzeuge folgen – auch nach einiger Zeit noch. Die Rettungsgasse sollte also so lange offen gehalten werden, bis der Verkehr wieder rollt!
 
Wer dieser Tage und am Weihnachtswochenende auf den vollen Straßen unterwegs ist, sollte bei stockendem Verkehr also immer daran denken, dass Menschen in Not sein und schnell Hilfe brauchen könnten. Eine Rettungsgasse kann Leben retten!
 
Ausführliche Informationen gibt es hier: www.rettungsgasse-rettet-leben.de.
 
Quelle: Rettungsgasse rettet Leben

Zuletzt geändert am: 21.12.2016 um 10:01

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