Ob Strom, Wärme oder Mobilität – Überall finden sich kleine Stellschrauben um den Energieverbrauch zu senken und den Geldbeutel zu entlasten
Unbewusst kann es schnell dazu kommen, dass man einen unnötig hohen Energieverbrauch im Alltag hat, denn es gibt viele versteckte Energiefresser. Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei helfen, diese zu identifizieren und mit kleinen Veränderungen eine große Wirkung zu erzielen. Denn Energie sparen lohnt sich doppelt: für den Geldbeutel und für die Umwelt.

Strom
- Standby Verluste
Im Durchschnitt kostet der Strom für Geräte im Standby-Modus einen Haushalt 100 € im Jahr. Abhilfe schafft hier bewusstes Ausschalten, Stecker ziehen oder zentral schaltbare Steckdosenleisten. Diese ersparen die Kontrolle einzelner Geräte.
- Verluste durch Ladegeräte
Auch wenn der Akku schon vollständig geladen ist, verbrauchen Ladegeräte weiterhin Strom, wenn sie mit der Steckdose verbunden sind. Das Netzteil eines Laptops verbraucht z. B. jährlich etwa 3 kWh Strom außerhalb der Ladevorgänge.
- WLAN über Nacht abschalten
Ein Router hat einen jährlichen Stromverbrauch von 90 bis 175 kWh. Wenn das WLAN-Signal über Nacht ausgeschaltet wird, spart das Energie und erhöht die Sicherheit des Netzwerks.
- Lithium-Ionen-Akkus
Die Haltbarkeit eines Lithium-Ionen-Akkus (Smartphone, Laptop, E-Auto) kann verlängert werden, indem der Ladezustand möglichst zwischen 20% und 80% gehalten wird. Viele moderne Geräte besitzen eine optimierte Ladeoption, die verhindert, dass der Akku über 80% geladen wird.
- LED-Lampen
Aktuell sind LED-Lampen die energieeffizientesten Leuchtmittel. Sie verbrauchen für die gleiche Lichtausbeute am wenigsten Strom und haben im Vergleich zu Energiesparlampen eine doppelt so lange Haltbarkeit.
- Kühltemperaturen
Um den Stromverbrauch von Kühlschränken zu senken, hilft es, die Temperatur auf die allgemeinen Richtwerte einzustellen. Für Lebensmittel liegt dieser bei +7 °C und für Tiefgekühltes bei –18 °C. Das zahlt sich vor allem bei Altgeräten mit hohem Verbrauch aus.
- Auslastung des Kühlschranks
Je gefüllter ein Kühlschrank ist, umso effizienter arbeitet er. Das liegt daran, dass beim Öffnen weniger wärmere Luft einströmen kann, die wieder abgekühlt werden muss. Damit steigt und fällt der Energieaufwand.
- Störfaktoren
Kühlgeräte reagieren empfindlich auf äußere Einflüsse, wie z. B. Temperaturunterschiede. Sie sollten möglichst vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und nicht neben Heizquellen platziert werden. Außerdem sollten nur komplett ausgekühlte Speisen kaltgestellt werden.
- Wasserkocher
Für kleinere Mengen Wasser ist der Wasserkocher dem Herd überlegen, da er für einen halben Liter Wasser nur die Hälfte an Strom benötigt. Allerdings sollte auch ein Wasserkocher nur nach Bedarf befüllt werden. Denn 1 L unnötig aufgekochtes Wasser pro Tag schlägt mit 16 € jährlich zu Buche.
- Dampftopf
Anstatt Gemüse oder Eier in Wasser zu kochen, kann der Topf auch mit 1–2 cm Wasser gefüllt werden, um den Inhalt dann im Wasserdampf zu garen. Das spart Energie und hält auch die Vitamine im Gemüse.
- Herd und Topf
Nur wenn der Deckel zum Topf und die Topfgröße zur Herdplatte passen kann effizient gekocht werden. Wird darauf geachtet, können jährlich 27 € eingespart werden. Zudem kann der Herd ein paar Minuten vor Ende der Garzeit abgestellt und die Restwärme genutzt werden.
- Backofen
Bei den meisten Gerichten kann auf das Vorheizen des Backofens verzichtet werden und der Ofen kann früher abgeschaltet werden und mittels Restwärme fertig backen. Jährlich können durch Kombination der beiden Methoden 26 € gespart werden. Zudem benötigt die Umluft-Funktion 40% weniger Strom als Ober- und Unterhitze.
Wärme
- Stoßlüften statt Kippen
Die effizienteste und energiesparendste Art zu lüften, ist das Stoßlüften. Stehen die Fenster dauerhaft auf Kipp, entweicht eher die warme Raumluft und die Heizkosten steigen. Daher gilt beim Lüften im Winter: Heizung beim Lüften abdrehen.
- Optimale Lüftungsdauer
Als Faustregel gilt: drei Mal Stoßlüften pro Tag. Bei sommerlichen Temperaturen sind 15 Minuten, im Winter 3–5 Minuten ausreichend, damit die Wände nicht auskühlen.
- Thermostat-Einstellung
Die Stufe 3 auf Heizkörperthermostaten entspricht in der Regel 20 °C. Die angestrebte Temperatur verändert sich je Thermostatstufe um 4 °C. Hierbei ist zu beachten, dass eine höhere Stufe den Raum nicht schneller aufheizt und die Absenkung der Temperatur um 1 °C den Energieverbrauch um 6% mindert.
- Wärmepumpe
Steht ein Heizungswechsel an, kann man sich in der kostenlosen Veröffentlichung der Wüstenrot Stiftung „Wärmepumpen in Bestandsgebäuden“ über diese informieren. Und wer selber mal testen möchte, ob eine Wärmepumpe für sein Gebäude infrage käme, kann den „Gebäudecheck Wärmepumpe“ des ifeu nutzen, der im Auftrag des Umweltbundesamtes entwickelt wurde.
- Den Heizkörpern Raum geben
Werden Heizkörper verdeckt, bspw. durch Gardinen oder Möbel, können sie die Wärme nicht optimal im Raum verteilen. Es kann sogar ein Wärmestau entstehen, der den Temperaturfühler des Thermostats zusätzlich behindert.
- Heizungsrohre und -nischen
Wer sein Haus energetisch sanieren möchte, muss viel Zeit und Geld investieren. Wer beides nicht hat, kann auch erst mal kostengünstig kleinere Problemfälle angehen. Die Heizungsrohre zu dämmen ist zum Beispiel ein guter Anfang. Ein weiterer „Energiefresser“ sind häufig Heizkörpernischen. Da sie historisch an besonders schmalen Stellen der Außenwände angebracht sind, wird hier auch besonders viel Energie verschwendet. Eine hinter dem Heizkörper angebrachte Dämmung wirkt also wahre Wunder. Anleitungen zum Dämmen und weiterer DIY-Energiesparmaßnahmen findet man auf der Webseite der LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH.
- Seifenwasser
Zum Händewaschen reicht kaltes Wasser bei Verwendung von Seife völlig aus. Reinigungskraft und Hygiene werden dadurch nicht gemindert. Wobei man die Wasserhähne, Duschköpfe etc. aber auch immer mal mit heißem Wasser „spülen“ sollte, um Legionellen-Bildung zu vermeiden. Besonders, wenn das Wasser längere Zeit in der Leitung stand, z. B. nach Urlauben!
Mobilität
- Niedertourig Fahren
Um Treibstoff zu sparen, hilft vorausschauendes, niedertouriges Fahren. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 km und einem Durchschnittsverbrauch von 8 L pro 100 km lassen sich so etwa 160 L Benzin sparen.
- Tempomat
Den niedrigsten Verbrauch haben moderne Motoren bei 1.500 bis 2.500 Umdrehungen pro Minute. Am einfachsten lässt sich eine ideale und gleichmäßige Fahrweise durch die Funktion des Tempomaten erreichen.
- Reifendruck
Ist der Reifendruck am Fahrzeug nur 0,4 bar unter dem Sollwert, entsteht bereits ein Mehrverbrauch an Treibstoff von 0,3 L pro 100 km. Das liegt an dem erhöhten Rollwiderstand bei zu niedrigem Druck – dieser sorgt außerdem auch für einen schnelleren Verschleiß des Reifens.
- Motor abstellen bei kurzen Stopps
Durch die Start-Stopp-Automatik moderner Fahrzeuge wird der Motor beim Halten automatisch abgeschaltet. Wer diese Technik nicht besitzt, den Motor beim Halten aber manuell ausschaltet, kann bei einer jährlichen Fahrstrecke von 15.000 km rund 45 € sparen.
- Klimaanlage
Allein der Betrieb der Klimaanlage benötigt bis zu 2 L pro 100 km. Es lohnt sich also darauf zu verzichten, wenn es nicht zwingend erforderlich ist.


