Hessische Landesgartenschau-Kommission besucht Dillenburg

Vision Lokschuppen, Montage Planstatt Senner

Jetzt wird es ernst: die fünfköpfige Landesgartenschau-Kommission aus Wiesbaden stattete uns einen Besuch ab. Ihre gewonnenen Eindrücke fließen zu einem großen Teil in die Entscheidung um die Vergabe der Landesgartenschau 2027 ein, um die wir uns im Dezember beworben hatten. Nach Angaben des Landes wird noch vor Ostern klar sein, wer die Großveranstaltung in sechs Jahren ausrichten darf und damit vom Förderprogramm profitieren wird.

Große Fotomontagen am Wilhelmsturm zeigen die Planungen

Ganz ähnlich wie beim Bürgerspaziergang am 21. August 2020 haben die Kommissionsmitglieder die Flächen, die mit Hilfe der Fördermittel neu oder umgestaltet werden sollen, bei einem mehrstündigen Rundgang. Genügend Fachkompetenz war dabei vorhanden, denn die Mitglieder der Kommission Helmut Eigemann (Hess. Umweltministerium), Klaus Diehl (LLH), Reinhold Bauer (Gartenbauverband Baden-Württemberg/Hessen), Jens Heger (Präsident des Fachverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen und Ralf Habermann (Bund Deutscher Landschaftsarchitekten) sind in ihren jeweiligen Branchen unternehmerisch tätig, mit dem Thema „Landesgartenschau“ sehr vertraut und verfügen über umfangreiche Erfahrungen, was Planung und Durchführung betrifft. Begleitet wurden sie auf ihrer Route durch Dillenburg von Bürgermeister Michael Lotz, Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel sowie Annegret Bretthauer und Ingrid Kretz als Mitglieder der städtischen Landesgartenschau-Kommission. Benedikt Müller von Planstatt Senner, als das Büro, das die Machbarkeitsstudie zur Landesgartenschau erstellte, ergänzte mit Informationen aus fachlicher Sicht. Bei klirrender Kälte und strahlendem Sonnenschein erfuhren die Gäste an verschiedenen Bereichen außerdem aus dem Mund des „Nachtwächters“ Andreas Balzer Kurzweiliges aus Dillenburgs bedeutender Historie.

Nun heißt es abwarten und Daumen drücken. Die Eindrücke und Bewertung der Kommission sind Grundlage für die Entscheidung des hessischen Kabinetts über die Vergabe. Noch vor Ostern soll klar sein, wer die Landesgartenschau 2027 ausrichten darf und damit Fördermittel in Millionenhöhe für wichtige Stadtentwicklungsmaßnahmen erhält.

Die gesamte Machbarkeitsstudie und alle Infos unter www.dillenburg-direkt.de

Der Slogan zur Landesgartenschau

„Die Menschen verbinden! Der Natur verbunden!“ – unter diesem Motto möchte Dillenburg die Landesgartenschau in sechs Jahren durchführen. Gemeinsam Dillenburgs Zukunft gestalten, Hand in Hand an der Vorbereitung und Durchführung einer Gartenschau arbeiten, aber auch die Ortsteile besser aneinander anbinden – zum Beispiel mit einem gelungenen Radwegekonzept und mit klimafreundlicher Mobilität – diese Inhalte finden sich in der Bewerbung und werden im Slogan wiedergespiegelt.

Dillenburg lädt ein – Der Film und das Lied zur Landesgartenschau-Bewerbung

Film zur Landesgartenschau

Im Dezember 2020 haben wir uns um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2027 beworben. Damit die Unterlagen auch sicher und rechtzeitig beim Hessischen Umweltministerium in Wiesbaden ankommen, haben viele helfende Hände, ein bunter Mix an Unterstützern und zahlreiche, teils ausgefallene und klimafreundliche Fortbewegungsmittel geholfen. Die spannenden und bewegten Bilder dazu gibt es jetzt in einem Film. „Dillenburg lädt ein“ – für das Lied zur Landesgartenschau zeichnen Armin Müller (Komposition) und Ingrid Kretz (Text) verantwortlich. Der Breitscheider Armin Müller ist Oberstudienrat am Dillenburger Gymnasium „Wilhelm-von-Oranien-Schule“ und hat mehrfach mit der Oranienstadt unter anderem bei den Musicals „Der Prinz aus Dillenburg“, „Feuer über Dillenburg“ und „Catharina Helena Dörrien“ zusammengearbeitet. Ingrid Kretz aus Dillenburg-Manderbach ist Buchautorin und schrieb für das Musical „Catharina Helena Dörrien“ (2018) den Text. Sie ist engagierte Bürgerin und Mitglied unserer städtischen Landesgartenschau-Kommission. Gesungen wurde das Lied von den Solisten Johanna Klöpper und Simon Müller, die von Nico Hudel an der Gitarre begleitet wurden. Es soll motivieren, gemeinsam Dillenburgs Zukunft zu gestalten, aber auch Gästen Lust auf einen Besuch bei uns machen.

Hier geht es zum Film

Hier geht es zum Lied in voller Länge

Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 eingereicht

Logo zur Bewerbung Landesgartenschau 2027

Bürgermeister Michael Lotz und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel haben die Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fristgerecht und persönlich überreicht. In den zehn Monaten nach Abgabe der Willenserklärung, eine Bewerbung für die Großveranstaltung zu planen, haben Verwaltung, Politik, das Fachbüro – vor allem aber die Dillenburger*innen mit Hochdruck an einem nachhaltigen Konzept gearbeitet. Nachdem sich im Juni bei der Oranienstadt eigens eine Landesgartenschau-Kommission gründete und im gleichen Monat das Fachbüro Planstatt Senner aus Überlingen mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie beauftragt wurde, folgte im 2. Halbjahr eine umfangreiche Bürgerbeteiligung. Diese lief größtenteils parallel zur Erstellung des städtebaulichen integrierten Entwicklungskonzepts (ISEK) – eine wichtige Grundlage für das umfangreiche Städtebauprogramm „Lebendige Zentren“. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie folgten zahlreiche Dillenburger*innen der Einladung zu den Präsenzveranstaltungen wie dem Info-Abend und dem Stadtspaziergang, der Vereinskonferenz und den Sprechstunden in den Ortsteilen. Ebenso gut angenommen wurde die Online-Beteiligung in Form von einem e-Pin-Verfahren, einer Umfrage und einer Fotoaktion. Viele gute Ideen brachte außerdem die Gewerbliche Berufsschule Dillenburg in einer virtuellen Schülerwerkstatt ein und am Logo-Wettbewerb beteiligten sich über 40 Teilnehmer. Die zahlreichen Vorschläge und Anregungen der Dillenburger*innen zeigten, wie viele sich mit ihrer Heimatstadt identifizieren und wie wichtig es ihnen ist, an der Zukunftsgestaltung mitzuarbeiten. Ihre Ideen flossen zu einem großen Teil in die Bewerbung um die Landesgartenschau ein. Mit einer deutlichen Mehrheit von 30:3 Ja-Stimmen hatte die Stadtverordnetenversammlung in ihrer November-Sitzung der Abgabe der Bewerbung zugestimmt. Bürgermeister Michael Lotz und Stadtverordnetenvorsteher reisten am Freitag nach Wiesbaden, um die Bewerbungsunterlagen im Ministerium vorzulegen. Nun heißt es abwarten. Voraussichtlich im ersten Quartal 2021 reist die fünfköpfige Landesgartenschau-Kommission durch Hessen, um die vier Bewerberstädte Dillenburg, Frankenberg (Eder), Schwalmstadt und den elf Kommunen umfassenden Verbund „Oberhessen“ persönlich in Augenschein zu nehmen. Eine Entscheidung über die Vergabe soll noch vor Ostern 2021 fallen. Im Rathaus verspricht man sich von der Veranstaltung vor allem nachhaltige und wertvolle Impulse für Tourismus und Stadtplanung sowie eine Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität sowie der Verkehrsverbindungen. Potentiale der Stadt können durch die Landesgartenschau weiter ausgebaut werden. Investitionsmaßnahmen, die ohnehin erforderlich sind, werden schneller und kostengünstiger umsetzbar sein. Die Landesgartenschau eröffnet die Optionen der Umgestaltung zentraler Plätze und Grünanlagen, der Neuwahrnehmung der Dill als Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanzen mit ihrer Bedeutung für das Mikroklima in der Stadt, einer Anpassung der urbanen Strukturen an neue klimatische Verhältnisse und die Revitalisierung brachliegender Gebäude und Objekte wie zum Beispiel auch im Bahnhofsumfeld. Wer die Schau ausrichtet, kann mit Fördermitteln bis zu 3,5 Millionen Euro rechnen und damit in die Zukunft investieren.

Hintergrund Landesgartenschauen

Als „Turbo für die Regionalentwicklungen“ werden die Landesgartenschauen bezeichnet. Und in der Tat werden die Städte, die die Schau ausrichten, in die Lage versetzt, dank der Förderprogramme die Lebensqualität in der Kommune und der umliegenden Region in einer kurzen Zeitspanne aufzuwerten. Bei der Veranstaltung handelt es sich schon längst nicht mehr um eine reine Blumenschau, wie man sie aus zurückliegenden Jahren kennt. Nein, es hat ein Wandel stattgefunden: Kunstausstellungen, Lesungen, Vorträge, Workshops, sportliche Events, Führungen und eine abwechslungsreiche Gastronomie runden das Geschehen um die angelegten Garten- und integrierten Naturlandschaften ab und machen sie attraktiv für Jung und Alt. Hinzu kommen Skulpturenparks, Spielgeräte, Pavillons und Ruheinseln. Ein weiterer wichtiger Baustein: das grüne Klassenzimmer – Kinder lernen fächerübergreifend und ganzheitlich viele Dinge im Garten und in der Natur. Dillenburg setzt in der Bewerbung auf eine lebendige Kultur- und Naturlandschaft im gesamten Stadtgebiet, in die bei der Gestaltung auch die Dill und andere Gewässer einbezogen werden. Ziel ist, mit dem abwechslungsreichen Angebot alle Generationen gleichermaßen anzusprechen. Zur Umsetzung dieses wichtigen Projektes ist eine Kommission ins Leben gerufen worden, der neben den Mitgliedern der politischen Gremien auch sachkundige Bürgerinnen und Bürger angehören. Landesgartenschauen werden alle zwei Jahre im Wechsel in Hessen und Thüringen veranstaltet. Sie haben zum Ziel, dauerhafte und vorbildliche Grünzonen zu schaffen, die die Lebensbedingungen für Menschen sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt verbessern. Die Dauer einer Landesgartenschau beträgt zwischen 12 und 26 Wochen. Neben den wechselnden Bepflanzungen gibt es in der Regel zahlreiche Ausstellungen sowie größere und kleinere Veranstaltungen auf dem Gartenschaugelände. Die letzte Landesgartenschau in Hessen fand 2018 in Bad Schwalbach statt, die nächste findet 2023 in Fulda statt.

Foto: Bürgermeister Michael Lotz (links) und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel überbringen dem Hessischen Umweltministerium die Bewerbungsunterlagen für die Durchführung der Landesgartenschau 2027

Großer Zuspruch bei Online-Beteiligung

Logo zur Bewerbung zur Landesgartenschau 2027

Die Online-Beteiligung für die Themen rund um die geplante Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 sowie zum Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ ist gut angenommen worden. Bis zum 4. Oktober konnten Interessierte an einer Online-Umfrage und einem e-Pin-Verfahren teilnehmen. Die Vorschläge und Fragebögen wurden jetzt ausgewertet und fließen zu einem großen Teil in die geplante Landesgartenschau-Bewerbung und in das Entwicklungskonzept für die Innenstadt ein.

Hier geht es zur Auswertung

Dillenburg sagt „JA!“ zur Bewerbung um die Landesgartenschau 2027

Siegerehrung Logo-Wettbewerb

Mit jeweils 10 Ja- und einer Nein-Stimme haben die drei Fachausschüsse der Dillenburger Stadtverordnetenversammlung am 03.11.2020 ein eindeutig befürwortendes Votum für die Abgabe einer Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 formuliert. Unser Parlament wird darüber am 12.11.2020 abschließend abstimmen, damit die Bewerbung rechtzeitig bis zum 15.12.2020 beim Land Hessen eingereicht werden kann.

Vorangegangen war in der Sitzung eine ausführliche Vorstellung der für die Gartenschau erstellten Machbarkeitsstudie durch das Büro Planstatt Senner aus Überlingen am Bodensee. Johann Senner berichtete über Defizite und Potentiale unserer Stadt ebenso, wie über unsere Aushängeschilder und Schmuckstücke. Konkrete Ideen zur Verbesserung des Klimas in unserer engen Tallage, Vorschläge zu Investitionsmaßnahmen bei Gebäuden wie der Stadthalle, dem Lokschuppen, der ehemaligen Jugendherberge auf dem Schlossberg, einer besseren Erlebbarkeit der Dill, der Aufwertung des Bahnhofsplatzes und Überlegungen zur Schaffung zusätzlicher, dauerhafter Angebote im Stadtgebiet stellte der Landschaftsarchitekt ausführlich vor. Eingeflossen sind dabei auch in einem hohen Anteil die Ideen und Vorschläge aus den zahlreichen Bürgerbeteiligungsprojekten wie dem Stadtspaziergang, Infoabend oder aus der Online-Beteiligung. Klar ist aber auch, dass Kosten entstehen. Sowohl in den sechs Jahren vor einer möglichen Landesgartenschau, aber auch im Durchführungsjahr. Investive Maßnahmen erhalten hohe Zuschüsse vom Land Hessen, erfordern aber auch Eigenmittel. Als Turbo der Stadt- und Regionalentwicklung bietet die Landesgartenschau die Chance, in relativ kurzer Zeit ohnehin geplante Projekte umzusetzen oder neue anzustoßen, für die sonst ein längerer Zeitraum benötigt würde und damit die Stadtentwicklung wesentlich nach vorne zu bringen. Zustimmung gab es aus allen Fraktionen mit Ausnahme der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen. Die Mitglieder der Fraktion befürchten nach Abschluss der Veranstaltung rote Zahlen im städtischen Haushalt, die für zusätzliche Belastungen des Bürgers sorgen könnten. Johann Senner brachte es auf den Punkt „In Dillenburg ist das Glas halb voll. Wenn Sie ein volles Glas wollen, müssen Sie den ersten Schritt tun und der kostet Geld.“ Die Präsentation der Fachausschüsse haben wir mit Unterstützung der Freien Evangelischen Gemeinde Dillenburg im Livestream unseres YouTube-Kanals übertragen.

Siegerehrung Logo-Wettbewerb

Außerdem fand in der Sitzung die Siegerehrung zum Logowettbewerb statt. In der Zeit vom 1. bis 20. September haben wir im Rahmen eines Wettbewerbs ein passendes Logo für die geplante Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 gesucht. Durch die Unterstützung der Sparkasse Dillenburg konnten wir für die Siegerin Sabine Flöter einen attraktiven ersten Preis (Apple-IPad und ein Paar AirPods Pro) zur Verfügung stellen. Anwesend bei der Siegerehrung war deswegen auch Michael Lehr, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dillenburg. Der Magistrat bewertete alle 44 eingegangenen Logo-Entwürfe, die unter www.dillenburg-direkt.de zusammengestellt sind. Die Zweit- und Drittplatzierten (Arthur Schmidt, Öhringen und Stefan Röger, Herborn) erhielten als Preis eine Dillenburg-Kolter (Decke mit Dillenburger Motiven).

Fotoaktion zur Bewerbung um die Landesgartenschau 2027

Logo zur Bewerbung Landesgartenschau 2027

JA! Zu meiner Heimatstadt Dillenburg!

JA! Zur Verbesserung meiner Wohn- und Lebensqualität!

JA! Zum Klimaschutz vor Ort!

JA! Zur Landesgartenschau 2027!

Unsere Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 muss bis zum 15.12.2020 beim Land Hessen abgegeben sein. Wer macht mit und schickt uns SEIN Foto, das wir für die Bewerbung und für die Öffentlichkeitsarbeit verwenden dürfen? Wer identifiziert sich mit seiner Heimatstadt und freut sich über den positiven Impuls für die Stadtentwicklung? Wir freuen uns über Ihre Fotos, die Ihr in den nächsten Tagen gerne an direkt@dillenburg.de schicken könnt! Damit zeigen wir dem Land und unseren Mitbewerbern, wie sehr wir hinter Dillenburg stehen!

Unsere Hashtag-Schilder zum Download finden Sie hier:

Alle Hashtags

#wirsinddillenburg

#lagadbg

#oranienstadthelden

www.dillenburg-direkt.de

Projektwerkstatt zur Stadtentwicklung fällt aus

projektwerkstatt_foto-gerd-altmann-by-pixabay

Die für Montag, 26. Oktober in der Freien evangelischen Gemeinde geplante Projektwerkstatt für SchülerInnen und BürgerInnen fällt aus. Hier sollte das von der Oranienstadt beauftragte Fachbüro DSK das Städtebauprogramm noch einmal vorstellen und über die bereits stattgefundenen Bürgerbeteiligungstermine und eingebrachten Vorschläge informieren. Außerdem sollten die TeilnehmerInnen ins Detail einsteigen, indem sie die für sie besonders interessanten Handlungsfelder auswählen. Angesichts steigender Corona-Zahlen wird die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Verwaltung berät derzeit über eine Online-Alternative zur Projektwerkstatt und wird dazu gegebenenfalls noch einmal informieren.

Großer Zuspruch bei Online-Beteiligung

Die Teilnehmer der Onlinebeteiligung konnten virtuelle Pinnadeln an Stellen in Dillenburg setzen

Die Online-Beteiligung für die Themen rund um die geplante Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 sowie zum Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ ist gut angenommen worden. Die Oranienstadt Dillenburg hatte ihre Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, bis zum 4. Oktober an einer Online-Umfrage teilzunehmen und beim sogenannten ePin-Verfahren mitzumachen. Die Vorschläge und Fragebögen werden jetzt ausgewertet und fließen in die geplante Landesgartenschau-Bewerbung und in das Entwicklungskonzept für die Innenstadt ein.

Stärken und Schwächen bewerten

Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, bequem von zu Hause aus über Tablet, PC und Smartphone Stärken und Schwächen der eigenen Heimatstadt zu bewerten und dabei Verbesserungs- und Lösungsvorschläge einzureichen. Die Online-Beteiligung war eine wichtige Ergänzung der bereits im August stattgefundenen Präsenzveranstaltungen des Infoabends und des Stadtspaziergangs, mit der weitere Zielgruppen erreicht werden konnten. In den drei Wochen, in denen die Plattform unter www.dillenburg-direkt.de zur Verfügung stand, wurden insgesamt 151 ePins gesetzt und 159 Fragebögen ausgefüllt.

Überdurchschnittlich viele ePins

Im Vergleich zu anderen Städten mit ähnlicher Größenordnung, für die ein ISEK (= integriertes städtebauliche Entwicklungskonzept) erstellt wurde, ist der Rücklauf der Fragebögen leicht unterdurchschnittlich. Ein Grund dafür könnte sein, dass der 14 Fragen umfassende Bogen zu den Themen Stadtbild und –charakter, Funktionsvielfalt und Versorgung, Mobilität und Grün-/Gewässerflächen möglicherweise für einige Nutzer zu umfangreich ausfiel. Bei der Verortung der ePins haben sich dagegen überdurchschnittlich viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Hier konnten Interessierte eine Stecknadel an einen Punkt in Dillenburgs Gemarkung setzen und damit ganz konkret eine Stärke oder Schwäche für diesen Bereich benennen. Alternativ ließen sich auf diesem Weg Verbesserungs- und Lösungsvorschläge beschreiben.

Resonanz ist groß

Die Oranienstadt Dillenburg freut sich sehr über die große Resonanz und bedankt sich für viele gute Ideen ihrer Bürgerinnen und Bürger, die regelmäßig im Dillenburger Wochenblatt veröffentlicht werden. Die Auswertung der Online-Beteiligung fließt nun in das ISEK und in die geplante Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 ein. Über beide Konzepte muss die Stadtverordnetenversammlung abschließend beschließen. Die Bürgerinnen und Bürger können beide Projekte weiterhin unterstützen: Alle Ideen auf der virtuellen Karte bleiben erhalten, können ergänzt und kommentiert und fließen zu einem späteren Zeitpunkt in die Handlungsempfehlungen für die Stadtpolitik ein. Außerdem lädt die Oranienstadt schon jetzt zu einer Projektwerkstatt am 26.10.2020 ein, in der auf Grundlage der vorgebrachten Vorschläge detaillierter in die einzelnen Themenfelder eingestiegen wird. Alle Infos unter www.dillenburg-direkt.de .

Zum Hintergrund

Im Dillenburger Rathaus verspricht man sich von der Durchführung einer Landesgartenschau vor allem nachhaltige und wertvolle Impulse für Tourismus und Stadtplanung sowie eine Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität sowie der Verkehrsverbindungen. Wer die Schau ausrichtet, kann mit Fördermitteln bis zu 3,5 Millionen Euro rechnen und damit in die Zukunft investieren. Deswegen werden die Landesgartenschauen auch als„Turbo für die Regionalentwicklungen“ bezeichnet. Städte, die die Schau ausrichten, können dank der Förderprogramme des Landes die Lebensqualität in der Kommune und der umliegenden Region in einer relativ kurzen Zeitspanne aufwerten.

Keine reine Blumenschau

Bei der Veranstaltung handelt es sich schon längst nicht mehr um eine reine Blumenschau, wie man sie aus zurückliegenden Jahren kennt. Nein, es hat ein Wandel stattgefunden: Kunstausstellungen, Lesungen, Vorträge, Workshops, sportliche Events, Führungen und eine abwechslungsreiche Gastronomie runden das Geschehen um die angelegten Garten- und integrierten Naturlandschaften ab und machen sie attraktiv für Jung und Alt. Hinzu kommen Skulpturenparks, Spielgeräte, Pavillons und Ruheinseln. Nur mit einem möglichst hohen Rückhalt in der Bevölkerung kann die offizielle Bewerbung, die bis zum 15.12.2020 beim Land Hessen eingereicht werden muss, und der Besuch der Auswahlkommission in 2021 erfolgreich gestaltet sein. Landesgartenschauen werden alle zwei Jahre im Wechsel in Hessen und Thüringen veranstaltet.

Dauerhafte Grünzonen schaffen

Sie haben zum Ziel, dauerhafte und vorbildliche Grünzonen zu schaffen, die die Lebensbedingungen für Menschen sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt verbessern. Die Dauer einer Landesgartenschau beträgt zwischen 12 und 26 Wochen. Neben den wechselnden Bepflanzungen gibt es in der Regel zahlreiche Ausstellungen sowie größere und kleinere Veranstaltungen auf dem Gartenschaugelände. Die letzte Landesgartenschau in Hessen fand 2018 in Bad Schwalbach statt, die nächste findet 2023 in Fulda statt. Bis Januar 2020 mussten die Absichtserklärungen eingereicht werden.

So viele Bewerber wie nie zuvor

Dem Aufruf sind fünf Kommunen gefolgt, so viele wie nie zuvor. Neben der Oranienstadt Dillenburg gehen mit ins Rennen: die Region Oberhessen mit elf beteiligten Kommunen sowie Frankenberg und Schwalmstadt. Auch Bad Homburg hatte eine Absichtserklärung abgegeben, denkt aber jetzt über eine Aufhebung nach. In das Hessische Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ wurde die Oranienstadt Dillenburg in 2019 aufgenommen. Es ermöglicht eine umfangreiche Aufwertung des Stadtzentrums. Förderfähig sind hier zum Beispiel die Verbesserung des Wohnraum-Angebotes und der öffentlichen Flächen sowie die Sanierung oder der Neubau von Gemeinschaftseinrichtungen und stadtbildprägenden Gebäuden.

Klimaschutz, Barrierefreihei, Modernisierung

Auch Klimaschutz, Barrierefreiheit, Umbau und Modernisierung privater Immobilien sowie Verbesserung der Angebots- und Funktionsvielfalt sind Bestandteile des Programms. Grundlage ist das sogenannte „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (kurz: ISEK)“ – ein Katalog an Maßnahmen und Projektvorschlägen. Projekte in der Dillenburger Innenstadt können danach innerhalb des Förderzeitraums bis aktuell Ende 2029 umgesetzt werden. Das nachhaltige Konzept muss bis Februar 2021 beim Land Hessen eingereicht werden. Weil es zwischen beiden Projekten sowohl örtliche als auch inhaltliche Überschneidungen gibt und die zeitliche Schiene für die Öffentlichkeitsbeteiligung begrenzt ist, laufen Kommunikation und intensive Bürgerbeteiligung parallel und zusammen. Das macht Sinn, denn dem Bürger dürfte es zu Recht egal sein, aus welchem Topf die Umsetzung seiner guten Idee letztlich gezahlt wird.

Dillenburger Vereine tauschen sich bei Konferenz aus

Collage der Dillenburger Vereine Foto: Martina Klein

Die Bürgerbeteiligung rund um die Bewerbung zur Landesgartenschau 2027 geht weiter. Nach der Infoveranstaltung und dem Stadtspaziergang im August freut wir uns natürlich auch über alle Vereine, die sich aktiv einbringen möchten und laden zu einem aktiven Austausch für Mittwoch, 9. September ab 18 Uhr ins Donsbacher Dorfgemeinschaftshaus ein.

Für die Oranienstadt sind die Vereine die „Seele des Projekts Landesgartenschau“. Weit über 200 Gruppierungen sind in Dillenburg beheimatet und damit mehrere tausend, meist ehrenamtlich Engagierte, die unmittelbar an der Gestaltung der Ausstellungstage in sieben Jahren mitwirken können. In der Vereinskonferenz soll über die Landesgartenschau informiert werden, vor allem aber über Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesprochen und Ideen gesammelt werden. Diese können von begleitenden Aktionen in den Stadtteilen, der Gestaltung von Bühnenprogrammen, Übernahme von Bewirtungen zur Aufbesserung der Vereinskasse oder Präsentationen zu verschiedenen Anlässen während der Gartenschau gehen. „Gemeinsam mit den Vereinen sind schon so viele tolle Dinge in der Vergangenheit entstanden“, so Dillenburgs Stadtoberhaupt Michael Lotz: „Diesen Tatendrang wollen wir auch für eine Landesgartenschau wecken. Die Veranstaltung wäre eine große Chance, die enorme Vielfalt der Dillenburger Vereine zu präsentieren“.

Alle Vereine der Oranienstadt wurden von der Verwaltung bereits schriftlich eingeladen. Anmeldungen sind noch möglich unter www.dillenburg-direkt.de. Für Rückfragen steht Tilo Kramer vom Ressort für Kultur, Sport und Tourismus unter der Telefonnummer 02771/896-156, Mail t.kramer@dillenburg.de zur Verfügung.