Barrierefreier Ausbau der Bushaltestellen

Bis zum Jahr 2022 sollen insgesamt 78 Haltestellen in der Kernstadt und in den Stadtteilen barrierefrei ausgebaut werden. Diesen Beschluss fasste die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am 15.11.18. Dafür investiert die Oranienstadt Dillenburg einen Betrag in Höhe von 1,9 Mio. Euro. Die Umbaumaßnahmen werden vom Land Hessen bezuschusst.

Das novellierte Personenbeförderungsgesetz fordert die vollständige Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr. Dadurch wird Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, die eigenständige Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglicht. Welche Maßnahmen genau dafür erforderlich sind, ergibt sich aus verschiedenen gesetzlichen Vorgaben, wie z. B. aus dem Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen. So wird beispielsweise an allen Haltestellen die Bordsteinhöhe auf mindestens 20 Zentimeter gesetzt, um das selbständige Ein- und Aussteigen von Personen mit Rollstuhl oder mit Gehhilfe zu ermöglichen. Neben dem Einbau einer Sonderborde und des Blindenleitsystems werden mit der Anlage von Querungshilfen Mängel im Bereich des Haltestellenumfelds beseitigt.

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Bushaltestelle Deutsche Bank erste Maßnahme

In einem Pilotprojekt, das die Oranienstadt gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (VLDW) durchführt, werden im Frühjahr 2019 als erste Maßnahme die Haltestellen an der Deutschen Bank in der Dillenburger Hindenburgstraße umgebaut. Der Ausbau der weiteren Haltestellen ist in Abschnitte gegliedert. Dafür bietet eine Prioritätenliste die Grundlage, die aufgrund der Höhe der Frequenz (Anzahl der Fahrgastzahlen) zusammengestellt wurde.

Im ersten Abschnitt in den Jahren 2019 bis 2020 werden insgesamt in der Kernstadt die Haltestellen ZOB, Bismarckstraße, Aquarena-Bad, Friedhof, Stadtwerke, Landgestüt, Haus Elisabeth, Konrad-Adenauer-Allee, Jahnstraße (zwei Haltestellen) und Frankstraße umgebaut. In den Stadtteilen sind dies die Grubstraße in Donsbach (zwei Haltestellen), Schulstraße Eibach, Frohnhausen (bis zu vier Haltestellen), Manderbach (bis zu drei Haltestellen), Querstraße Nanzenbach, Obere Hauptstraße Niederscheld (zwei Haltestellen) und Kirche Oberscheld (zwei Haltestellen).

Für den Ausbau aller in der Prioritätenliste genannten 25 Haltestellen entstehen Baukosten in Höhe von rund 900.000 Euro. Auf Antrag kann das Land Hessen zwischen 70 und 85 % der anrechenbaren Kosten bezuschussen. Die Gesamtkosten für den Umbau aller 78 Haltestellen bis zum Jahr 2022 belaufen sich auf 1,9 Mio. Euro.