Oranierstädte:
Dillenburg gründete am 31. August 1963 in der großen Stadtkirche in Breda mit den Städten Breda/Niederlande, Diest/Belgien und Orange/Frankreich eine Union der Oranierstädte. Vom 30. August bis zum 1. September 2013 fand in Dillenburg ein großes Jubiläumswochenende zum 50-jährigen Bestehen dieser Union statt. Am offiziellen Festakt am Abend des 31. August nahmen Vertreter aus allen Städten teil. Im Sinne der Völkerverständigung, vieler über die Jahre hinweg entstandenen, engen Freundschaften und aufgrund der großen historischen Verbundenheit, wurde der Vertrag bekräftigt. Ein großes Oranier-Fest im Hessischen Landgestüt Dillenburg schloss sich an.

Bekräftigen durch ihre Unterschrift den Unionsvertrag (v. l.n.r.): Stadträtin Josette Adiasse (Orange), Bürgermeister Jan Laurys (Diest), Bürgermeister Michael Lotz (Dillenburg) und Stadtrat Selcuk Akinci (Breda) am 31. August 2013 in Dillenburg
Vom 02. Februar bis 03. Februar 2026 wurde der Beitritt der Städte Buren/Niederlande und Vianden/Luxemburg feierlich zelebriert. Am 03. Februar nahmen Vertreter aus alle Mitgliedsstädten an der Vertragsunterzeichnung in der Sankt Lambertuskirche in Buren teil, die den Start einer neuen Union offiziell besiegelte. Der Weg für die zukünftige Freundschaft und Verbundenheit wurde damit geebnet.
Die Stadt Breda/Niederlande hat sich aus der Union verabschiedet.

Vertragsunterzeichnung der Bürgermeister aller Oranierstädte (v.l.n.r.): Hans Martijn Ostendorp (Buren), Geert Cluckers (Diest), Michael Lotz (Dillenburg) und François Weyrich (Vianden) am 03. Februar 2026 in Buren
Buren/Niederlande
In der Provinz Gelderland liegt, neben 13 weiteren Dörfern, die Gemeinde Buren mit 28.000 Einwohnern. Die Stadt ist geprägt von vielen bedeutsamen Sehenswürdigkeiten. Darunter der ,,Prins van Oranje‘‘, eine steinerne Turmmühle, das königliche Waisenhaus, das von Maria von Nassau, der Tochter von Prinz Wilhelm von Oranien, gegründet wurde oder auch das Oranje Museum mit der weitreichenden Geschichte Burens und dem Hause Oranien-Nassau. Ebenso zu sehen gibt es viele malerische Kopfsteinpflasterstraßen, inmitten der historischen Gebäude. Nicht zuletzt steht allerdings insbesondere die Lambertuskirche, in der 1551 Prinz Wilhelm von Oranien und Anna van Buren-Egmond heirateten, für die Verbindung zur königlichen Familie und deren lange Geschichte. Symbolisch wird dies durch eine Statue der beiden vor der Kirche untermauert.
Diest/Belgien
Im Nordosten von Flämisch-Brabant liegt Diest, ein kleines, gemütliches Städtchen an der Demer, mit 22.000 Einwohnern und einer großen und reichen Vergangenheit. Fast drei Jahrhunderte lang war die Stadt in Händen der Prinzen von Oranien-Nassau.
Die Zitadelle, die Wälle und das Fort Leopold sind alle stille Zeugen der alten Festung. Der große Marktplatz bildet zusammen mit der Sankt Sulpituskirche und dem Rathaus das Herz von Diest. Im Keller des Rathauses birgt das Städtische Museum wertvolle historische Kunstschätze. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die mittelalterliche Tuchhalle, das Geburtshaus des Sankt Jan Berchmans, die Eseldeichmühle und der jahrhundertelalte Beginenhof (Weltkulturerbe der UNESCO). Am Stadtrand befindet sich das Erholungszentrum „Halve Maan“ mit Möglichkeiten zum Angeln, Schwimmen, Rudern, Tennis und Minigolf.
Orange/Frankreich
Orange, die Stadt der Prinzen und das Tor zur Provence, liegt mit 29.000 Einwohnern im Haut Vaucluse zwischen Alpenmassiv und Rhone-Ebene und bietet einen lebensnahen Spaziergang durch Zeit und Kultur. Das römische Theater von Orange, errichtet zu Beginn unserer Zeitrechnung, verdankt seinen Ruhm seiner hervorragend erhaltenen Bühnenrückwand. Seine Akustik und sein Aufbau erlaubten es 9000 Zuschauern, den Veranstaltungen beizuwohnen. Im 4. Jahrhundert geriet das Theater in Vergessenheit und wurde anschließend sogar in ein Wohnviertel umgewandelt. Erst im 19. Jahrhundert verlieh man ihm wieder seine ursprüngliche Zweckbestimmung. 1869 ließ Orange das Freilufttheater mit der Darbietung der größten Namen der dramatischen und lyrischen Kunst wieder aufleben. Seit 1970 verleihen die Festspiele von Orange (Choregies) dank ihrer Opern und Konzerte dem Ort in jedem Jahr internationales Prestige. Ein weiteres außergewöhnliches Bauwerk römisch-provenzalischer Kunst ist der Bogen von Orange, auch Triumphbogen genannt. Er war ursprünglich dem Ruhm der Veteranen der zweiten gallischen Legion gewidmet, die die römische Siedlung von Orange zu Beginn des ersten Jahrhunderts gründete, und danach Kaiser Tiberius. Die Vielfalt und Schönheit der Dekoration, von der Vorherrschaft Roms auf dem Festland sowie auf den Meeren zeugend, machen ihn zu einem der bedeutendsten Bauwerke römischer Kunst in der Provence. Das Antike Theater und der Triumphbogen gehören beide zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Vianden/Luxemburg
Im Nordosten Luxemburgs liegt, malerisch eingebettet im Grünen, die Stadt Vianden mit 2.200 Einwohnern. Mit einem kurzen Blick entdeckt man hoch oben eine der größten befestigten Burgen Europas, das Schloss Vianden, das bereits unter der Herrschaft von Prinz Wilhelm von Oranien stand. Das zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert errichtete Denkmal ist heutzutage für Besucher zugänglich, die Geschichte hautnah erleben und eine einzigartige Aussicht auf Vianden genießen wollen. Aber nicht nur dort, sondern auch auf der einzigen Seilbahn in Luxemburg, entdeckt man das Städtchen gemütlich und eindrucksvoll von oben. Die mittelalterliche Gemeinde besticht weiterhin durch die vielfältigen Wanderwege, die Trinitarierkirche als kulturelles und historisches Wahrzeichen, die Sankt Nikolaus Kirche im gotischen Stil oder die verschiedenen Museen. Darunter das historische Museum aus dem 18. und 19. Jahrhundert, das die tausendjährige Geschichte der Stadt erzählt.


