Saisoneröffnung auf dem Schlossberg

Die Mitglieder der Projektgruppe "Leben im 18. Jahrhundert" tragen mit Salutschüssen zur Saisoneröffnung bei.
Am Freitag, 1. April beginnt die diesjährige Museumssaison auf dem Dillenburger Schlossberg. Die Besuchenden können wieder das Oranien-Nassauische Museum im Wilhelmsturm und das wirtschaftsgeschichtliche Museum in der Villa Grün besuchen. Auch finden wieder Führungen durch die Kasematten statt.
Bildcollage Schlossberg mit Wilhelmsturm, Villa Grün und Kasematten
Die Museumsanlagen auf dem Schlossberg starten in die neue Saison. Foto: Peter Patzwaldt

Mit buntem Rahmenprogramm  vom 1. bis 3. April startet die neue Museumssaison

Im Wilhelmsturm wird die Oranien-Nassauische Geschichte auf vier Ausstellungsebenen umfassend präsentiert. Die Besuchenden erfahren Wissenswertes über das Leben und politische Wirken des Wilhelm von Oranien (1533 auf dem Dillenburger Schloss geboren) und der historischen Verbindung des niederländischen Königshauses zu Dillenburg. Nach dem Rundgang können die Besuchenden im Außenbereich des ersten Obergeschosses eine herrliche Aussicht auf die Oranienstadt Dillenburg genießen.

Bergbau und Industrie heute

Im Museum Villa Grün finden die Gäste einen Zugang zur Vergangenheit und Gegenwart der lokalen Wirtschaft. Nach einem Rundgang durch die Ausstellung „Industrie heute“ öffnet sich im Obergeschoss ein Panorama historischer Öfen und Herde, deren Produktion bis vor etwa 50 Jahren neben dem Bergbau der Wirtschaftsschwerpunkt des Dillkreises war. Untertage-Atmosphäre erwartet hingegen die Besuchenden im Untergeschoss, die in der Abteilung „Rohstoffe und Wirtschaft“ in die Welt des Bergbaus eintauchen können: Hier erhalten Interessierte einen umfassenden Einblick in die Bergbaugeschichte. Vom 1. – 3. April sind beide Museen durchgängig von 10.00 – 17.00 Uhr geöffnet. Eintritt: Erw. 4 € / Ki. (bis 15 Jahren) 2 €.

Dillenburgs Unterwelt erleben

Der Höhepunkt eines jeden Schlossbergbesuchs ist eine Kasemattenführung. Die Besuchenden werden rund einen Kilometer durch mehr oder weniger schmale Gänge unter dem ehemaligen Schloss geführt, bestaunen eine kirchenkuppel-ähnliche Halle („die große Durchfahrt“) und erfahren, dass bis zu 2.000 Soldaten aus diesen Verließen das ehemalige Schloss zu verteidigen versuchten. Im Zeitraum vom 1. – 3. April findet jeweils um 15.00 Uhr eine Kasemattenführung statt. Für die Teilnahme an einer Kasemattenführung ist eine telefonische Anmeldung unter 02771/800065 erforderlich, da die Teilnahmezahl begrenzt ist. Eintritt: Erw. 4 € / Ki. (bis 15 Jahren) 2 €.

Informationstafeln auf dem Schlossberg

Das historische Schlossberggelände lädt ebenfalls zu einem informativen Rundgang ein. Auf dem Gelände sind an neun markanten Standorten zwölf Informationstafeln aufgestellt, die die Mächtigkeit des früheren Schlosses aufzeigen. Die Outdoor-Führungen finden am 2. und 3. April jeweils um 14.00 Uhr statt. Treffpunkt: Villa Grün; Eintritt: 2 €.

Mit Salutschüsse in die neue Saison

Die Mitglieder der Projektgruppe "Leben im 18. Jahrhundert" tragen mit Salutschüssen zur Saisoneröffnung bei.
Die Mitglieder der Projektgruppe “Leben im 18. Jahrhundert” tragen mit Salutschüssen zur Saisoneröffnung bei. Foto: Peter Patzwaldt
Die Projektgruppe „Leben im 18. Jahrhundert“ des Dillenburger Museumsvereins e. V. wird in historischer Uniform die Besuchenden begrüßen und den Saisonbeginn der Museumsanlagen vom 1. – 3. April mit Salutschüssen einleiten. Ein Feldlager auf dem Schlossberg vermittelt den Gästen einen Einblick in das Leben im 18. Jahrhundert. Auf Exerziervorführungen und Gesangseinlagen dürfen sich die Besuchenden ebenfalls freuen. Auch der Schlossbergverein Dillenburg e.V. ist bei der Eröffnung der Museumssaison mit dabei. Die ebenfalls in historischer Kleidung kostümierten Damen laden die Besuchenden herzlich zu Kaffee und Kuchen ins Stockhaus ein (Samstag, 2. April von 13.00 – 17.00 Uhr und Sonntag, 3. April von 11.00 – 17.00 Uhr).

Sonderausstellungen im Museum Villa Grün

 
Plakat zur Sonderausstellung "Handel und Gewerbe"
Die Ausstellung „Handel und Gewerbe in der Friedrichstraße und Umgebung in den 1950er Jahren“ eröffnet das diesjährige Sonderausstellungsprogramm in der Villa Grün. Vom 1. April bis28. Mai wird das Dillenburger Stadtviertel rund um die Friedrichstraße als reges Handels- und Gewerbeviertel gezeigt. Die Besuchenden erfahren, dass in den 1950er Jahren die Friedrichstraße, die Presber- und Sophienstraße sowie im Neuen Weg mit zahlreichen Handwerksbetrieben, Kaufleuten, Gewerbetreibenden, Lebensmittelgeschäften, Bäckereien und Metzgereien ein fast autarkes Viertel bildeten.
Vom 3. Juni bis 28. August folgt die Ausstellung „Surreale Welten“. Surrealismus („Über der Wirklichkeit“‘) ist fern von Logik und Vernunft und entführt die Besuchenden in völlig andere Welten. In dieser Schau werden Werke u.a. von Salvador Dalí, René Magritte und Joan Miró zu sehen sein. Ab dem 2. September ist der freie Fotograf Jan Bosch mit der Ausstellung „Industriekultur Mittelhessen“ in der Villa Grün zu Gast. Mit seinen Fotografien hält er historische Architektur und Industrielandschaften im heimischen Raum eindrucksvoll fest. Die Fotoausstellung ist bis einschließlich 1. November zu sehen.

Das Kapellchen wird mit einer Kunstausstellung der Öffentlichkeit präsentiert

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wird das „Kapellchen“ am Samstag, 2. April und am Sonntag, 3. April jeweils von 12.00 – 16.00 Uhr der Öffentlichkeit präsentiert. Dieses Gewölbe, das zum Bollwerk Jägergemach gehört, wurde von den damaligen Bürgerinnen und Bürgern „Kapellchen“ genannt, da die Bauweise dem Innenraum einer Kirche ähnelt. Das Kapellchen soll zukünftig für diverse kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Musikaufführungen genutzt werden. Im Rahmen der Einweihung wird der in Dillenburg geborene Künstler Christoph Diehl seine ausdrucksstarken Werke im Kapellchen ausstellen. Der Künstler wird an beiden Tage persönlich vor Ort sein und für Kunstgespräche zur Verfügung stehen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Kinder-Malaktion in der Villa Grün

In der Villa Grün findet am Samstag, 2. April und Sonntag, 3. April in der Zeit von 12.00 – 16.00 Uhr eine Postkarten-Malaktion statt. Unter dem Motto „Kunst in Kleinformat“ sind alle Kinder herzlich eingeladen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und Postkarten-Rohlinge in kleine Kunstwerke zu verwandeln. Die Meisterwerke können die jungen Künstlerinnen und Künstler an der Museumskasse als Grußkarte an Familienangehörige oder Freunde versenden. Teilnahme: Kostenfrei mit Eintrittskarte.

Saisoneröffnung auf einen Blick:

  • Der Wilhelmsturm und die Villa Grün sind vom 1. – 3. April von 10.00 – 17.00 Uhr durchgängig geöffnet
  • Kasemattenführungen finden vom 1. – 3. April, jeweils um 15.00 Uhr statt.
Für die Teilnahme an einer Kasemattenführung ist eine telefonische Anmeldung unter 02771/800065 erforderlich. Treffpunkt: Wilhelmsturm
  • Schlossbergführungen im Außengelände: 2. und 3. April, jeweils um 14.00 Uhr.
Treffpunkt: Museum Villa Grün
  • Kinder-Malaktion in der Villa Grün: 2. – 3. April, jeweils um 12.00 – 16.00 Uhr
  • Öffnungszeiten Kapellchen: 2. – 3. April, jeweils von 12.00 – 16.00 Uhr
  • Kaffee und Kuchen im Stockhaus: 2. April von 13.00 – 17.00 Uhr und 3. April von 11.00 – 17.00 Uhr

Das Museumsteam freut sich auf Ihren Besuch!

Hinweis für Besuchende: Derzeit gilt die 3G-Regel: Zutritt nur für Geimpfte, Genesene und getestete Personen mit tagesaktuellem Negativ-Nachweis und einer medizinischen Maske über Mund und Nase (OP- oder FFP2-Maske).

Ausstellung Handel und Gewerbe

Plakat zur Sonderausstellung "Handel und Gewerbe"

Die Sonderausstellung “Handel und Gewerbe in der Friedrichstraße, im Neuen Weg, in der Sophien- und  Presberstraße in den 1950er Jahren” ist vom 01. April bis 29. Mai in der Villa Grün zu sehen.

 In den frühen 1950er Jahren boten in dieser und in den Nebenstraßen Handel, Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen alles für einen problemlosen Alltag – ob Lebensmittel und Getränke für das tägliche Sattwerden, Samen und Pflanzen für den Kleingärtner, Farben und Tapeten für die Wohnungsverschönerung, lange vor Ikea wurden Möbel nach Maß gefertigt, für den “feinen Pinkel” nähte ein Schneider “nach Maß”, für ein gepflegtes Zuhause bot ein Polsterer und Inneneinrichter seine Dienste an, ein Installateur besorgte Energie und Wasser, ein Gastwirt war ebenfalls für Flüssiges zuständig, eine Tanzschule führte das junge Volk in die Freuden der körperlichen Bewegung nach Takten der Musik ein und war die körperliche Bewegung beeinträchtigt, hatten ein Allgemeinarzt und ein HNO-Arzt vielleicht ein Mittel gegen die Unbilden. Diese Geschäfte bzw. Betriebe oder Praxen rundeten auf einer Länge von ca. einem Kilometer und einer Breite von ca. hundert Metern die Friedrichstraße samt dem Neuen Weg, Presberstraße und Sophienstraße als ein fast autarkes Dillenburger Stadtviertel ab.

Kunstwerke mit ungewöhnlicher Ausstrahlung

Die Ausstellung präsentiert einen Straßenplan, eine Aufstellung der seinerzeit hier ansässigen Geschäfte und Betriebe sowie zwölf Firmenporträts, die links der Friedrichstraße dillaufwärts von der Schreinerei Meckel bis zur Metzgerei Wissenbach und rechts der Friedrichstraße von Samen-Hahn bis zur Bäckerei Paul reichen. In einem weiteren Ausstellungsraum werden zusätzliche Fototafeln dieser Firmen platziert. Das Hauptthema der Ausstellung, „Handel und Gewerbe in der Friedrichstraße, im Neuen Weg und der Presberstraße in den 1950er Jahren“ wird von Kunstwerken mit ungewöhnlicher Ausstrahlung umrahmt. Anne Freischlad, aus dem Haus der Schreinerei Meckel stammend, schuf mit Pinsel und Farbe Exponate, die einen solch profanen Gegenstand wie einen Hobel in ein völlig ungewöhnliches Licht rücken. Zur Ausstellung ist eine Broschüre erschienen, die auf 28 DIN-A4-Seiten alle Stationen des Rundgangs “zum nochmal Nachlesen” enthält und an der Museumskasse für 2 € angeboten wird.                                                                 (JH)

Plakat zur Sonderausstellung "Handel und Gewerbe"
Plakat zur Sonderausstellung “Handel und Gewerbe”