Verleihung der Charlotte-Petersen-Medaille

Ehrung von Gerhard Zimmermann durch die Oranienstadt Dillenburg

Gerhard Zimmermann aus Bad Soden am Taunus ist der diesjährige Preisträger der Charlotte-Petersen-Medaille. Der Dekan im Ruhestand erhielt die hohe Auszeichnung der Oranienstadt Dillenburg aus den Händen von Bürgermeister Michael Lotz im ehemaligen Wohnhaus von Charlotte Petersen in Dillenburg, das heute Treffpunkt der Adventgemeinde ist. An der öffentlichen Preisverleihung nahmen Vertreter aus der Dillenburger Politik, von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V., sowie von der Evangelischen Kirchengemeinde und Katholischen Kirchengemeinde teil. Ein Preisträger der Vorjahre, Eckhard Scheld, war ebenfalls bei der Zeremonie anwesend.

„Für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen“

„Für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen“ – diese Inschrift trägt die Charlotte-Petersen-Medaille, die seit dem Jahr 2001 alle zwei Jahre an Personen verliehen wird, die sich im Sinne der Namensgeberin besonders engagiert haben. Wie Michael Lotz berichtete, hatte Charlotte Petersen, eine der größten Persönlichkeiten Dillenburgs, zusammen mit Hilda Heinemann, der Frau des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, im Jahre 1959 das Hilfswerk Wapniarka gegründet. Die Dillenburger Journalistin sei unermüdlich dafür tätig gewesen, Spenden für die Überlebenden dieses Konzentrationslagers aufzutreiben. „Zur Erinnerung an Frau Petersen und in Würdigung ihres Lebenswerkes stimmte die Stadt Dillenburg auf Anregung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg, deren Gründungsmitglied sie war, der Stiftung einer Charlotte-Petersen-Medaille zu“, so das Stadtoberhaupt. Die Ehrung soll möglichst am Geburtstag von Charlotte Petersen, dem 11. Juni, erfolgen. 1994 verstarb die Ehrenbürgerin Dillenburgs im Alter von 90 Jahren.

In diesem Jahr entschieden sich die städtischen Gremien für die Verleihung der Charlotte-Petersen-Medaille an den Dekan im Ruhestand Gerhard Zimmermann, der von Christoph Dasbach aus Wilnsdorf vorgeschlagen wurde. Die Laudatio hielt der Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische-Zusammenarbeit e. V. Dillenburg, Dr. Christoph Münz. Gerhard Zimmermann war von 1960 Gemeindepfarrer in Rennerod/Westerwald und von 1978 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Dekan des Evangelischen Dekanats Bad Marienberg. Mit Charlotte Petersen verband ihn seit 1958 ein beruflicher Kontakt. Er ist Autor und Mitherausgeber zahlreicher Bücher und Zeitschriftenbeiträge. Heute lebt der 89jährige in Bad Soden am Taunus.

Laudator beschrieb Zimmermann treffend

Dr. Christoph Münz berichtete in seiner Laudatio über das Kennenlernen von Charlotte Petersen 1986, als er als Haigerer ein Chorkonzert in Dillenburg besucht habe. Schon damals habe ihn die Journalistin der Dill-Post beeindruckt. Umso mehr habe er sich gefreut, als er sie 1988 als neues Vorstandsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V. habe begrüßen dürfen.

“Groß, aufrichtig und von beeindruckend klarem Geist”

Sie bleibe ihm immer als „groß, aufrichtig und von beeindruckend klarem Geist in Erinnerung“. Über die Initiierung einer Charlotte-Petersen-Medaille der Oranienstadt Dillenburg im Jahr 2001 – also sieben Jahre nach ihrem Tod – habe er sich sehr gefreut. Vor fünf Jahren habe dann Gerhard Zimmermann mit ihm Kontakt aufgenommen, der sich unbedingt mit ihm habe treffen wollen. Der Grund: Zimmermann beabsichtigte, über Charlotte Petersen ein Buch zu schreiben. Ehrlicherweise sei er zunächst skeptisch gewesen: „Als Historiker und Germanist, der noch dazu selbst als Übersetzer und Journalist sein täglich Brot verdiente, standen mir die Herausforderungen deutlich vor Augen, die eine biografische Arbeit immer mit sich bringen“, so Münz. Aber schon das Lesen der ersten, in flüssiger und klarer Sprache geschriebenen Manuskriptseiten habe ihn schnell überzeugt.

Auch das Zusammentreffen sei ihm deutlich in Erinnerung geblieben: „Ich lernte eine Persönlichkeit kennen, die völlig uneitel, gänzlich von sich selbst absehend, einzig von der Person Charlotte Petersens zutiefst bewegt war, eine Persönlichkeit, die es als ihre Mission begriff, dem Leben und Werk von Charlotte Petersen ein bleibendes Denkmal zu setzen.“ Mehr als gerne habe er das Buchprojekt begleitet und unterstützt, das letztlich den Titel „Die größte Bettlerin des Jahrhunderts – Charlotte Petersen und ihr Kampf für die Überlebenden des KZ Wapniarka“ erhielt. Lektoriert und editiert wurde es vom Dillenburger Albrecht Thielmann, in dessen Verlag das Werk in 2014 erschien und in einer feierlichen Stunde im Sitzungssaal des Rathauses der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Cover der Biografie von Gerhard-Zimmermann
Cover der Biografie von Gerhard-Zimmermann

Dr. Christoph Münz betonte abschließend, „dass jeder, der Charlotte Petersen anhand ihrer Biografie kennenlernt, leicht einsehe, dass die Vergangenheit kein ‚Vogelschiss‘ sei, sondern eine bleibende Herausforderung, mit der es sich auseinanderzusetzen gelte, dass die Versöhnung zwischen Christen und Juden nach fast zweitausendjähriger christlicher Judenfeindschaft und 70 Jahre nach dem Holocaust immer noch am Anfang stehe und dass ohne den Einsatz für die Verständigung zwischen den Religionen insgesamt nur der Weg in die Barbarei bleibt. Für all dies steht Charlotte Petersen, das sind ihre Botschaften, das macht ihr Vorbild aus, was mit der Biografie von Gerhard Zimmermann zu einem bleibenden und jederzeit zugänglichen Vermächtnis geworden ist“. 

Facettenreiches Buch über engagierte Bürgerin

In seinem Buch schildert der Autor von prägenden Erlebnissen Charlotte Petersens in Dillenburg, von ihrem Kontakt zu dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber, ihrer journalistischen Arbeit für die Dill-Post sowie ihrem Engagement als Gründungsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg. Ein Exkurs von Albrecht Thielmann in das Dillenburg von 1933 zeigt zudem anhand aussagekräftiger Fotos die nationalistische Aufbruchsstimmung in Dillenburg, mit der Charlotte Petersen als junge Frau und bekennende Christin einst konfrontiert war. Ergänzt wird das Werk durch beeindruckende, anekdotische Erinnerungen an Charlotte Petersen von ihren ehemaligen Journalisten-Kollegen der Dill-Post. Auf diese Weise gelingt es dem facettenreichen Buch, das Profil einer engagierten Bürgerin und Tochter aus gutem Hause zu zeichnen, die mit viel Zivilcourage ein Stück Verantwortung gegenüber der deutschen Geschichte auf sich nahm und die durch ihre journalistische Arbeit und ihr ehrenamtliches Engagement zu einem prägenden Teil der Dillenburger Stadtgeschichte geworden ist.

Demokratische Strukturen im Fluss

Aus den Händen von Bürgermeister Michael Lotz erhielt Gerhard Zimmermann beim offiziellen Festakt dann die Charlotte-Petersen-Medaille 2019. Das Stadtoberhaupt hatte schon in seiner Begrüßungsrede darauf aufmerksam gemacht, dass die Bedeutung der Medaille aktuell so wichtig sei, wie selten zuvor. Viele demokratische Strukturen seien derzeit im Fluss und rechtsextremistische Kräfte am Werk: „Deswegen sind wir alle aufgefordert, diesen Kräften entgegenzuwirken“. Der Geehrte bedankte sich sehr herzlich für die hohe Auszeichnung. Eine kurze Buchlesung durch ihn schloss den Festakt ab. Zimmermann: „Ich bin sehr glücklich, dass ich heute, an Charlotte Petersens 115. Geburtstag, hier sein darf und weitergeben kann, wie sehr sie sich für bedürftige Menschen eingesetzt hat“. Musikalisch wertig umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Musiklehrer der Wilhelm-von-Oranien-Schule Ulrich Kögel am Flügel mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.

Jubiläumsbroschüre 675 Jahre Dillenburg

Dillenburg. Zur 675-Jahr-Feier haben Christen aus Dillenburg (in der Roonstraße) eine sehr schön illustrierte Broschüre zusammengestellt. Verschiedene Aspekte der wechselvollen Geschichte der Stadt von 1344 bis zum Jubiläumsjahr 2019 werden darin vorgestellt.

Ein respektvoller Blick auf Dillenburgs Geschichte

„Glaube, Glanz und Größe“ – der Titel der Broschüre umschreibt treffend zahlreiche Schlüsselereignisse in Dillenburg über die Jahrhunderte hinweg. Das Besondere: neben vielen interessanten Fakten und Informationen ist jedes der insgesamt acht Themen mit einem biblischen Impuls verknüpft. Ob es Stadtrechte, Schulen, Verkehrswege, Gesundheit oder berühmte Frauen sind – es gibt so manchen Denkanstoß, den man hier zur Sprache bringt.

Dillenburg hat nicht nur in der Vergangenheit Spannendes vorzuweisen. Auch das heutige Stadtbild mit seinen unterschiedlichen Baustilen, seiner gewachsenen Struktur und bunten Vielfalt bietet viele aufschlussreiche Einblicke. Die Leser und Leserinnen erfahren viel Wissenswertes und nicht zuletzt auch einen Eindruck von der starken Verwurzelung der Stadt im christlichen Glauben.

Jubiläumsbroschüre und -testament

Die Jubiläumsbroschüre hat 60 Seiten und ist in einer Auflage von 2.000 Stck. erschienen. Lukas Bachmann, Erika Demandt, Joachim und Tim Jonas Pletsch haben als Autoren mitgewirkt und bei der Zusammenstellung der Texte und Bilder geholfen. Zusammen mit einem passenden Jubiläums-Testament, das in einer Auflage von 675 Stck. erschienen ist, werden die Broschüren im Verlauf von verschiedenen Veranstaltungen kostenlos abgegeben. Außerdem wird sie in den Verwaltungsgebäuden der Stadt, anderen öffentlichen Einrichtungen und im Einzelhandel erhältlich sein. „Die Oranienstadt freut sich sehr über diese schöne Initiative“, so Bürgermeister Michael Lotz bei der Überreichung der ersten Exemplare im Rathaus.

Foto: Die Herausgeber der Jubiläumsbroschüre (v. l.) Joachim Pletsch, Willy Bonsels und Jörg Brockhaus überreichen Bürgermeister Michael Lotz (2. v. l.) im Rathaus die ersten Exemplare

Vermietung der Gaststätte Bürgerstüble

Die Oranienstadt Dillenburg sucht für die Gaststätte „Bürgerstüble“, Schulstraße 12, in Dillenburg-Niederscheld einen neuer Mieter/Pächter. Die Räumlichkeiten des Bürgerstübles wurden bisher als Gastronomie genutzt. Ein zukünftiges gastronomisches Angebot ist wünschenswert.

Weitere Informationen zum Angebot und den Konditionen finden Sie hier:

Dank an die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer

Die Durchführung eines Wahlsonntags wäre ohne die vielen Wahlhelfer nicht möglich. Auch bei der Europawahl waren in der Oranienstadt Dillenburg eine große Anzahl von Helferinnen und Helfern im Einsatz um einen ordnungsgemäßen Wahlgang zu gewährleisten. Für die geleistete Arbeit und den reibungslosen Ablauf sagen wir: Danke!

Die 121 Mitglieder der Wahlvorstände in den Wahllokalen in der Kernstadt und den Stadtteilen leisteten diese Tätigkeit ehrenamtlich. Weiterhin waren ca. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung im Einsatz.

Nicht nur am Wahlwochenende selbst, sondern bereits viele Monate zuvor bestimmte die vergangene Wahl teilweise den Arbeitsalltag. Insbesondere ist hier das Team des Bürgerbüros zu erwähnen, welches in den letzten Wochen für die Europawahl viele Briefwahlanträge zu bearbeiten hatte.

“Wahlorgan vor Ort”

Bei der Tätigkeit der Wahlhelfer in den Wahllokalen vor Ort handelt es sich zwar um eine ehrenamtliche Tätigkeit, die nur unter wichtigen und bestimmten Gründen abgelehnt werden kann, trotzdem ist es nicht mehr selbstverständlich, Bürgerinnen und Bürger zu finden, die diese Aufgabe erledigen wollen.
Durch Aufrufe in der Presse, der städtischen Homepage, sowie über Facebook und Aushangflyer haben sich jedoch einige freiwillige Helfer bei den Sachbearbeitern im Rathaus gemeldet.
Manche Wahlhelfer stehen aber auch schon jahrelang dem Wahlteam freiwillig bei jeder Wahl zur Verfügung. Als Ansprechpartner und „Wahlorgan vor Ort“ haben die Wahlvorsteher, Schriftführer und Beisitzer am Wahlsonntag für einen reibungslosen Ablauf und eine sorgfältige Stimmauszählung am Wahlabend gesorgt.

Wir sagen Danke!

Allen bei der Wahl Beteiligten wird von Seiten des Gemeindewahlleiters und seinem Wahlteam ein besonderer Dank ausgesprochen.

Mitarbeit im Wahlvorstand

Das Team der Wahlorganisation im Dillenburger Rathaus ist immer auf der Suche nach Wahlhelfern. Wer daran interessiert ist, als Wahlhelfer in den Wahllokalen in der Kernstadt oder den Ortsteilen mitzuwirken, kann sich gerne per Email an: wahlen@dillenburg.de oder Tel.: 02771/896-113 bei Frau Borkenstein melden. Ebenso können Sie sich über unser Online-Formular melden. Voraussetzung ist, dass der Wahlhelfer selbst in Dillenburg wahlberechtigt ist. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit wird ein „Erfrischungsgeld“ in Höhe von 25 Euro gezahlt. Die nächste zu organisierende Wahl, wo wieder viele Wahlhelfer benötigt werden, steht bereits fest – die Bürgermeisterwahl findet am 20. Oktober 2019 statt.

Europawahl 2019

Europa hat gewählt. Die Ergebnisse der Europawahl 2019 für die Oranienstadt Dillenburg können Sie hier einsehen:

Die Übersicht aktualisiert sich mit jeder eingehenden Schnellmeldung.

Zu den Wahlergebnissen

Bürgerbus für die Oranienstadt

Bürgerbusse sind ein immer beliebteres Mittel, um die Mobilität von Menschen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig zu gestalten. Hierzu zählt, dass Gebiete, die nicht optimal durch den öffentlichen Personennahverkehr bedient werden können, an die Hauptverkehrsachsen angebunden werden. Immer wichtiger ist es, für alle Altersgruppen, mobil zu sein oder zu bleiben, weshalb der Bürgerbus grundsätzlich allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht.

Während der ÖPNV in den großen Städten mehr oder weniger alle Gebiete abdecken kann, ist dies hier in den ländlicher geprägten Städten und Gemeinden nicht immer der Fall. Gerade im ländlichen Raum sind manche Gebiete nicht optimal an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Hier sollen Bürgerbusse die Lücken schließen. Bürgerbusse sollen dabei aber nicht den ÖPNV ersetzen und sollen sich am Bedarf der Bürgerinnen und Bürger orientieren.

Oranienstadt Dillenburg möchte für die Bürger einen Bürgerbus einrichten

Die Erfahrung in anderen Städten und Gemeinden zeigt, dass vornehmlich ältere Bürgerinnen und Bürger den Bürgerbus in Anspruch nehmen wird. Dies hängt damit zusammen, dass oft kein eigenes Fahrzeug vorhanden ist oder nicht mehr selbst gefahren werden kann und das Geld für ein Taxi oft nicht da ist. Insbesondere hier kommt dem Bürgerbus eine soziale Verantwortung zu, diese Gruppen am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen.

Bus zunächst an zwei Tagen die Woche im Einsatz

Meißt betreuen eingetragene Vereine Bürgerbusse. Das Land bezuschusst das Projekt allerdings aktuell durch Fördermittel, weshalb die Oranienstadt Dillenburg das Bürgerbusprojekt zunächst unter eigener Schirmherrschaft auf die Beine stellen und dies dann zu einem späteren Zeitpunkt an einen Verein übergeben möchte.

Zunächst ist geplant, dass ein Bürgerbus für zwei Tage in der Woche zum Einsatz kommt. Hier können zum Beispiel Fahrten zu Einkaufszentren, Ärzten oder sonstigen öffentlichen Anlaufstellen vorgenommen werden. Die genauen Routen stehen noch nicht fest und werden entsprechend dem Bedarf geplant.

Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer sowie Unterstützer gesucht

Unerlässlich hierfür ist es allerdings, dass genügend ehrenamtliche Fahrer zur Verfügung stehen, die sich dazu bereit erklären, die Bürgerbusfahrten zu übernehmen. Voraussetzung ist, dass die Interessierten einen gültigen Führersein der Klasse 3/B aufweisen und ein Attest eines Arbeits-/Betriebsmediziners vorlegen. Sie sollten auch über gute Fahrkenntnisse, hohe Sozialkompetenz und ein kommunikativ, freundliches und hilfsbereites Auftreten verfügen.

Sie möchten sich im Bereich des Bürgerbusses als Fahrer oder anderweitig engagieren? Dann kontaktieren Sie uns unter der Telefonnummer 02771/896-181, oder per Email unter ordnungspolizei@dillenburg.de.

 

Wahlergebnisse fürs Smartphone

Am Sonntag, dem 26.05.2019 wird das neunte Europaparlament gewählt.

Um die Ergebnisse dieser und künftiger Wahlen mit zu verfolgen, steht Nutzern nun die VoteManager App im App Store und bei Google Play zur Verfügung.

Über die App können die Ergebnisse über das Smartphone abgerufen werden

Zum App Store Zu Google Play

Oranienstadt und Partner helfen Läderach-Beschäftigten

Die Oranienstadt Dillenburg und ihre Partner helfen gemeinsam bei der Suche

nach einer beruflichen Zukunft für die Läderach-Beschäftigten. Auf Einladung von Landrat Wolfgang Schuster trafen sich deswegen jetzt im Dillenburger Rathaus Bürgermeister Michael Lotz, Landrat Wolfgang Schuster, IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Tielmann, der Leiter des Kreissozialamtes Klaus Gerhard Schreiner, DGB-Geschäftsführer Matthias Körner, der Obermeister der Konditoren-Innung Mittelhessen Andreas Vogel und Angelika Berbuir als Leiterin der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar zu einem Pressegespräch, um über die Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.

Informierten über ihre Unterstützungsmöglichkeiten (v. l. n. r.): Klaus Gerhard Schreiner (Leiter Kreissozialamt), Andreas Vogel (Obermeister der Konditoren-Innung Mittelhessen), Angelika Berduir (Leiterin der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar), Landrat Wolfgang Schuster, Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz, Andreas Tielmann (Hauptgeschäftsführer der IHK) und Matthias Körner (DGB)

“Aus” ohne Vorankündigung

Das plötzliche „Aus“ von Läderach verursachte nicht nur bei den Beschäftigten einen tiefen Schock. Ohne jegliche Vorankündigung war das Manderbacher Werk, das dort seit 1990 ansässig ist, am 27. Februar mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Einschließlich der Teil- und Saison-  und befristet Beschäftigten standen 158 Mitarbeiter von jetzt auf gleich buchstäblich „auf der Straße“. Landrat Wolfgang Schuster sichert volle Unterstützung durch den Lahn-Dill-Kreis zu: „Die Art und Weise, wie das Ganze abgelaufen ist, ist mehr als unschön. Es ist unsere Aufgabe, zu helfen, wo wir nur können, die Mitarbeiter haben sich nichts zu Schulden kommen lassen!“ Der Leiter seines Kreissozialamtes Klaus Gerhard Schreiner wies in diesem Zusammenhang auf den gravieren Mangel an Pflegefachkräften hin. Derzeit fehlen rund 150 Kräfte im Lahn-Dill-Kreis. Sofern es für den einzelnen Beschäftigten in Frage kommt und es individuell passe, könne man sich jederzeit bei der Altenpflegeschule in Herborn über die konkreten Möglichkeiten informieren. Außerdem machte er auf die Angebote der kreiseigenen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen mbH (GWAB) aufmerksam, bei der zum Beispiel kostenlose Bewerbungstrainings absolviert werden können.

Möglichkeiten der Unterstützung

„Wir sind noch immer unglaublich betroffen von dieser Entscheidung. Wir fühlen mit den Mitarbeitern und wollen alles möglich machen, was in unserer Hand liegt, um zu helfen“, so Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz. Die Werksschließung kam auch deswegen unerwartet, weil der Konzern noch vor wenigen Jahren Investitionen in Millionenhöhe vorgenommen hatte. Als Oranienstadt sei man immer stolz gewesen, dass eine solche Confiserie mit der Produktion von Genussmitteln in Dillenburg ansässig war. „Gemeinsam mit unserem Netzwerk aus Partnern haben wir sofort überlegt, wie wir helfen können“, so das Stadtoberhaupt weiter. Er habe kurzfristig alle Unternehmen in Region angeschrieben und auf die besondere Situation von Läderach, aber auch Sell in Herborn-Burg hingewiesen. Von dort habe es eine gute Resonanz gegeben. Dies soll auch als immer noch gültiger Appell verstanden werden: „Alle Betriebe, die ohnehin planen, noch Mitarbeiter einstellen zu wollen, sollten jetzt auf den Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur zugehen und diese melden“, bittet der Rathauschef. Die Stadtwerke gehen mit einem guten Beispiel voran und haben für 2019 drei zusätzliche Stellen für Saisonarbeitskräfte für Grünflächenpflege geschaffen, die tarifgerecht bezahlt werden. Die Oranienstadt prüft derzeit eine Kooperation mit der Fachschule für Sozialpädagogik in Siegen, inwiefern neue Erzieher und Erzieherinnen der Stadt dort auf drei Jahre verkürzte, bezahlte Ausbildungen absolvieren können. Im derzeit am Stadion befindlichen Bau des Fachmarktzentrums entstehen neue Arbeitsplätze. Wenn es individuell passe, könnten auch hier Möglichkeiten für einen Wiedereinstieg entstehen.

Arbeitsagentur führt Gruppen- und Einzelgespräche

Angelika Berbuir hofft, dass es den ehemaligen Beschäftigten gelingt, möglichst schnell ihre Angst vor einem beruflichen Neustart zu verlieren. Deswegen habe die Arbeitsagentur bereits eine Gruppeninformationsveranstaltung durchgeführt. Außerdem laufen derzeit zahlreiche Einzelgespräche mit individuellen Beratungen. Jeder Beschäftigte hat einen konkreten Ansprechpartner, der mit ihm erörtert, was für seine Situation passend ist und was er sich vorstellen kann.

Azubis sind schon vermittelt

Erfreuliches teilte Andreas Tielmann als Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) mit. Alle acht Läderach-Auszubildenden seien inzwischen vermittelt bzw. würden dies in Kürze: „Im Bereich der Ausbildung sehen wir keinerlei Probleme. Hier zeichnen sich gute Lösungen ab“, berichtete Tielmann. Ziel sei es aber auch, möglichst schnell eine neue Nutzung der Immobilie im Gewerbegebiet Manderbach zu finden. Er hoffe, dass dies schnell geschehen werden könne und auch dadurch möglicherweise wieder neue Arbeitsplätze entstehen.