Mobiles Impfteam kommt!

Das mobile Impfteam des Deutschen Roten Kreuz (DRK) kommt am Montag, 18. Oktober sowie am Mittwoch, 10. November nach Dillenburg.

In den Räumlichkeiten der Katholischen Kirche (Wilhelmsplatz 16) können sich alle Bürgerinnen und Bürger in der Zeit von 09:30 bis 16:00 Uhr gegen das SARS-CoV 2-Virus impfen lassen.

Auch finden am Freitag, 5. November und am 3. Dezember, während des Freitagsgebets in der DITIB-Moschee (Hindenburgstraße 29, 35683 Dillenburg) Impfaktionen von 11:00 bis 15:00 Uhr statt.

Angeboten werden Impfstoffe von Johnson & Johnson und BioNTech. Bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson ist nur eine Impfung erforderlich und ein vollständiger Impfschutz besteht somit nach 14 Tagen. Bei einer Impfung mit dem Impfstoff von BioNTech wird eine Zweitimpfung erforderlich. Diese Zweitimpfung kann am dann am 10. November wahrgenommen werden. Nach 14 weiteren Tagen besteht dann auch hier der vollständige Impfschutz.

Eine Anmeldung oder Terminvereinbarung ist nicht erforderlich.


Das BioNTech-Angebot gilt ebenfalls für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren.
In diesem Fall muss ein Elternteil beim Impfen anwesend sein.


Für alle interessierten Impfwilligen gilt: Personalausweis, Krankenkassenkarte und – wenn vorhanden – Impfpass mitbringen.

Städtische Gemeinschaftseinrichtungen können wieder genutzt werden

Dorfgemeinschaftshaus in Donsbach

Nachdem durch die sinkenden Corona-Infektionszahlen die Bundesnotbremse verlassen werden konnte, stellt die Oranienstadt Dillenburg ihre Gemeinschaftseinrichtungen für eine Nutzung zur Verfügung. Damit können Dorfgemeinschaftshäuser, Grillhütten, Grillplätze und die Gemeinschaftshalle Niederscheld unter bestimmten Voraussetzungen wieder genutzt werden.


Verpflichtende Vorgaben für Nutzung
Je nach Einrichtung, Gebäudeteil und Art der Veranstaltung können sich zwischen 9 und 100 Personen in den Innenräumen der Dorfgemeinschaftshäuser und Turnhallen treffen. Voraussetzung ist der Nachweis eines negativen Corona-Tests und die Einhaltung der AHA-Regeln. Auch gilt eine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und der Erfassung der Kontaktdaten der Teilnehmenden durch den Gastgeber. Aus Sicherheitsgründen sollte weiterhin auf Chorgesang und anderes gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen verzichtet werden. Veranstaltungen an den städtischen Grillhütten und –plätzen dürfen von bis zu 30 Teilnehmenden besucht werden – unabhängig davon, ob diese sich in den Innenräumen oder im Freien aufhalten. Auch für die Feier in der Grillhütte ist der Nachweis eines negativen Corona-Tests verpflichtend.

Auch Sportbetrieb wieder möglich
In der Gemeinschaftshalle Niederscheld ist Mannschaftssport und der gesamte Sportbetrieb wieder möglich. Voraussetzung ist ein entsprechendes Hygienekonzept durch den Mietenden und die Einhaltung der Empfehlungen des RKI. Damit kann Fußball, Handball, Basketball usw. wieder in voller Mannschaftsstärke ausgeübt werden. Auch dem Individual- bzw. Gruppensport mit bis zu zehn Personen steht grundsätzlich nichts mehr im Wege. Dazu zählen beispielsweise die Gymnastikgruppen. Um den Begegnungsverkehr minimal zu halten, hat die Oranienstadt die Nutzungszeit von 60 auf 50 Minuten reduziert. Die Öffnung der Gemeinschaftshalle Niederscheld erfolgt mit der Einschränkung, dass noch einzelne Termine für nicht-sportliche Veranstaltungen (z. B. DRK-Blutspende) freigehalten werden müssen. In Nanzenbach stehen das DGH und die Turnhalle erst mit Beginn der Sommerferien am 19. Juli 2021 zur Verfügung, da diese Gebäudeteile aktuell von der Grundschule in Nanzenbach genutzt werden. Das Bistro ist noch nicht geöffnet.

Vereine, Gruppen und Veranstaltende müssen ergänzend zur Mietvertragsunterschrift die geltenden Regelungen schriftlich anerkennen und sich zu einer Einhaltung verpflichten (z. B. maximale Personenanzahl, Kontaktdatenerfassung, Einhaltung der Mindestabstände, Vorlage des negativen Corona-Tests usw.).

Wir setzen auf ein verantwortungsvolles Verhalten der Benutzer, damit die Öffnung dauerhaft aufrechterhalten werden kann. Lockerungen in Bezug auf die Vergabe von Gemeinschaftseinrichtungen sind abhängig vom weiteren Verlauf der Pandemie und des Impffortschritts. Kontakt: Monika Wierczimok, Telefonnummer 02771/896-219, Mail: m.wierczimok@dillenburg.de, Jörg Manderbach, Telefonnummer 027717896-21, Mail: j.manderbach@dillenburg.de oder die jeweils für die Gebäude zuständigen Hausmeister/innen.

Bürgertelefon auch weiterhin besetzt

Smartphone

Unser im letzten Jahr anlässlich der Pandemie eingerichtete Bürgertelefon ist auch weiterhin besetzt. Unter der Telefonnummer 02771/896-444 können Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen rund um das Thema “Einschränkungen durch die Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung der Corona-Pandemie in Dillenburg” stellen oder sich melden, wenn sie Hilfe bei der Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Medikamente etc. benötigen und diese nicht durch Freunde, Familienmitglieder oder Nachbarn sicherstellen können. Das Bürgertelefon ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr besetzt.

Besuchersaison für Wilhelmsturm eröffnet

Der Wilhelmsturm Foto: Peter Patzwaldt

Mit Beginn der hessischen Sommerferien startete der Wilhelmsturm, das Wahrzeichen der Oranienstadt Dillenburg, coronabedingt verspätet in die Museumssaison. Der Besuch des oranien-nassauischen Museums ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Wie auch bei anderen Einrichtungen derzeit hat die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln oberste Priorität. Aufgrund der beengten Räumlichkeiten dürfen sich zeitgleich maximal zehn Besucher im Turm aufhalten. Um den Begegnungsverkehr von Besuchern auf der engen Innentreppe so gering wie möglich zu halten, ist das zweite und dritte Obergeschoss gesperrt. Die abwechslungsreichen Ausstellungen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss bieten jedoch für Gäste ausreichend Gelegenheit, sich über die spannende oranien-nassauische Geschichte zu informieren. Nach umfangreichen Modernisierungsarbeiten in den vergangenen Jahren wird das Hauptthema der Ausstellung im Wilhelmsturm, die Geschichte Nassaus und Oraniens, in optisch und phonetisch gefälliger Form präsentiert. Der Stammbaum des niederländischen Königshauses in Schrift, Bild und historischen Daten ist einer der Ausstellungsschwerpunkte im Erdgeschoss. Auf der gleichen Ebene wird den Besuchern das Leben und politische Wirken (mit “Wilhelmus von Nassauen, bin ich von deutschem Blut” beginnt die niederländische Nationalhymne) Wilhelms von Oranien, 1533 auf dem Dillenburger Schloss geboren, in Bild und Ton vermittelt. Wer die 42 Treppenstufen ins erste Obergeschoss zurücklegt, den erwartet ein virtueller Filmrundgang “So war’s im Schloss” (bis zur Zerstörung 1760). Als ein Stimmungsbild kann auch das Kasemattenmodell im gleichen Raum dienen, falls Besucher einen Kasemattenrundgang gebucht haben. Diesem Untertage-Rundgang ist ein vorheriger Blick vom Außenrundgang des ersten Obergeschosses über Dillenburg in alle Richtungen, einem beliebten Fotografen-Standort, zu empfehlen.

Der Wilhelmsturmbesuch lässt sich optimal abrunden mit einer Führung durch die Kasematten, Westeuropas zweitgrößte unterirdische Verteidigungsanlagen, und einem Besuch des Wirtschaftsgeschichtlichen Museums in der Villa Grün. Kasemattenführungen (Dauer ca. 60 Minuten) finden samstags und sonntags um 15 Uhr statt, beginnend am Wilhelmsturm. Die Besucherzahl ist pro Führung auf fünfzehn Gäste begrenzt, so dass eine telefonische Anmeldung (02771/800065 dienstags bis sonntags von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr) empfohlen wird. Teilnehmer sollten entsprechende Kleidung für eine Temperatur von 8 Grad Celsius sowie festes Schuhwerk tragen.

Die Dauerausstellung im Wirtschaftsgeschichtlichen Museum in der Villa Grün zeigt unter anderem Exponate aus dem früheren Schwerpunkt der Dillkreis-Wirtschaft, der Heiz- und Kochgeräteproduktion und dem Eisenerzbergbau. Als Gegenstück stellen aktuell produzierende Firmen aus dem heimischen Raum ihre Produkte vor. Die Dauerausstellung wird umrahmt von Sonderausstellungen zu wechselnden Themen. Bis zum 26. Juli sind Werke unter dem Titel “Bauhaus – Faszination Form und Farbe” ausgestellt, ab dem 6. August präsentiert der Foto-Aktionskünstler Frank Kunert seine Werke unter dem Titel “Lifestyle”.

Mit der Öffnung des Museums Villa Grün am 16. Mai geht ein bundesweiter Werbeeffekt für das Museum und damit auch für die Stadt Dillenburg einher, den wohl nur die Geocacher in dieser durchschlagenden Form erwartet haben. Einheimische Aktive dieser neuen Form von “Schatzsuche” bzw. Freizeitgestaltung richteten im Museum Villa Grün Suchpunkte ein. Ob aus Bottrop, Berlin, Bonn oder gar Dresden, “ein so schönes Museum in so einem kleinen Städtchen”, so die sächsischen Gäste, vermuten nur wenige Besucher. Nach wenigen Stunden waren nach der Museumsöffnung alle 2020er Geocaching-Termine ausgebucht.

Die Villa Grün ist dienstags bis sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die Kombikarte für Villa Grün und Wilhelmsturm kostet für Erwachsene 4 Euro, für Kinder (6 bis 15 Jahre) 2 Euro und der Preis der Familienkarte beläuft sich auf 11 Euro. Für die Schlossbergkarte (Museen und Kasematten) zahlen Erwachsene 7 Euro, Kinder (6 bis 15 Jahre) 3,50 Euro und Familien 18,50 Euro.

Bäder öffnen wieder

Ein Blick auf den Schelder Weiher während der Badesaison

Rechtzeitig mit dem Beginn der hessischen Sommerferien am 6. Juli öffnen wir unsere Bäder. Dies macht ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nun möglich. Die Schwimmbäder waren seit dem 16. März durch das Land Hessen geschlossen worden, um die Ausbreitung der Covid19-Pandemie zu verlangsamen. Im Aquarena-Sport- und Familienbad, im Waldschwimmbad Oberscheld und am Schelder Weiher steht damit dem sommerlichen Badespaß nichts mehr im Wege.

Die Benutzung der städtischen Freizeitstätten ist allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Wie auch bei anderen Einrichtungen derzeit hat die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln oberste Priorität. Das Grundkonzept für die Benutzung ist für alle Bäder im Lahn-Dill-Kreis, die in den letzten Tagen bereits geöffnet haben oder dies in Kürze tun werden, einheitlich und wurde vom Betreiber – den Servicebetrieben der Stadt Dillenburg GmbH – individuell auf die einzelnen Gegebenheiten der drei Dillenburger Bäder angepasst, da diese sich hinsichtlich der Art der Nutzung und ihrer Größe deutlich voneinander unterscheiden.

Das gemeinsame Konzept sieht bestimmte Obergrenzen von Besuchern vor, die sich an der Größe von Liege- und Wasserflächen orientieren und die die Abstände von mindestens 1,5 Metern zwischen den Besuchern sicherstellen. So dürfen sich im Dillenburger Aquarena-Bad maximal 200 Personen gleichzeitig im Gebäude aufhalten. Um aber möglichst vielen Schwimmern den Badespaß zu ermöglichen, ist der Aufenthalt pro Person auf höchstens zwei Stunden beschränkt. Attraktionen wie die Rutsche, das Dampfbad, das Bewegungsbecken, die Startblöcke oder auch das Kinderbecken im Außenbereich bleiben aus Sicherheitsgründen gesperrt. Auf gastronomische Verpflegung am Bistro müssen Besucher vorerst noch verzichten.

Auch im Oberschelder Freibad gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Hier dürfen maximal 246 Besucher gleichzeitig Liegewiese und kühles Nass genießen. Damit auch hier möglichst viele Badegäste sich am Sommervergnügen erfreuen können, sind die Nutzungszeiten pro Person ebenfalls aufgeteilt: von 11 bis 14 Uhr oder von 15 bis 18 Uhr ist der Besuch möglich. Das Schwimmbecken selbst ist nur mit einem Armbändchen zugänglich. Damit soll ein zu großer Andrang auf die Wasserfläche vermieden werden. Das Armbändchen ist bei der Badeaufsicht erhältlich. Attraktionen wie die Rutsche, die Startblöcke, das Kinderbecken und das Volleyballfeld bleiben aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das Bistro bleibt zunächst geschlossen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass im Laufe der Saison hier abgepackte Produkte, Getränke und Eis erhältlich sein werden.

Auch am Schelder Weiher mit der größten Wasserfläche steht ab Montag dem Bad im kühlen Nass nichts mehr im Wege. Maximal 200 Personen können die Einrichtung gleichzeitig nutzen. Das Gelände ist allerdings so großzügig angelegt, dass im Gegensatz zu den anderen beiden Bädern für den Aufenthalt keine Zeitvorgaben gemacht werden, da der Abstand unter den Gästen gewahrt werden kann. Der Sprungturm bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt. Am Bistro sind nur abgepackte Produkte erhältlich.

In allen drei Bädern gilt in bestimmten Bereichen Maskenpflicht, wie zum Beispiel an den Kassen, an den Kioske oder auf dem Weg zwischen den Umkleiden, zur Toilette und an den Ein- und Ausgängen. In den Umkleidebereichen sind die Föhne außer Betrieb, da die Luftverwirbelung für eine Ausbreitung von Aerosolen sorgen kann.

Das Dillenburger Aquarena-Bad ist ab 6. Juli montags von 13 bis 20 Uhr, dienstags von 8 bis 22 Uhr, mittwochs von 6 bis 21 Uhr, donnerstags von 8 bis 22 Uhr, freitags von 8 bis 20 Uhr, samstags von 11 bis 18 Uhr und sonntags von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Das Waldschwimmbad Oberscheld und der Schelder Weiher haben ab 6. Juli täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Plaudertelefon – Über Sorgen in der Krise

Plaudertelefon

(ldk): Der Lahn-Dill-Kreis und die Stadt Wetzlar haben in Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnerinnen und -partnern Frühe Hilfen ein Angebot für Familien ins Leben gerufen: Das „Plaudertelefon. Vielen Eltern und Erziehenden fehlt ein persönlicher Kontakt für den Austausch über ihre Ängste und Nöte in der Krise. Dem soll das neue Hilfsangebot entgegenwirken.

Corona – schwierige Zeiten für Eltern

Die Corona-Pandemie ist für viele Menschen, neben den wirtschaftlichen Herausforderungen und Sorgen – auch trotz der Lockerungen – ein psychischer Stresstest. Ausgangsbeschränkungen, häusliche Isolation in einem vielleicht problematischen familiären Umfeld, geschlossene Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen und die Kombination aus Kinderbetreuung, Home-Schooling und Home-Office stellen viele Familien vor besondere Herausforderungen. Diese letzten Wochen haben insbesondere Eltern stark belastet. Erziehende fühlen sich oftmals mit ihren Problemen allein gelassen.

Angebot für Eltern und Erziehungsberechtigte startet am 2. Juni 2020

Das „Plaudertelefon“ ist – zunächst bis zu den Sommerferien – von Montag bis Freitag in der Zeit von 19 bis 22 Uhr geschaltet, so dass Eltern die Möglichkeit haben, in Ruhe zu telefonieren. Das „Plaudertelefon“ ist ab dem 2. Juni 2020 zu erreichen unter 06441 407-6099.

Stephan Aurand, Sozialdezernent des Lahn-Dill-Kreises: „Auch wenn es in den vergangenen Wochen Lockerungen in vielen Bereichen gab, werden einige Eltern weiterhin ihre Kinder zunächst zuhause betreuen müssen, so dass dieses Angebot eine wertvolle Unterstützung sein kann.“

Plaudertelefon

Bürgermeister Lotz äußert sich zur aktuellen Situation

Corona Interview Michael Lotz_Foto Fotostudio Bildschöne Momente

Ein Interview von Kilian Scharf

Dillenburg. Ein Virus hat die Welt verändert – Corona hat ein ineinandergreifendes Räderwerk zum Stillstand gebracht: im Großen wie im Kleinen. Auch in der Oranienstadt Dillenburg mussten die Bürger sich in den vergangenen Wochen, und müssen dies auch weiterhin, mit tiefgreifenden Einschränkungen leben. Bürgermeister Michael Lotz äußert sich in einem aktuellen Interview zu den Belastungen für viele Dillenburgerinnen und Dillenburger, die die Krise mit sich bringt. Er macht aber auch Mut, weiter durchzuhalten und das Erreichte nicht leichtfertig zu riskieren und freut sich sehr darüber, dass sich der überwiegende Teil der Menschen sehr diszipliniert an die Vorgaben hält.

Herr Lotz, wie haben Sie persönlich die Entwicklung der Krise erlebt?

Noch vor wenigen Wochen hätten sich die meisten Menschen die vielen Änderungen, die die Ausbreitung des Corona-Virus mit sich bringt, nicht vorstellen können. Auch das Leben in Dillenburg hat sich nachhaltig verändert – mit vielfältigen Konsequenzen. Ich gehe auf die Unternehmen und Gewerbetreibenden, den Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie und auch die Ladengeschäfte ein. Einige durften offenbleiben, andere haben jetzt wieder geöffnet. Allen gleich ist, sich nun mit vielen Beeinträchtigungen, teilweisen Schließungen, wirtschaftlichen Einbrüchen und Veränderungen im Betriebsablauf vertraut machen zu müssen. Ich bin mir sicher, dass diese Situation viele Menschen auch wirtschaftlich an die Grenzen des Leistbaren gebracht hat. Das betrifft aber auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den jeweiligen Unternehmen. Zu erleben, wie das eigene Unternehmen oder das Unternehmen, für das man seit Jahren mit viel Engagement tätig ist, vor existenzielle Herausforderung gestellt wird, ist alles andere als leicht. Vielfältigste Fragen tauchen auf. Die Verantwortung für die Beschäftigten und die Kollegen, die Verpflichtungen gegenüber Banken oder zur Zahlung von Abgaben bei gleichzeitigem Wegfallen von Einnahmen. Fragen, wie lange die Einschränkungen dauern werden und welche Schritte der Lockerung oder Hilfen es geben wird. All das sind Dinge, die die Lebenswirklichkeit auch in der Oranienstadt komplett verändert haben.

Ein Stillstand im öffentlichen Leben. Sehen Sie das auch so?

Ja, auch im privaten Umfeld hat es viele einschneidende Veränderungen gegeben. Sich einfach mal mit Freunden zu treffen: derzeit nicht möglich. Den gewohnten Sport treiben oder die Tasse Kaffee am Samstagvormittag in der Eisdiele oder im Café zu genießen: bis auf Weiteres verschoben. Nun sind wir zusätzlich damit konfrontiert, Bedeckungen für Mund und Nase tragen zu müssen, wenn wir einkaufen gehen oder im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs sind. Auch das ist ja für uns völlig ungewohnt, da wir als Europäer gewohnt waren, das Gesicht des Gegenübers erkennen zu können. Große Sorgen mache ich mir zudem, wie sich die letzten Wochen und die Zeit, die noch auf uns zukommt, auf die schulische Laufbahn von Kindern auswirkt. Genauso erschwert das Betretungsverbot des Landes Hessen für die Kindertagesstätten die frühe Förderung der jüngsten Kinder. Als Bürgermeister stelle ich fest, dass die Vielfalt im öffentlichen Leben in Dillenburg fast völlig zum Erliegen gekommen ist. Allerdings freue ich mich, dass es ein funktionierendes Netz von nachbarschaftlicher und partnerschaftlicher Hilfe gibt, auf das zurückgegriffen werden kann. Viele Menschen helfen vielen anderen in unserer Stadt und das macht mich stolz. Ebenso engagiert sich eine Vielzahl sozialer Träger vorbildlich und versucht im Rahmen der gesetzten Möglichkeiten, die sozialen Veränderungen abzufedern.

Weitere Lockerungen oder vorsichtige Vorgehensweise – wie bewerten Sie die Situation?

Ich hoffe, dass diese Lockerungen nicht zu früh und zu schnell vorgenommen werden. Wir sollten nicht in eine Euphorie verfallen. Zu denken, wir können das alte Leben von heute auf morgen wiederherstellen und zur Normalität zurückkehren, wäre aus meiner Sicht falsch. Alle Maßnahmen müssen sehr sorgfältig und mit Augenmaß und unter ständiger Beobachtung begleitet werden. Ein Sommer ohne Feste und eine Vielzahl anderer Vergnügungen ist nicht schön. Aber es muss sein: denn die Gesundheit der Menschen geht vor. Aus meiner Sicht waren die von den politisch Verantwortlichen getroffenen harten Entscheidungen wichtig. Deren Richtigkeit kann man darin erkennen, dass es erste, vorsichtig positive Tendenzen gibt. Die Infektionszahlen steigen mäßig, und das Gesundheitswesen ist in der Lage, auftretenden Fällen große Aufmerksamkeit sowie sorgfältige und liebevolle Pflege zukommen zu lassen. Meine Gedanken sind aber auch bei denjenigen, die durch den Virus infiziert wurden und stark darunter gelitten haben – oder dies noch heute tun. Ich fühle auch mit denen, die im Moment schwer zu tragen haben, weil sie Angehörige durch die Infektion verloren haben.

Wie sind die Vorgaben eingehalten worden?

Als Bürgermeister der Oranienstadt bin ich dankbar, dass sich der überwiegende Teil der Menschen meiner Stadt sehr diszipliniert an die gesundheitlichen Vorgaben gehalten haben. Ich hoffe, dass sich dies in den nächsten Wochen fortsetzt. Besonders am Herzen liegt mir ein Dank an all diejenigen, die in den letzten Wochen in besonderer Weise zu dieser guten Entwicklung beigetragen haben. Das sind diejenigen, die im Gesundheitswesen und in der Pflege ihren Dienst am Nächsten in der gewohnt professionellen und fürsorglichen Art fortgesetzt haben. Dabei dürfen auch diejenigen nicht vergessen werden, die auch in den Verwaltungen, in den Unternehmen, im Einzelhandel und an vielen anderen Stellen ihren Dienst gemacht haben und dabei den Kontakt nicht vermeiden konnten, um Leben zu retten und unsere Versorgung sicher zu stellen.

Herr Lotz, wagen Sie einen Blick in die Zukunft?

Für mich steht fest, dass die durch den Virus ausgelöste Pandemie auch die Dillenburgerinnen und Dillenburger noch in den nächsten Monaten stark beschäftigen wird. Daher sind wir alle aufgerufen – gerade mit Blick darauf, dass viele Einrichtungen wieder ihren Betrieb aufnehmen – umso verantwortungsvoller zu handeln. Ich bin dennoch für die Zukunft sehr positiv gestimmt. Die vielfältigen Zeichen der Solidarität unter den Menschen unserer Stadt und die außergewöhnlich gute Art des Umgangs mit der Krise zeigen mir, dass Mut und Zuversicht richtig sind. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam die Krise überstehen werden. Lassen Sie uns alle daran mitarbeiten.

Verwaltungsarbeit in der Corona-Krise

Das Team des städtischen Ressorts für Sicherheit und Ordnung ist auch am Wochenende unterwegs, um die Einhaltung der aktuellen Verordnungen zu kontrollieren

Ende Februar wurde der erste Corona-Fall im Lahn-Dill-Kreis gemeldet, der gleichzeitig auch der erste in Hessen war. Der Einfluss des aktuellen Geschehens reicht von der Bundes- und Landesebene, über den Lahn-Dill-Kreis bis hin zur Oranienstadt Dillenburg. Auch innerhalb der Stadtverwaltung wird systematisch und konzentriert auf den Krisenfall reagiert.

Für die Koordination und Organisation von Schutzmaßnahmen und Umsetzung der von Land und Kreis in die Wege geleiteten Einschränkungen trifft sich der verantwortliche Pandemiestab unter der Leitung von Bürgermeister Michael Lotz regelmäßig in Videokonferenzen zum Austausch. Teilnehmer sind dabei die Leiter der Ressorts Zentrale Dienste, Finanzen, Sicherheit und Ordnung, Kultur, Sport und Tourismus sowie Bauen und Liegenschaften sowie die Leiter der Stadtwerke. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der IT-Abteilung und der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Stadtbrandinspektor Michael Reichel ergänzen dieses Team. Allen Beteiligten ist dabei immer bewusst, dass sie eine hohe Verantwortung für die Dillenburgerinnen und Dillenburger tragen. Entscheidungen und Anpassungen orientieren sich deswegen stets an der aktuellen Entwicklung. Auch der erfolgreiche Austausch mit den überörtlichen Entscheidungsträgern wie dem Land Hessen und dem Lahn-Dill-Kreis spielt dabei eine erhebliche Rolle. Für eine ständige und sachgemäße Information der Dillenburgerinnen und Dillenburger nutzt die Oranienstadt Kommunikationswege wie Berichte im Dillenburger Wochenblatt und in der Tagespresse, ihre Social-Media-Kanäle und die Internetseite. „Um auf lokaler Ebene das Vertrauen der Bevölkerung in uns zu rechtfertigen, versuchen wir, alle administrativ-organisatorischen Aufgaben souverän und kompetent zu lösen“, so Dillenburgs Stadtoberhaupt Michael Lotz.

Zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Verwaltung wurden nach Schließung der Verwaltungsgebäude am 13. März im Rahmen der internen Pandemieplanung zum Schutz der Beschäftigten etliche Abläufe neu organisiert oder verfeinert. Als wichtigste Maßnahme ist dabei die Einführung der Hygiene- und Abstandsregeln auch während der täglichen Arbeit zu nennen. In den Verwaltungsgebäuden finden zusätzlich regelmäßige Flächendesinfektionen statt. Im Bürgerbüro im Stadthaus sind persönliche Besuche von Bürgerinnen und Bürgern nach telefonischer Terminvereinbarung und Ausfüllen eines Pandemiefragebogens noch möglich. Zum Schutz der Mitarbeitenden wurde ein Spuckschutz an den Arbeitsplätzen im Bürgerbüro und der Telefonzentrale errichtet. Einige Beschäftigte der Stadtverwaltung gehen ihrer Tätigkeit im Home-Office nach, um Arbeitsbereiche weiter zu trennen oder zu entzerren.

Koordinierter Personaleinsatz

Da zahlreiche städtische Einrichtungen wie beispielsweise die Stadtbücherei, die Museen, die Kindertagesstätten oder das Aquarena-Schwimmbad geschlossen sind, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diesen Einrichtungen zu einem großen Anteil mit durch die Pandemie bedingte, zusätzlichen Verwaltungsaufgaben beauftragt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Besetzung des seit dem 18. März eingerichteten Bürgertelefons. Die Corona-Krise hat Einfluss in nahezu alle Tätigkeiten der Verwaltung. So achtet die Oranienstadt beispielsweise darauf, dass bei laufenden Baumaßnahmen der Einsatz der beteiligten Firmen so koordiniert wird, dass möglichst wenig Begegnungen stattfinden.

Seit der Schließung der Kindertagesstätten am 13. März gehen die Aktivitäten der Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen weiter. Ein Teil der städtischen Mitarbeitenden ist für die Betreuung der Notgruppen im Einsatz. Alle KiTa-Teams nutzen die ruhigere Zeit optimal für sinnvolle Aktionen, die bei laufendem Betrieb schwerer umzusetzen wären. Dazu gehören zum Beispiel die Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten in einigen Einrichtungen, die die Mitarbeitenden größtenteils engagiert und in Eigenregie umsetzen.

Trotz vermindertem Besucherkontakt im Stadthaus läuft die Arbeit im Ressort für Sicherheit und Ordnung auf Hochtouren. Viele Straßenbauträger nutzen die Gelegenheit, um ohnehin anstehende, erforderliche Baumaßnahmen durchzuführen, da dadurch derzeit weniger Verkehrsteilnehmer eingeschränkt werden und die Maßnahmen oft zügiger und damit günstiger durchgeführt werden können. Die örtliche Straßenverkehrsbehörde erhält deswegen eine erheblich höhere Anzahl von Anträgen auf Genehmigung dieser Baumaßnahmen. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Corona-Verordnungen sorgen für einen verstärkten Außendienst des Ressorts, dessen Mitarbeitenden aktuell an sieben Tagen in der Woche unterwegs ist, um Kontrollen in Bezug auf Verstöße auf Spielplätzen, in öffentlichen Bereichen sowie in Gastronomie- und Gewerbebetrieben durch. Auch am Osterwochenende wird das der Fall sein. Im Gastronomiebereich wurden bisher keine Verstöße festgestellt. Im öffentlichen Bereich wurden des Öfteren Personen mündlich verwarnt und Platzverweise erteilt.

Im Donsbacher Wildpark ist die Versorgung und Pflege der Tiere durch die Mitarbeitenden gesichert. Gerade jetzt gibt es viele Jungtiere bei einigen Arten, die eine erhöhte Betreuungszeit mit sich bringen. Touristische Anfragen gingen aus nachvollziehbaren Gründen zurück. Dennoch wollen die attraktiven Wanderwege der Oranienstadt auch weiterhin gepflegt und die damit verbundene Verkehrssicherungspflicht gewährleistet sein, so dass künftige Wanderer auf den städtischen Wegen nach wie vor sicher sind. In der geschlossenen Stadtbücherei sind Rückgaben durch die Bücherklappe jederzeit möglich. Außerdem kann der Leser Gebrauch von der Onleihe machen.

Die Oranienstadt hat kurzfristig verschiedene kreative Projekte ins Leben gerufen, um gerade den jetzt besonders betroffenen Gewerbetreibenden unter die Arme zu greifen. So hat das Stadtmarketing eine Plattform initiiert, auf der vorhandene Liefer- und Abholdienste für Dillenburg gesammelt werden. Das gleiche gilt für das in Kürze entstehende Gutschein-Portal für Dillenburger Einzelhändler. Generell ist die Zeit der Krise auch eine Zeit der erhöhten Online-Nutzung. Sehr viele Dienstleistungen der Verwaltung können auf elektronischem Weg oder online erledigt werden. Und so ist in vielen Abteilungen ein verstärkter Eingang von Online-Anträgen oder –Rechnungen zu verzeichnen. 

Kritische Infrastruktur sichergestellt

Zur Sicherstellung der kritischen Infrastruktur hat die Oranienstadt rechtzeitig geeignete Maßnahmen in die Wege geleitet. Davon betroffen ist vor allem die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung, aber auch die Aufrechterhaltung des Brandschutzes durch die Freiwilligen Feuerwehren Dillenburgs. Hygiene- und Abstandsregeln haben auch hier höchste Priorität. Teams wurden räumlich und zeitlich getrennt, um im Falle einer Infektion oder Quarantäne eines Mitarbeiters noch ausreichend Fachkräfte zur Verfügung zu haben. Für den Feuerwehrbereich gibt es einen separaten Pandemieplan, nach dem u. a. die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte regelmäßig abgefragt wird, Gefährdungsbeurteilungen erstellt wurden, laufende Informationen der Wehrführer zum Stand des Geschehens und der Organisation erfolgen sowie sich mit den Nachbarstädten häufig ausgetauscht wird. Zugangsregelungen zum Feuerwehrstützpunkt und Bereiche im Gebäude wurden festgelegt und durch Aushänge angeordnet. „Bei uns bestimmt das Corona-Virus 70 % unseres Tagesablaufs“, so Stadtbrandinspektor Michael Reichel zur ungewöhnlichen Lage im Bereich des Brandschutzes. Sofern möglich, halten die Kameraden auch im Einsatzfall Abstand voneinander und bekommen zusätzliche Schutzkleidung bereitgestellt. Die Oranienstadt erkennt das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrmitglieder in dieser außergewöhnlichen Situation besonders an, denn es ist nicht selbstverständlich, dass sich Dutzende von Kameraden im Einsatzfall treffen, um trotz gewissem Infektionsrisiko anderen Menschen zu helfen. Verwaltungschef Michael Lotz abschließend: „Ich danke den Mitarbeitenden unserer Verwaltung für Ihren Einsatz im Dienst an den Menschen unserer Stadt auch in dieser besonderen Zeit!“ 

08.04.2020

Erster bestätigter Fall im Lahn-Dill-Kreis

Ein Mensch mit Maske, Schutzhaube, -brille, und -handschuhen hält ein Teströhrchen in den Händen

Im Lahn-Dill-Kreis kam es zu einem ersten bestätigten Fall des neuen Coronavirus SARS CoV-2.

Am heutigen Freitag, 28.02.2020 findet um 10 Uhr eine Pressekonferenz mit Landrat Schuster und Minister für Soziales und Integration Kai Klose im Kreishaus Wetzlar statt.

Weitere Informationen

Aktuallisierungen zum bestätigten Fall können Sie hier auf der Seite des Sozialministeriums nachlesen.