Unter dem Motto „Bollwerk – Zeitgenössische
Kunst in den Dillenburger Kasematten“ bietet der Dillenburger Museumsverein e.
V. und der Oberhessische Künstlerbund (OKB) vom 16. Juni 2019 bis
einschließlich 1. September 2019 auf dem Dillenburger Schloßberg eine
außergewöhnliche Attraktion. Erstmals wird in den Kasematten, den
Verteidigungsanlagen des ehemaligen Schlosses, eine Kunstausstellung
präsentiert.
Mitglieder des OKB und
internationale Künstlerinnen und Künstler werden mit Werken unter dem
Schwerpunkt „Zeitgenössische Kunst“ dieses Debüt gestalten.
Führungen durch die
Ausstellung werden ab dem 16. Juni 2019 bis zum 1. September 2019 an Samstagen
und Sonntagen jeweils um 14 Uhr angeboten. Die Führungen beginnen vor der Villa
Grün.
Die Führung durch die Kunstausstellung kostet 4 € für Erwachsene und 2 € für Kinder (bis 15 Jahre).
Arbeiten von Laura J. Padgett, Frankfurt und Wennemar Rustige, Gießen, in den Kasematten Foto: Dieter Hoffmeister
Ehrung von Gerhard Zimmermann durch die Oranienstadt Dillenburg
Gerhard Zimmermann aus Bad Soden am Taunus ist der diesjährige Preisträger der Charlotte-Petersen-Medaille. Der Dekan im Ruhestand erhielt die hohe Auszeichnung der Oranienstadt Dillenburg aus den Händen von Bürgermeister Michael Lotz im ehemaligen Wohnhaus von Charlotte Petersen in Dillenburg, das heute Treffpunkt der Adventgemeinde ist. An der öffentlichen Preisverleihung nahmen Vertreter aus der Dillenburger Politik, von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V., sowie von der Evangelischen Kirchengemeinde und Katholischen Kirchengemeinde teil. Ein Preisträger der Vorjahre, Eckhard Scheld, war ebenfalls bei der Zeremonie anwesend.
„Für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen“
„Für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen“ – diese Inschrift trägt die Charlotte-Petersen-Medaille, die seit dem Jahr 2001 alle zwei Jahre an Personen verliehen wird, die sich im Sinne der Namensgeberin besonders engagiert haben. Wie Michael Lotz berichtete, hatte Charlotte Petersen, eine der größten Persönlichkeiten Dillenburgs, zusammen mit Hilda Heinemann, der Frau des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, im Jahre 1959 das Hilfswerk Wapniarka gegründet. Die Dillenburger Journalistin sei unermüdlich dafür tätig gewesen, Spenden für die Überlebenden dieses Konzentrationslagers aufzutreiben. „Zur Erinnerung an Frau Petersen und in Würdigung ihres Lebenswerkes stimmte die Stadt Dillenburg auf Anregung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg, deren Gründungsmitglied sie war, der Stiftung einer Charlotte-Petersen-Medaille zu“, so das Stadtoberhaupt. Die Ehrung soll möglichst am Geburtstag von Charlotte Petersen, dem 11. Juni, erfolgen. 1994 verstarb die Ehrenbürgerin Dillenburgs im Alter von 90 Jahren.
In diesem Jahr entschieden sich die städtischen Gremien für die Verleihung der Charlotte-Petersen-Medaille an den Dekan im Ruhestand Gerhard Zimmermann, der von Christoph Dasbach aus Wilnsdorf vorgeschlagen wurde. Die Laudatio hielt der Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische-Zusammenarbeit e. V. Dillenburg, Dr. Christoph Münz. Gerhard Zimmermann war von 1960 Gemeindepfarrer in Rennerod/Westerwald und von 1978 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Dekan des Evangelischen Dekanats Bad Marienberg. Mit Charlotte Petersen verband ihn seit 1958 ein beruflicher Kontakt. Er ist Autor und Mitherausgeber zahlreicher Bücher und Zeitschriftenbeiträge. Heute lebt der 89jährige in Bad Soden am Taunus.
Laudator beschrieb Zimmermann treffend
Dr. Christoph Münz berichtete in seiner Laudatio über das Kennenlernen von Charlotte Petersen 1986, als er als Haigerer ein Chorkonzert in Dillenburg besucht habe. Schon damals habe ihn die Journalistin der Dill-Post beeindruckt. Umso mehr habe er sich gefreut, als er sie 1988 als neues Vorstandsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V. habe begrüßen dürfen.
“Groß, aufrichtig und von beeindruckend klarem Geist”
Sie bleibe ihm immer als „groß, aufrichtig und von beeindruckend klarem Geist in Erinnerung“. Über die Initiierung einer Charlotte-Petersen-Medaille der Oranienstadt Dillenburg im Jahr 2001 – also sieben Jahre nach ihrem Tod – habe er sich sehr gefreut. Vor fünf Jahren habe dann Gerhard Zimmermann mit ihm Kontakt aufgenommen, der sich unbedingt mit ihm habe treffen wollen. Der Grund: Zimmermann beabsichtigte, über Charlotte Petersen ein Buch zu schreiben. Ehrlicherweise sei er zunächst skeptisch gewesen: „Als Historiker und Germanist, der noch dazu selbst als Übersetzer und Journalist sein täglich Brot verdiente, standen mir die Herausforderungen deutlich vor Augen, die eine biografische Arbeit immer mit sich bringen“, so Münz. Aber schon das Lesen der ersten, in flüssiger und klarer Sprache geschriebenen Manuskriptseiten habe ihn schnell überzeugt.
Auch das Zusammentreffen sei ihm deutlich in Erinnerung geblieben: „Ich lernte eine Persönlichkeit kennen, die völlig uneitel, gänzlich von sich selbst absehend, einzig von der Person Charlotte Petersens zutiefst bewegt war, eine Persönlichkeit, die es als ihre Mission begriff, dem Leben und Werk von Charlotte Petersen ein bleibendes Denkmal zu setzen.“ Mehr als gerne habe er das Buchprojekt begleitet und unterstützt, das letztlich den Titel „Die größte Bettlerin des Jahrhunderts – Charlotte Petersen und ihr Kampf für die Überlebenden des KZ Wapniarka“ erhielt. Lektoriert und editiert wurde es vom Dillenburger Albrecht Thielmann, in dessen Verlag das Werk in 2014 erschien und in einer feierlichen Stunde im Sitzungssaal des Rathauses der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Cover der Biografie von Gerhard-Zimmermann
Dr. Christoph Münz betonte abschließend, „dass jeder, der Charlotte Petersen anhand ihrer Biografie kennenlernt, leicht einsehe, dass die Vergangenheit kein ‚Vogelschiss‘ sei, sondern eine bleibende Herausforderung, mit der es sich auseinanderzusetzen gelte, dass die Versöhnung zwischen Christen und Juden nach fast zweitausendjähriger christlicher Judenfeindschaft und 70 Jahre nach dem Holocaust immer noch am Anfang stehe und dass ohne den Einsatz für die Verständigung zwischen den Religionen insgesamt nur der Weg in die Barbarei bleibt. Für all dies steht Charlotte Petersen, das sind ihre Botschaften, das macht ihr Vorbild aus, was mit der Biografie von Gerhard Zimmermann zu einem bleibenden und jederzeit zugänglichen Vermächtnis geworden ist“.
Facettenreiches Buch über engagierte Bürgerin
In seinem Buch schildert der Autor von prägenden Erlebnissen Charlotte Petersens in Dillenburg, von ihrem Kontakt zu dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber, ihrer journalistischen Arbeit für die Dill-Post sowie ihrem Engagement als Gründungsmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dillenburg. Ein Exkurs von Albrecht Thielmann in das Dillenburg von 1933 zeigt zudem anhand aussagekräftiger Fotos die nationalistische Aufbruchsstimmung in Dillenburg, mit der Charlotte Petersen als junge Frau und bekennende Christin einst konfrontiert war. Ergänzt wird das Werk durch beeindruckende, anekdotische Erinnerungen an Charlotte Petersen von ihren ehemaligen Journalisten-Kollegen der Dill-Post. Auf diese Weise gelingt es dem facettenreichen Buch, das Profil einer engagierten Bürgerin und Tochter aus gutem Hause zu zeichnen, die mit viel Zivilcourage ein Stück Verantwortung gegenüber der deutschen Geschichte auf sich nahm und die durch ihre journalistische Arbeit und ihr ehrenamtliches Engagement zu einem prägenden Teil der Dillenburger Stadtgeschichte geworden ist.
Demokratische Strukturen im Fluss
Aus den Händen von Bürgermeister Michael Lotz erhielt Gerhard Zimmermann beim offiziellen Festakt dann die Charlotte-Petersen-Medaille 2019. Das Stadtoberhaupt hatte schon in seiner Begrüßungsrede darauf aufmerksam gemacht, dass die Bedeutung der Medaille aktuell so wichtig sei, wie selten zuvor. Viele demokratische Strukturen seien derzeit im Fluss und rechtsextremistische Kräfte am Werk: „Deswegen sind wir alle aufgefordert, diesen Kräften entgegenzuwirken“. Der Geehrte bedankte sich sehr herzlich für die hohe Auszeichnung. Eine kurze Buchlesung durch ihn schloss den Festakt ab. Zimmermann: „Ich bin sehr glücklich, dass ich heute, an Charlotte Petersens 115. Geburtstag, hier sein darf und weitergeben kann, wie sehr sie sich für bedürftige Menschen eingesetzt hat“. Musikalisch wertig umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Musiklehrer der Wilhelm-von-Oranien-Schule Ulrich Kögel am Flügel mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.
Die Oranienstadt Dillenburg sucht für die Gaststätte „Bürgerstüble“, Schulstraße 12, in Dillenburg-Niederscheld einen neuer Mieter/Pächter. Die Räumlichkeiten des Bürgerstübles wurden bisher als Gastronomie genutzt. Ein zukünftiges gastronomisches Angebot ist wünschenswert.
Weitere Informationen zum Angebot und den Konditionen finden Sie hier:
Die Durchführung eines Wahlsonntags wäre ohne die vielen Wahlhelfer nicht möglich. Auch bei der Europawahl waren in der Oranienstadt Dillenburg eine große Anzahl von Helferinnen und Helfern im Einsatz um einen ordnungsgemäßen Wahlgang zu gewährleisten. Für die geleistete Arbeit und den reibungslosen Ablauf sagen wir: Danke!
Die 121 Mitglieder der Wahlvorstände in den Wahllokalen in der Kernstadt und den Stadtteilen leisteten diese Tätigkeit ehrenamtlich. Weiterhin waren ca. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung im Einsatz.
Nicht nur am Wahlwochenende selbst, sondern bereits viele Monate zuvor bestimmte die vergangene Wahl teilweise den Arbeitsalltag. Insbesondere ist hier das Team des Bürgerbüros zu erwähnen, welches in den letzten Wochen für die Europawahl viele Briefwahlanträge zu bearbeiten hatte.
“Wahlorgan vor Ort”
Bei der Tätigkeit der Wahlhelfer in den Wahllokalen vor Ort handelt es sich zwar um eine ehrenamtliche Tätigkeit, die nur unter wichtigen und bestimmten Gründen abgelehnt werden kann, trotzdem ist es nicht mehr selbstverständlich, Bürgerinnen und Bürger zu finden, die diese Aufgabe erledigen wollen.
Durch Aufrufe in der Presse, der städtischen Homepage, sowie über Facebook und Aushangflyer haben sich jedoch einige freiwillige Helfer bei den Sachbearbeitern im Rathaus gemeldet.
Manche Wahlhelfer stehen aber auch schon jahrelang dem Wahlteam freiwillig bei jeder Wahl zur Verfügung. Als Ansprechpartner und „Wahlorgan vor Ort“ haben die Wahlvorsteher, Schriftführer und Beisitzer am Wahlsonntag für einen reibungslosen Ablauf und eine sorgfältige Stimmauszählung am Wahlabend gesorgt.
Wir sagen Danke!
Allen bei der Wahl Beteiligten wird von Seiten des Gemeindewahlleiters und seinem Wahlteam ein besonderer Dank ausgesprochen.
Mitarbeit im Wahlvorstand
Das Team der Wahlorganisation im Dillenburger Rathaus ist immer auf der Suche nach Wahlhelfern. Wer daran interessiert ist, als Wahlhelfer in den Wahllokalen in der Kernstadt oder den Ortsteilen mitzuwirken, kann sich gerne per Email an: wahlen@dillenburg.de oder Tel.: 02771/896-113 bei Frau Borkenstein melden. Ebenso können Sie sich über unser Online-Formular melden. Voraussetzung ist, dass der Wahlhelfer selbst in Dillenburg wahlberechtigt ist. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit wird ein „Erfrischungsgeld“ in Höhe von 25 Euro gezahlt. Die nächste zu organisierende Wahl, wo wieder viele Wahlhelfer benötigt werden, steht bereits fest – die Bürgermeisterwahl findet am 20. Oktober 2019 statt.
Bürgerbusse sind ein immer beliebteres Mittel, um die Mobilität von Menschen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig zu gestalten. Hierzu zählt, dass Gebiete, die nicht optimal durch den öffentlichen Personennahverkehr bedient werden können, an die Hauptverkehrsachsen angebunden werden. Immer wichtiger ist es, für alle Altersgruppen, mobil zu sein oder zu bleiben, weshalb der Bürgerbus grundsätzlich allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht.
Während der ÖPNV in den großen Städten mehr oder weniger alle Gebiete abdecken kann, ist dies hier in den ländlicher geprägten Städten und Gemeinden nicht immer der Fall. Gerade im ländlichen Raum sind manche Gebiete nicht optimal an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen. Hier sollen Bürgerbusse die Lücken schließen. Bürgerbusse sollen dabei aber nicht den ÖPNV ersetzen und sollen sich am Bedarf der Bürgerinnen und Bürger orientieren.
Oranienstadt Dillenburg möchte für die Bürger einen Bürgerbus einrichten
Die Erfahrung in anderen Städten und Gemeinden zeigt, dass vornehmlich ältere Bürgerinnen und Bürger den Bürgerbus in Anspruch nehmen wird. Dies hängt damit zusammen, dass oft kein eigenes Fahrzeug vorhanden ist oder nicht mehr selbst gefahren werden kann und das Geld für ein Taxi oft nicht da ist. Insbesondere hier kommt dem Bürgerbus eine soziale Verantwortung zu, diese Gruppen am öffentlichen Leben teilhaben zu lassen.
Bus zunächst an zwei Tagen die Woche im Einsatz
Meißt betreuen eingetragene Vereine Bürgerbusse. Das Land bezuschusst das Projekt allerdings aktuell durch Fördermittel, weshalb die Oranienstadt Dillenburg das Bürgerbusprojekt zunächst unter eigener Schirmherrschaft auf die Beine stellen und dies dann zu einem späteren Zeitpunkt an einen Verein übergeben möchte.
Zunächst ist geplant, dass ein Bürgerbus für zwei Tage in der Woche zum Einsatz kommt. Hier können zum Beispiel Fahrten zu Einkaufszentren, Ärzten oder sonstigen öffentlichen Anlaufstellen vorgenommen werden. Die genauen Routen stehen noch nicht fest und werden entsprechend dem Bedarf geplant.
Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer sowie Unterstützer gesucht
Unerlässlich hierfür ist es allerdings, dass genügend ehrenamtliche Fahrer zur Verfügung stehen, die sich dazu bereit erklären, die Bürgerbusfahrten zu übernehmen. Voraussetzung ist, dass die Interessierten einen gültigen Führersein der Klasse 3/B aufweisen und ein Attest eines Arbeits-/Betriebsmediziners vorlegen. Sie sollten auch über gute Fahrkenntnisse, hohe Sozialkompetenz und ein kommunikativ, freundliches und hilfsbereites Auftreten verfügen.
Sie möchten sich im Bereich des Bürgerbusses als Fahrer oder anderweitig engagieren? Dann kontaktieren Sie uns unter der Telefonnummer 02771/896-181, oder per Email unter ordnungsbehoerde@dillenburg.de.
Die Oranienstadt Dillenburg und ihre Partner helfen gemeinsam bei der Suche
nach einer beruflichen Zukunft für die Läderach-Beschäftigten. Auf Einladung von Landrat Wolfgang Schuster trafen sich deswegen jetzt im Dillenburger Rathaus Bürgermeister Michael Lotz, Landrat Wolfgang Schuster, IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Tielmann, der Leiter des Kreissozialamtes Klaus Gerhard Schreiner, DGB-Geschäftsführer Matthias Körner, der Obermeister der Konditoren-Innung Mittelhessen Andreas Vogel und Angelika Berbuir als Leiterin der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar zu einem Pressegespräch, um über die Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.
Informierten über ihre Unterstützungsmöglichkeiten (v. l. n. r.): Klaus Gerhard Schreiner (Leiter Kreissozialamt), Andreas Vogel (Obermeister der Konditoren-Innung Mittelhessen), Angelika Berduir (Leiterin der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar), Landrat Wolfgang Schuster, Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz, Andreas Tielmann (Hauptgeschäftsführer der IHK) und Matthias Körner (DGB)
“Aus” ohne Vorankündigung
Das plötzliche „Aus“ von Läderach verursachte nicht nur bei den Beschäftigten einen tiefen Schock. Ohne jegliche Vorankündigung war das Manderbacher Werk, das dort seit 1990 ansässig ist, am 27. Februar mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Einschließlich der Teil- und Saison- und befristet Beschäftigten standen 158 Mitarbeiter von jetzt auf gleich buchstäblich „auf der Straße“. Landrat Wolfgang Schuster sichert volle Unterstützung durch den Lahn-Dill-Kreis zu: „Die Art und Weise, wie das Ganze abgelaufen ist, ist mehr als unschön. Es ist unsere Aufgabe, zu helfen, wo wir nur können, die Mitarbeiter haben sich nichts zu Schulden kommen lassen!“ Der Leiter seines Kreissozialamtes Klaus Gerhard Schreiner wies in diesem Zusammenhang auf den gravieren Mangel an Pflegefachkräften hin. Derzeit fehlen rund 150 Kräfte im Lahn-Dill-Kreis. Sofern es für den einzelnen Beschäftigten in Frage kommt und es individuell passe, könne man sich jederzeit bei der Altenpflegeschule in Herborn über die konkreten Möglichkeiten informieren. Außerdem machte er auf die Angebote der kreiseigenen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen mbH (GWAB) aufmerksam, bei der zum Beispiel kostenlose Bewerbungstrainings absolviert werden können.
Möglichkeiten der Unterstützung
„Wir sind noch immer unglaublich betroffen von dieser Entscheidung. Wir fühlen mit den Mitarbeitern und wollen alles möglich machen, was in unserer Hand liegt, um zu helfen“, so Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz. Die Werksschließung kam auch deswegen unerwartet, weil der Konzern noch vor wenigen Jahren Investitionen in Millionenhöhe vorgenommen hatte. Als Oranienstadt sei man immer stolz gewesen, dass eine solche Confiserie mit der Produktion von Genussmitteln in Dillenburg ansässig war. „Gemeinsam mit unserem Netzwerk aus Partnern haben wir sofort überlegt, wie wir helfen können“, so das Stadtoberhaupt weiter. Er habe kurzfristig alle Unternehmen in Region angeschrieben und auf die besondere Situation von Läderach, aber auch Sell in Herborn-Burg hingewiesen. Von dort habe es eine gute Resonanz gegeben. Dies soll auch als immer noch gültiger Appell verstanden werden: „Alle Betriebe, die ohnehin planen, noch Mitarbeiter einstellen zu wollen, sollten jetzt auf den Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur zugehen und diese melden“, bittet der Rathauschef. Die Stadtwerke gehen mit einem guten Beispiel voran und haben für 2019 drei zusätzliche Stellen für Saisonarbeitskräfte für Grünflächenpflege geschaffen, die tarifgerecht bezahlt werden. Die Oranienstadt prüft derzeit eine Kooperation mit der Fachschule für Sozialpädagogik in Siegen, inwiefern neue Erzieher und Erzieherinnen der Stadt dort auf drei Jahre verkürzte, bezahlte Ausbildungen absolvieren können. Im derzeit am Stadion befindlichen Bau des Fachmarktzentrums entstehen neue Arbeitsplätze. Wenn es individuell passe, könnten auch hier Möglichkeiten für einen Wiedereinstieg entstehen.
Arbeitsagentur führt Gruppen- und Einzelgespräche
Angelika Berbuir hofft, dass es den ehemaligen Beschäftigten gelingt, möglichst schnell ihre Angst vor einem beruflichen Neustart zu verlieren. Deswegen habe die Arbeitsagentur bereits eine Gruppeninformationsveranstaltung durchgeführt. Außerdem laufen derzeit zahlreiche Einzelgespräche mit individuellen Beratungen. Jeder Beschäftigte hat einen konkreten Ansprechpartner, der mit ihm erörtert, was für seine Situation passend ist und was er sich vorstellen kann.
Azubis sind schon vermittelt
Erfreuliches teilte Andreas Tielmann als Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) mit. Alle acht Läderach-Auszubildenden seien inzwischen vermittelt bzw. würden dies in Kürze: „Im Bereich der Ausbildung sehen wir keinerlei Probleme. Hier zeichnen sich gute Lösungen ab“, berichtete Tielmann. Ziel sei es aber auch, möglichst schnell eine neue Nutzung der Immobilie im Gewerbegebiet Manderbach zu finden. Er hoffe, dass dies schnell geschehen werden könne und auch dadurch möglicherweise wieder neue Arbeitsplätze entstehen.
Hessens Jugend sammelt. Und das schon seit 70 Jahren. Denn sinnvolle Jugendarbeit braucht Unterstützung. Dafür werden junge Engagierte aktiv bei der Jugendsammelwoche. Das nächste Mal vom 5. bis 15. April 2019.
Der neue Anstrich im Gruppenraum, sozial verträgliche Beiträge für die Sommerfreizeit oder Materialien für die Gruppenstunde – Jugendarbeit ist wertvoll, aber nicht ganz kostenlos. Zwar werden die Angebote vor allem von ehrenamtlichem Engagement getragen. Dennoch geht es nicht ohne eine vernünftige finanzielle Ausstattung. Hessens Jugend wird deshalb dieses Jahr zum 70. Mal aktiv bei der Jugendsammelwoche. Vom 5. bis zum 15. April gehen junge Menschen von Haus zu Haus und bitten um Unterstützung für ihre Anliegen.
70 Jahre Jugendsammelwoche
Die Jugendsammelwoche ist seit 70 Jahren ein Gemeinschaftsprojekt der sammelnden Gruppen mit den Jugendämtern und dem Hessischen Jugendring. „Die Aktion ist eine wichtige Säule der Finanzierung der Arbeit.“ erklärt Mario Machalett, Vorsitzender des Hessischen Jugendrings. „Ohne diese Unterstützung wären viele Aktionen wie Zeltlager, Gruppenstunden oder außerschulische Bildungsangebote gar nicht möglich.“.
Kick-Off Aktion des SV Darmstadt 98 zum Start
Der SV Darmstadt 98 ist Kooperationspartner der Jugendsammelwoche und unterstützt die Aktion im Rahmen der Sozialaktion des Sportvereins „Im Zeichen der Lilie“ u.a. mit einem tollen Sportevent für engagierte Jugendliche und einer Kick-Off Aktion zum Start der Jugendsammelwoche.
Bouffier übernimmt Schirmherrschaft
Zum Erfolg des Projekts will auch im Jubiläumsjahr Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier beitragen, der die Schirmherrschaft für die Jugendsammelwoche übernommen hat. „Was Gemeinschaft bedeutet, kann man nirgendwo so gut wie in Vereinen, Verbänden und Initiativen erfahren. Deshalb ist es wichtig, dem Ehrenamt eine Zukunft zu geben – eine Zukunft, die von den Jugendlichen mitgestaltet wird, die heute schon ehrenamtlich tätig sind.“ erklärte Bouffier in seinem Grußwort zur Jugendsammelwoche. Er habe daher die Schirmherrschaft sehr gerne übernommen und freue sich, wenn neben das freiwillige Engagement der Jugendlichen auch ein freiwilliger finanzieller Beitrag treten würde.
75.000 Engagierte in der Jugendarbeit
Rund 75.000 Menschen engagieren sich in Hessen in Jugendverbänden mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung anzubieten. Eine verlässliche Finanzierung ist der Grundstein zur Erreichung dieses Ziels. Gerade in Zeiten knapper, öffentlicher Kassen sind auch Projekte der Kinder- und Jugendarbeit immer wieder vom Rotstift bedroht. Bei der Jugendsammelwoche sorgen die jungen Aktiven daher auch für die Zukunft ihrer Angebote.
Jugendliche Sammler können sich ausweisen
„Wenn also vom 5. bis zum 15. April die Jugendfeuerwehr, die Pfadfinder oder eine Gruppe eines anderen Jugendverbands bei Ihnen klingelt, können Sie für Nachhaltigkeit vor Ort sorgen.“ Mario Machalett lädt hierzu alle Bürgerinnen und Bürger zur Unterstützung ein.
Die Jugendlichen, die in dieser Zeit sammeln, können sich durch amtliche, abgestempelte Sammelausweise und amtliche Sammellisten ausweisen.
Wo sieht man die Reste der alten Stadtmauer? Wer ist in der Stadtkirche begraben? Wieso heißt das Prinzenhaus „Prinzenhaus“? Diese und andere Fragen beantwortet jetzt die neue App „entdecke Dillenburg“ des Dillenburger Museumsvereins e. V., die den historischen Weg durch Dillenburg modern und als Audio-Guide vorstellt und die mit Unterstützung der Oranienstadt Dillenburg zustande kam.
Per App entdecken
Ein paar schnelle Klicks im Smartphone machen langes Planen für Besucher und Einheimische zunehmend überflüssig. City-Apps für das Handy sind generell auf dem Vormarsch. Apps sind zu einem wichtigen Kanal geworden, den Nutzer auf individuelle und unkomplizierte Art anzusprechen. Deswegen hatte Peter Patzwaldt vom Dillenburger Museumsverein e. V. schon vor einiger Zeit die Idee zu „entdeckeDillenburg“. Der rührige Verein unterhält schon seit Jahren die Dillenburger Schlossberganlagen und bringt mit viel Engagement immer wieder neue Ideen ein und setzt diese zielstrebig um. Hintergrund für die Entwicklung der App: Den bekannten Historischen Weg durch Dillenburg einer neuen Zielgruppe erschließen. „Es geht auch um die jüngeren, historisch interessierten Besucher der Stadt, die es heutzutage es nicht mehr gewohnt sind, ihre Tour mit einem Heft oder einem Prospekt in der Hand zu machen.“ Und so verraten die professionellen Sprecher des Audioguides der App Highlights und Geschichtsträchtiges zu 18 bedeutenden Stationen in der Oranienstadt. „entdecke Dillenburg“ beinhaltet die Möglichkeit, sich per GPS die nächstgelegene Station des Historischen Weges automatisch anzeigen zu lassen. Läuft der Urlauber an einem bestimmten Bauwerk vorbei, bekommt er automatisch die passenden Infos aufs Ohr. Das Smartphone rückt dabei in den Hintergrund und lenkt nicht ab. Ein weiterer großer Vorteil: Die Anwendung funktioniert auch ohne Internetverbindung und ist damit jederzeit verfügbar. „Was kann ich wo angucken, wie komme ich da hin und wo bekomme ich danach ein Bier?“ – mit inbegriffen ist auch eine Liste der Dillenburger Gastronomie, und bietet damit die komfortable Möglichkeit, den Stadtbummel mit einem kalten Bier, einem Kaffee oder einem Imbiss gemütlich ausklingen zu lassen, ohne lange nach einer Einkehr suchen zu müssen.
Wertvolle Ergänzung
Steffen Keiner als Leiter der städtischen Tourismusabteilung hat das Projekt gerne unterstützt. Bereits vor einiger Zeit veranlasste er eine komplette Erneuerung der Beschilderung der einzelnen Stationen, die Aktualisierung der Texte und die Gestaltung der Tafeln mit einem ansprechenden Design. Außerdem entstand unter städtischer Federführung ein handlicher Pocket-Guide, den der Tourist unkompliziert bei seinem Rundgang verwenden kann und der als Grundlage für den Audio-Guide dient. Die Kosten für die professionellen Sprecher, die die Informationen wahlweise in Deutsch, Englisch und Niederländisch weitergeben, hat ebenfalls die Oranienstadt getragen. Die neue App sieht er als wertvolle Ergänzung: „Der einzelne Tourist ist nicht mehr auf die Reisegruppe angewiesen, sondern kann seine Tour ganz individuell gestalten und ist dabei zeitlich flexibel.“ Der klassische Stadtführer ist bislang aber nicht wegzudenken. Und so stellt „entdeckeDillenburg“ eine optimale Ergänzung zum bestehenden Angebot der Oranienstadt Dillenburg dar und den Möglichkeiten, Stadtführungen buchen zu können. Ein Audio-Guide eignet sich zum Beispiel bestens bei spontanen Einzelbesuchen. Wie Peter Patzwaldt vom Musemsverein erklärt, sind zwei Erweiterungen der aktuellen App geplant. Rund 20 weitere Stationen im Außengelände des Schlossbergs sollen noch hinzukommen, ebenso wie die Möglichkeit, sich mit diesem Audio-Guide auch durch die Dauerausstellungen in der Villa Grün (Wirtschaftsgeschichtliches Museum) und im Wilhelmsturm (oranien-nassauisches Museum) leiten zu lassen.
Ab sofort im App-Store und Google Play Store
„entdecke Dillenburg“ ist ab sofort kostenlos erhältlich für Apple-Geräte im App-Store und als Android-App im Google Play Store.
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