Stadtarchiv Dillenburg freut sich über Landeszuwendung zur Digitalisierung
Das Hessische Ministerium für Digitales und Innovation unterstützt jetzt die Einführung eines digitalen Langzeitarchivs beim Stadtarchiv Dillenburg mit einer großzügigen Zuwendung in Höhe 11.441 Euro. Der Betrag fließt aus dem Fördertopf „Förderung von Basistechnologien zur Verwaltungsdigitalisierung im Programm Starke Heimat Hessen (kommunal.digital.hessen)“, das insbesondere finanzschwächere Kommunen zukunftsfähiger machen soll. Mit dem Langzeitarchiv ist künftig sichergestellt, dass digitale Daten unabhängig von ihrem Dateiformat ohne Datenverlust erhalten und auch in Zukunft gelesen werden können.
Zugang zu digitalen Daten steigt
Nachdem das Stadtarchiv noch überwiegend schriftliche Unterlagen aus der Stadtverwaltung, aber auch aus nichtamtlichen Quellen verwahrt, erhöht sich der Zugang inzwischen digitaler Daten stetig. So wird beispielsweise aktuell ein Dokumentenmanagementsystem bei der Stadtverwaltung umgesetzt. Damit wandelt sich die traditionelle Papier-Akte in eine elektronische Akte, die nach den rechtlichen Vorgaben unter bestimmten Voraussetzungen später im Archiv verwahrt und nach Ablauf der Schutzfristen der Öffentlichkeit gemacht werden soll. Auch das bereits jetzt schon große Fotoarchiv aus digitalen Daten, das im Archivinformationssystem Arcinsys zur öffentlichen Nutzung bereitsteht, vergrößert sich stetig.
Lesbarkeit und Erhaltung für mehrere Jahrhunderte angestrebt
Der langfristige Erhalt digitaler Objekte im Vergleich zur Archivierung von Papierunterlagen ist deutlich komplexer und betreuungsintensiver. Dabei hilft das Archivierungssystem DIMAG, mit dem eine Lesbarkeit und Erhaltung der Daten muss ohne Verlust ihrer Eigenschaften über mehrere Jahrhunderte angestrebt wird. Bei digitalen Daten kann schon der Ausfall eines Bytes zu einem irreversiblen Verlust von Informationen führen. Deswegen hängt der Erfolg der Archivierung davon ab, dass die Daten vollständig und unverändert erhalten bleiben – und zwar unabhängig von ihrem Dateiformat. Es ist nicht absehbar, ob die heute gängigen Dateiformate wie beispielsweise JPG oder PDF auch in 50 Jahren oder 200 Jahren noch aktuell sein werden. Diese technischen und materiellen Voraussetzungen für eine Übernahme, Langzeitspeicherung und Nutzbarmachung von elektronischen Unterlagen waren beim Stadtarchiv Dillenburg noch nicht vorhanden und können nun mit Hilfe der Landeszuwendung geschaffen werden.
Kooperation mit dem Hessischen Landesarchiv
Für die Einführung dieses Systems wird eine Kooperationsvereinbarung mit dem Hessischen Landesarchiv abgeschlossen, das die kommunalen Archive fachlich betreut. Außerdem wird ein externer Dienstleister für die technische Unterstützung beauftragt. Die Gesamtkosten für das Einführungsjahr belaufen sich auf über 14.000 Euro.
Bürgermeister Friedrich Dehmer freut sich über die Unterstützung aus Wiesbaden: „Durch die Unterstützung des Landes zur Beschaffung von DIMAG kann sichergestellt werden, dass auch die Zeugnisse unserer Zeit, in der Vieles nur noch digital verfügbar ist, auch zukünftigen Generationen für geschichtliche Auswertungen zur Verfügung stehen. Vielen Dank dafür!“
Mehr als 300 Kommuen erhalten Förderung
Insgesamt erhalten mehr als 300 Kommunen eine Förderung aus dem Programm „kommunal.digital.hessen“ des Hessischen Digitalministeriums. Gefördert werden Basistechnologien wie beispielsweise eAkten, e-Payment-Systeme oder Ausweisterminals. Das Ministerium zieht in einer Pressemitteilung Bilanz: Die Vielfalt der Vorhaben, für die Fördermittel beantragt wurden, ist groß und zeigt die unterschiedlichen Ausgangslagen und Bedarfe in den Kommunen.
“Bürgerfreundlicher, effizienter und ressourcenschonender”
„Digitale Technologien helfen der Verwaltung bürgerfreundlicher, effizienter und ressourcenschonender zu arbeiten. Mit unserem Förderprogramm ‚kommunal.digital.hessen‘ unterstützen wir die Kommunen bedarfsorientiert und unbürokratisch bei der digitalen Transformation“, sagte Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus. „Das Programm erreicht eine echte Flächenwirkung, da in diesem Jahr viele Kommunen eine Förderung erhalten. Es freut mich besonders, dass gerade die finanzschwachen Kommunen das Förderprogramm genutzt haben: 89% der finanzschwächsten Kommunen haben einen Antrag gestellt.“
Für Dillenburg als finanzschwache Kommune beträgt die Förderquote 80 %. Das neue Förderprogramm soll für zunächst zwei Jahre aufgelegt werden.


