Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 eingereicht

Logo zur Bewerbung Landesgartenschau 2027

Bürgermeister Michael Lotz und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel haben die Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fristgerecht und persönlich überreicht. In den zehn Monaten nach Abgabe der Willenserklärung, eine Bewerbung für die Großveranstaltung zu planen, haben Verwaltung, Politik, das Fachbüro – vor allem aber die Dillenburger*innen mit Hochdruck an einem nachhaltigen Konzept gearbeitet. Nachdem sich im Juni bei der Oranienstadt eigens eine Landesgartenschau-Kommission gründete und im gleichen Monat das Fachbüro Planstatt Senner aus Überlingen mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie beauftragt wurde, folgte im 2. Halbjahr eine umfangreiche Bürgerbeteiligung. Diese lief größtenteils parallel zur Erstellung des städtebaulichen integrierten Entwicklungskonzepts (ISEK) – eine wichtige Grundlage für das umfangreiche Städtebauprogramm „Lebendige Zentren“. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie folgten zahlreiche Dillenburger*innen der Einladung zu den Präsenzveranstaltungen wie dem Info-Abend und dem Stadtspaziergang, der Vereinskonferenz und den Sprechstunden in den Ortsteilen. Ebenso gut angenommen wurde die Online-Beteiligung in Form von einem e-Pin-Verfahren, einer Umfrage und einer Fotoaktion. Viele gute Ideen brachte außerdem die Gewerbliche Berufsschule Dillenburg in einer virtuellen Schülerwerkstatt ein und am Logo-Wettbewerb beteiligten sich über 40 Teilnehmer. Die zahlreichen Vorschläge und Anregungen der Dillenburger*innen zeigten, wie viele sich mit ihrer Heimatstadt identifizieren und wie wichtig es ihnen ist, an der Zukunftsgestaltung mitzuarbeiten. Ihre Ideen flossen zu einem großen Teil in die Bewerbung um die Landesgartenschau ein. Mit einer deutlichen Mehrheit von 30:3 Ja-Stimmen hatte die Stadtverordnetenversammlung in ihrer November-Sitzung der Abgabe der Bewerbung zugestimmt. Bürgermeister Michael Lotz und Stadtverordnetenvorsteher reisten am Freitag nach Wiesbaden, um die Bewerbungsunterlagen im Ministerium vorzulegen. Nun heißt es abwarten. Voraussichtlich im ersten Quartal 2021 reist die fünfköpfige Landesgartenschau-Kommission durch Hessen, um die vier Bewerberstädte Dillenburg, Frankenberg (Eder), Schwalmstadt und den elf Kommunen umfassenden Verbund „Oberhessen“ persönlich in Augenschein zu nehmen. Eine Entscheidung über die Vergabe soll noch vor Ostern 2021 fallen. Im Rathaus verspricht man sich von der Veranstaltung vor allem nachhaltige und wertvolle Impulse für Tourismus und Stadtplanung sowie eine Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität sowie der Verkehrsverbindungen. Potentiale der Stadt können durch die Landesgartenschau weiter ausgebaut werden. Investitionsmaßnahmen, die ohnehin erforderlich sind, werden schneller und kostengünstiger umsetzbar sein. Die Landesgartenschau eröffnet die Optionen der Umgestaltung zentraler Plätze und Grünanlagen, der Neuwahrnehmung der Dill als Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanzen mit ihrer Bedeutung für das Mikroklima in der Stadt, einer Anpassung der urbanen Strukturen an neue klimatische Verhältnisse und die Revitalisierung brachliegender Gebäude und Objekte wie zum Beispiel auch im Bahnhofsumfeld. Wer die Schau ausrichtet, kann mit Fördermitteln bis zu 3,5 Millionen Euro rechnen und damit in die Zukunft investieren.

Hintergrund Landesgartenschauen

Als „Turbo für die Regionalentwicklungen“ werden die Landesgartenschauen bezeichnet. Und in der Tat werden die Städte, die die Schau ausrichten, in die Lage versetzt, dank der Förderprogramme die Lebensqualität in der Kommune und der umliegenden Region in einer kurzen Zeitspanne aufzuwerten. Bei der Veranstaltung handelt es sich schon längst nicht mehr um eine reine Blumenschau, wie man sie aus zurückliegenden Jahren kennt. Nein, es hat ein Wandel stattgefunden: Kunstausstellungen, Lesungen, Vorträge, Workshops, sportliche Events, Führungen und eine abwechslungsreiche Gastronomie runden das Geschehen um die angelegten Garten- und integrierten Naturlandschaften ab und machen sie attraktiv für Jung und Alt. Hinzu kommen Skulpturenparks, Spielgeräte, Pavillons und Ruheinseln. Ein weiterer wichtiger Baustein: das grüne Klassenzimmer – Kinder lernen fächerübergreifend und ganzheitlich viele Dinge im Garten und in der Natur. Dillenburg setzt in der Bewerbung auf eine lebendige Kultur- und Naturlandschaft im gesamten Stadtgebiet, in die bei der Gestaltung auch die Dill und andere Gewässer einbezogen werden. Ziel ist, mit dem abwechslungsreichen Angebot alle Generationen gleichermaßen anzusprechen. Zur Umsetzung dieses wichtigen Projektes ist eine Kommission ins Leben gerufen worden, der neben den Mitgliedern der politischen Gremien auch sachkundige Bürgerinnen und Bürger angehören. Landesgartenschauen werden alle zwei Jahre im Wechsel in Hessen und Thüringen veranstaltet. Sie haben zum Ziel, dauerhafte und vorbildliche Grünzonen zu schaffen, die die Lebensbedingungen für Menschen sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt verbessern. Die Dauer einer Landesgartenschau beträgt zwischen 12 und 26 Wochen. Neben den wechselnden Bepflanzungen gibt es in der Regel zahlreiche Ausstellungen sowie größere und kleinere Veranstaltungen auf dem Gartenschaugelände. Die letzte Landesgartenschau in Hessen fand 2018 in Bad Schwalbach statt, die nächste findet 2023 in Fulda statt.

Foto: Bürgermeister Michael Lotz (links) und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel überbringen dem Hessischen Umweltministerium die Bewerbungsunterlagen für die Durchführung der Landesgartenschau 2027

Großer Zuspruch bei Online-Beteiligung

Die Teilnehmer der Onlinebeteiligung konnten virtuelle Pinnadeln an Stellen in Dillenburg setzen

Die Online-Beteiligung für die Themen rund um die geplante Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 sowie zum Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ ist gut angenommen worden. Die Oranienstadt Dillenburg hatte ihre Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, bis zum 4. Oktober an einer Online-Umfrage teilzunehmen und beim sogenannten ePin-Verfahren mitzumachen. Die Vorschläge und Fragebögen werden jetzt ausgewertet und fließen in die geplante Landesgartenschau-Bewerbung und in das Entwicklungskonzept für die Innenstadt ein.

Stärken und Schwächen bewerten

Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, bequem von zu Hause aus über Tablet, PC und Smartphone Stärken und Schwächen der eigenen Heimatstadt zu bewerten und dabei Verbesserungs- und Lösungsvorschläge einzureichen. Die Online-Beteiligung war eine wichtige Ergänzung der bereits im August stattgefundenen Präsenzveranstaltungen des Infoabends und des Stadtspaziergangs, mit der weitere Zielgruppen erreicht werden konnten. In den drei Wochen, in denen die Plattform unter www.dillenburg-direkt.de zur Verfügung stand, wurden insgesamt 151 ePins gesetzt und 159 Fragebögen ausgefüllt.

Überdurchschnittlich viele ePins

Im Vergleich zu anderen Städten mit ähnlicher Größenordnung, für die ein ISEK (= integriertes städtebauliche Entwicklungskonzept) erstellt wurde, ist der Rücklauf der Fragebögen leicht unterdurchschnittlich. Ein Grund dafür könnte sein, dass der 14 Fragen umfassende Bogen zu den Themen Stadtbild und –charakter, Funktionsvielfalt und Versorgung, Mobilität und Grün-/Gewässerflächen möglicherweise für einige Nutzer zu umfangreich ausfiel. Bei der Verortung der ePins haben sich dagegen überdurchschnittlich viele Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Hier konnten Interessierte eine Stecknadel an einen Punkt in Dillenburgs Gemarkung setzen und damit ganz konkret eine Stärke oder Schwäche für diesen Bereich benennen. Alternativ ließen sich auf diesem Weg Verbesserungs- und Lösungsvorschläge beschreiben.

Resonanz ist groß

Die Oranienstadt Dillenburg freut sich sehr über die große Resonanz und bedankt sich für viele gute Ideen ihrer Bürgerinnen und Bürger, die regelmäßig im Dillenburger Wochenblatt veröffentlicht werden. Die Auswertung der Online-Beteiligung fließt nun in das ISEK und in die geplante Bewerbung um die Landesgartenschau 2027 ein. Über beide Konzepte muss die Stadtverordnetenversammlung abschließend beschließen. Die Bürgerinnen und Bürger können beide Projekte weiterhin unterstützen: Alle Ideen auf der virtuellen Karte bleiben erhalten, können ergänzt und kommentiert und fließen zu einem späteren Zeitpunkt in die Handlungsempfehlungen für die Stadtpolitik ein. Außerdem lädt die Oranienstadt schon jetzt zu einer Projektwerkstatt am 26.10.2020 ein, in der auf Grundlage der vorgebrachten Vorschläge detaillierter in die einzelnen Themenfelder eingestiegen wird. Alle Infos unter www.dillenburg-direkt.de .

Zum Hintergrund

Im Dillenburger Rathaus verspricht man sich von der Durchführung einer Landesgartenschau vor allem nachhaltige und wertvolle Impulse für Tourismus und Stadtplanung sowie eine Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität sowie der Verkehrsverbindungen. Wer die Schau ausrichtet, kann mit Fördermitteln bis zu 3,5 Millionen Euro rechnen und damit in die Zukunft investieren. Deswegen werden die Landesgartenschauen auch als„Turbo für die Regionalentwicklungen“ bezeichnet. Städte, die die Schau ausrichten, können dank der Förderprogramme des Landes die Lebensqualität in der Kommune und der umliegenden Region in einer relativ kurzen Zeitspanne aufwerten.

Keine reine Blumenschau

Bei der Veranstaltung handelt es sich schon längst nicht mehr um eine reine Blumenschau, wie man sie aus zurückliegenden Jahren kennt. Nein, es hat ein Wandel stattgefunden: Kunstausstellungen, Lesungen, Vorträge, Workshops, sportliche Events, Führungen und eine abwechslungsreiche Gastronomie runden das Geschehen um die angelegten Garten- und integrierten Naturlandschaften ab und machen sie attraktiv für Jung und Alt. Hinzu kommen Skulpturenparks, Spielgeräte, Pavillons und Ruheinseln. Nur mit einem möglichst hohen Rückhalt in der Bevölkerung kann die offizielle Bewerbung, die bis zum 15.12.2020 beim Land Hessen eingereicht werden muss, und der Besuch der Auswahlkommission in 2021 erfolgreich gestaltet sein. Landesgartenschauen werden alle zwei Jahre im Wechsel in Hessen und Thüringen veranstaltet.

Dauerhafte Grünzonen schaffen

Sie haben zum Ziel, dauerhafte und vorbildliche Grünzonen zu schaffen, die die Lebensbedingungen für Menschen sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt verbessern. Die Dauer einer Landesgartenschau beträgt zwischen 12 und 26 Wochen. Neben den wechselnden Bepflanzungen gibt es in der Regel zahlreiche Ausstellungen sowie größere und kleinere Veranstaltungen auf dem Gartenschaugelände. Die letzte Landesgartenschau in Hessen fand 2018 in Bad Schwalbach statt, die nächste findet 2023 in Fulda statt. Bis Januar 2020 mussten die Absichtserklärungen eingereicht werden.

So viele Bewerber wie nie zuvor

Dem Aufruf sind fünf Kommunen gefolgt, so viele wie nie zuvor. Neben der Oranienstadt Dillenburg gehen mit ins Rennen: die Region Oberhessen mit elf beteiligten Kommunen sowie Frankenberg und Schwalmstadt. Auch Bad Homburg hatte eine Absichtserklärung abgegeben, denkt aber jetzt über eine Aufhebung nach. In das Hessische Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ wurde die Oranienstadt Dillenburg in 2019 aufgenommen. Es ermöglicht eine umfangreiche Aufwertung des Stadtzentrums. Förderfähig sind hier zum Beispiel die Verbesserung des Wohnraum-Angebotes und der öffentlichen Flächen sowie die Sanierung oder der Neubau von Gemeinschaftseinrichtungen und stadtbildprägenden Gebäuden.

Klimaschutz, Barrierefreihei, Modernisierung

Auch Klimaschutz, Barrierefreiheit, Umbau und Modernisierung privater Immobilien sowie Verbesserung der Angebots- und Funktionsvielfalt sind Bestandteile des Programms. Grundlage ist das sogenannte „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (kurz: ISEK)“ – ein Katalog an Maßnahmen und Projektvorschlägen. Projekte in der Dillenburger Innenstadt können danach innerhalb des Förderzeitraums bis aktuell Ende 2029 umgesetzt werden. Das nachhaltige Konzept muss bis Februar 2021 beim Land Hessen eingereicht werden. Weil es zwischen beiden Projekten sowohl örtliche als auch inhaltliche Überschneidungen gibt und die zeitliche Schiene für die Öffentlichkeitsbeteiligung begrenzt ist, laufen Kommunikation und intensive Bürgerbeteiligung parallel und zusammen. Das macht Sinn, denn dem Bürger dürfte es zu Recht egal sein, aus welchem Topf die Umsetzung seiner guten Idee letztlich gezahlt wird.