Unübersehbar sind die klassisch roten englischen Telefonzellen, die heutzutage immer weniger zu finden sind. Mit dem Erfolg der Mobiltelefone haben die Telefonzellen weitgehend ausgedient. Entgegen ihrer ursprünglichen Bestimmung finden sie zunehmend Verwendung als Bücherregal oder Infostände. Am Wilhelmsplatz in der Dillenburger Innenstadt findet nun eine dieser kulturellen Ikonen, direkt neben einem roten englischen Postbriefkasten eine neue Bestimmung, um fürderhin als offener Bücherschrank für das Dillenburger Lesepublikum zu dienen.
Die Einweihung des Bücherschranks erfolgte mit Vertretern des Magistrates, der Stadtverwaltung, der LoPa und der DSK Stadtentwicklung
Gefördert durch den Verfügungsfonds Dillenburg im Rahmen des Förderprogramms
„Lebendige Zentren“ und begleitet durch die DSK Stadtentwicklung, wurde der Bücherschrank von Bürgermeister Michael Lotz offiziell seiner Bestimmung übergeben, frei nach dem Motto: „Nimm ein Buch. Bring ein Buch. Lies ein Buch.“
Die zur Kulturzelle umfunktionierte Telefonzelle, die durch die „Lokale Partnerschaft“ (LoPa), bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kultur und anderen ortsansässigen Institutionen entwickelt und begleitet wurde, will allen Menschen ein Literaturangebot frei zugänglich machen, die Bürgerinnen und Bürger miteinander ins Gespräch bringen und so einen Beitrag zur Attraktivierung der Innenstadt leisten.
Der Standort des offenen Bücherschranks, in Sichtweite der Stadtbücherei, ist bewusst gewählt worden, um so möglichst vielen Passanten ins Auge zu fallen. Gepflegt wird der Bücherschrank, der mit einem maßgefertigten Regal ausgestattet ist, künftig durch Mitglieder der LoPa und im Rahmen eines Projekts der Diakonie Hessen-Nassau.
Ausleihen, schmökern, mit nach Hause nehmen
Sich ein Buch ausleihen, darin schmökern oder es einfach mit nach Hause nehmen, das ist das Prinzip des offenen Bücherschranks, in den man ebenso eigene Bücher hineinstellen kann, um stets für ausreichende Lesestoff zu sorgen.
Vereine, Einzelpersonen oder Unternehmen, die die Dillenburger Innenstadt mit einer eigenen Projektidee attraktiver und lebendiger machen möchten, haben die Möglichkeit dies mit Hilfe des Verfügungsfonds zu tun.
Mehrgenerationenprojekt
in der Dorfmitte Nanzenbachs
Nach einem Jahr Bauzeit hat die Oranienstadt Dillenburg heute bei bestem Sonnenschein gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft und vielen weiteren Gästen den neu gestalteten Bolzplatz „Pulverich“ und den angegliederten Spielplatz in der Ortsmitte feierlich eingeweiht. Die achtjährige Dorferneuerungphase in Nanzenbach ist damit offiziell abgeschlossen.
Moderner Bolz- und Spielplatz
Foto: Rolf Schönberger
Der bisherige Bolz- und Spielplatz für 6 bis 12 jährige Kinder entstand in den 70er Jahren und liegt in direkter Nachbarschaft zur Mehrgenerationenstätte, der Feuerwehr und der Turnhalle in der Ortsmitte. Der gesamte Bereich wird von allen Altersgruppen genutzt und fördert die Kommunikation in der dörflichen Gemeinschaft. Nachdem schon die Umbauten des Gebäudekomplexes vor einigen Monaten fertiggestellt waren, ergänzt nun der neu gestaltete „Pulverich“ das Mehrgenerationenprojekt mit einem multifunktionalen Sport- und Freizeitgelände. Rotasche- und Sandbeläge des Bolz- und Spielplatzes wurden umfassend abgetragen, die veralteten Schutzzäune sind verschwunden. Der geringfügig verkleinerte Bolzplatz hat nun eine Fläche von 20 x 32 Metern. Außerdem präsentiert er sich mit einem modernen Kunststoffbelag und variabler Spielfeldunterteilung, so dass er sich für die Ausübung mehrerer Sportarten wie Fußball, Handball, Hockey, Basketball, Badminton, Volleyball usw. bestens eignet. Die bisherige Flutlichtanlage kommt auch weiterhin zum Einsatz. Schon in den letzten Wochen herrschte hier täglich reger Betrieb: Kinder und Jugendliche nehmen die Anlage mit Begeisterung an und kicken und klettern um die Wette.
Pädagogisch wertvolle Spielgeräte
Eltern und Kinder profitieren gleichermaßen vom neuen Abenteuerspielplatz, denn dieser hat ein grundlegend neues Gesicht erhalten. Nicht nur moderne Befestigungen und Bodenstrukturen wie Kies, Pflaster und Holzhackschnitzel spielen dabei eine Rolle. Für die U3-Jährigen und Ü3-Jährigen entstanden unterschiedliche Spielzonen mit pädagogisch wertvollen Spielgeräten aus einem Materialmix, der die Motorik, Sensorik und Phantasie fördert. Schützende Schattenbereiche dürfen nicht fehlen. Eltern und Begleitpersonen freuen sich über bequeme Ruhe- und Aufsichtsplätze. Auch von der Terrasse des Bistros im Mehrgenerationenhaus aus lassen sich die Kleinen bestens beaufsichtigen. Das Spielgerät für die Kleinkinder konnte wegen Lieferschwierigkeiten des Herstellers noch nicht installiert werden, wird aber zusammen mit dem ebenfalls aus Spendengeldern finanzierten Sonnensegel die Anlage spätestens im Frühjahr optimal abrunden.
Gut angelegtes Geld
Für die gesamte Umgestaltung des „Pulverichs“ investierte die Oranienstadt rund 525.000 Euro. „Gut angelegtes Geld für die Zukunft der Nanzenbacher“, so Bürgermeister Michael Lotz. Das Land Hessen fördert die Maßnahme mit einem Betrag von 210.000 Euro (70 % der Nettobaukosten). Vizelandrat Roland Esch, der in seiner Bürgermeisterzeit schon zwei Dorferneuerungen durchführte, gratulierte den Nanzenbachern zur neugestalteten Anlage: „Sie können stolz sein auf Ihre Ideen und Ihre Motivation. Nanzenbach gehört zu den letzten Orten im Lahn-Dill-Kreis, bei denen eine Dorferneuerung durchgeführt wurde, die es so als Förderprogramm nicht mehr geben wird“, berichtete Esch.
Foto: Oranienstadt Dillenburg
Ehrenamtliche packten an
Wie schon bei allen anderen Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung haben viele ehrenamtliche Helfer, auch vom Verein „Nanzenbach! Das Dorf“, beim Pulverich kräftig mit angepackt. Das Abräumen des Platzes, die Deinstallation der alten Spielgeräte und der Zäune und Hilfe bei der Bepflanzung sind nur wenige Beispiele, wie zahlreiche Nanzenbacher die Stadt durch ihre umfangreichen Eigenleistungen unterstützten und damit zu großen Einsparungen beitrugen. Das Dillenburger Stadtoberhaupt zeigte sich sichtlich stolz: „Das ist ein wirkliches Kleinod hier. Das verdanken wir den Menschen im Dorf“. Lotz bedankte sich ebenso herzlich beim Amt für den ländlichen Raum für die hervorragende Begleitung und die Fördermittel von über 700.000 Euro, die teilweise aus EU-Töpfen flossen. Seinen Dank richtete er auch an die politischen Gremien für die richtige Entscheidung, die Mittel für die Dorferneuerung nicht zu kürzen, denn das Resultat könne sich heute mehr als sehen lassen. Büros, Planer, Architekten, Baufirmen und Handwerksbetriebe haben die Oranienstadt während der Dorferneuerung sehr konstruktiv und mit guter Qualität begleitet. „Ich sage allen, die so unfassbar viel Zeit und Engagement hier eingebracht haben, an dieser Stelle herzlichen Dank! Trotz allem guten Willen und Bemühen hätten wir als Verwaltung niemals diese Qualität und diesen Mehrwert für unser Nanzenbach erreichen können, wenn hier nicht so viele Menschen mitgezogen hätten“, sagte Bürgermeister Michael Lotz zum Abschluss des offiziellen Teils.
Gebührende Feierlichkeiten
Die Einweihung des neuen „Pulverichs“ feierten die Nanzenbacher gebührend mit einem Fußball-Dorfturnier am Samstag. Sechs Mannschaften kickten um die Gesamtsumme der Startgelder als Preisgeld und einen ansehnlichen Pokal. Das Fest findet am Sonntag mit einem Gottesdienst und einem Frühschoppen seinen Abschluss.
Nicht nur die Kinder freuen sich auf den ersten Anstoß (v. l. n. r.): Bürgermeister Michael Lotz, Erster Kreisbeigeordneter Roland Esch, Ortsvorsteherin Simone Hille-Zauberys und vom Verein „Nanzenbach! Das Dorf! e. V.“ Vorsitzender Stefan Müller, Heiko Müller als Projektleiter „Pulverich“ und Hans-Gerd Bräuer. Foto: Oranienstadt Dillenburg
2,85 Millionen Euro für die Dorferneuerung
Insgesamt stellte die Oranienstadt Dillenburg rund
2,85 Millionen Euro für die Dorferneuerung in Nanzenbach zur Verfügung. Als
erste Maßnahme wurde 2015 die Grünanlage unterhalb der Schule ihrer Bestimmung
übergeben. Zwei Jahre später folgte die Umgestaltung der Bushaltestelle in der
Dorfmitte. Mit der Einweihung der Mehrgenerationenstätte vor neun Monaten ging
das größte Projekt in der aktiven Erneuerungsphase zu Ende. Neben den
kommunalen Vorhaben konnten knapp 30 private Projekte mit einer
Investitionssumme von einer knappen Million umgesetzt werden. Dafür wurden
Zuschüsse in Höhe von 270 000 Euro bewilligt. Aber die
Nanzenbacher haben sich natürlich auch außerhalb der Dorferneuerung noch so
einiges vorgenommen. „ Wir machen weiter“, so der 1. Vorsitzende des rührigen Vereins
„Nanzenbach! Das Dorf! e. V.“, „auch die zweite Bushaltestelle im Dorf muss
noch umgestaltet werden.“
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