Waschbären in Dillenburg – Was Bürgerinnen und Bürger wissen sollten

Das Bild zeigt einen Waschbären auf einer Wiese vor einem liegenden Baumstamm

Waschbären gelten bei vielen Menschen als niedlich, allerdings werden sie in Hessen zunehmend zu einem ernsten Problem. Was vielen nicht bewusst ist: Waschbären gehören zu invasiven gebietsfremden Arten. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere breiten sich seit ihrer Aussetzung am Edersee im Jahr 1934 auch in Hessen weiterhin rasant aus. Sie gefährden die heimische Fauna, indem sie unter anderem Vögel, Amphibien und Reptilien geschickt aufspüren und anschließend fressen. Besonders in städtischen Gebieten, wo die Tiere kaum natürliche Feinde haben, entstehen mittlerweile extreme Populationsdichten, in Städten wie Kassel leben schätzungsweise bereits zum Teil mehr als 100 Waschbären auf einer Fläche von nur einem Quadratkilometer.

Die größten Missverständnisse

Rund um den Umgang mit Waschbären kursieren viele Irrtümer. So wird oft behauptet, eine Bejagung führe zu einer stärkeren Vermehrung der Tiere, dieses Argument basiert jedoch auf der Fehlinterpretation einer Studie aus dem Jahr 1990. Wissenschaftliche Studien oder validierte Daten, die darauf deuten, dass die Bejagung zu einer Zunahme der Waschbärenpopulation führen könnte, gibt es bislang jedoch nicht. Auch der Vorschlag, Waschbären stattdessen zu kastrieren, ist weder praktikabel noch rechtlich zulässig. Eine gezielte Kastration und anschließender Aussetzung von mehreren Hunderttausend Tieren wäre organisatorisch unmöglich und widerspricht geltendem EU-Recht bezüglich Umgang mit invasiven Arten. Ebenso ist die Behauptung, Waschbären lebten in matriarchalischen Sozialstrukturen und seien daher besonders sensibel gegenüber Eingriffen, wissenschaftlich nicht belegt.

Was tut die Politik?

In Hessen plant das Umweltministerium die Jagdzeit für Waschbären künftig ganzjährig freizugeben. Bislang gilt zwischen März und Juli eine Schonzeit, welche jedoch angesichts der fortschreitenden Ausbreitung zunehmend infrage gestellt wird. Schon jetzt liegt die jährliche Zahl der erlegten Waschbären um die 40.000 – und dennoch nimmt die Population weiter zu. Tierschutzorganisationen und einige Umweltschutzverbände äußern jedoch Bedenken, ob allein die Jagd langfristig ausreichen wird, um das Problem nachhaltig in den Griff zu bekommen.

Was können Bürgerinnen und Bürger tun?

Auch wenn viele Menschen keinen direkten Kontakt mit Waschbären haben lohnt es sich Vorkehrungen zu treffen – insbesondere, wenn man in unmittelbarer Nähe von Waldgebieten wohnt. Eine der wichtigsten Maßnahmen besteht darin, das eigene Haus möglichst waschbärsicher zu gestalten. Dazu gehört etwa auf das Dach ragende Äste zurückzuschneiden, Fallrohre der Regenrinne mit glatten Blechmanschetten zu versehen und potenzielle Einstiegspunkte wie Dachluken oder Schornsteine gut abzusichern. Ein weiteres zentrales Thema ist der Umgang mit Nahrungsquellen. Waschbären sind Allesfresser und äußerst geschickt darin, Mülltonnen zu öffnen oder bereitgestelltes Tierfutter zu ergattern. Deshalb sollten Abfallbehälter fest verschlossen und erst am Tag der Abholung an die Straße gestellt werden. Fallobst im Garten sollte regelmäßig entfernt, Haustier- und Vogelfutter über Nacht ins Haus geholt werden. Je weniger Anreize die Tiere finden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich dauerhaft in der Nähe ansiedeln. Falls ein Waschbär dennoch ins Haus oder auf den Dachboden gelangt, sollte man nicht versuchen, ihn selbst zu vertreiben. In solchen Fällen ist es ratsam, sich an Fachleute zu wenden – etwa einen Schädlingsbekämpfer mit entsprechender Zulassung oder örtlichen Jagdpächtern.

Warum das Thema ernst genommen werden muss

Der zunehmende Waschbärenbestand ist nicht nur eine Herausforderung für den Arten- und Naturschutz, sondern auch für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer. Die Tiere verursachen Lärm, hinterlassen Kot und können durch das Eindringen ins Dachgeschoss erhebliche Schäden anrichten. Um die Problematik nachhaltig einzudämmen zu können, wird langfristig ein Zusammenspiel aus jagdlicher Regulation, baulicher Vorsorge und korrekt informierter Bevölkerung erforderlich. Waschbären sind nachtaktiv, anpassungsfähig und durchaus intelligent. Wer sie verharmlost oder vermenschlicht, unterschätzt sehr leicht die letztendlichen Folgen für die heimische Artenvielfalt. Deshalb sind Aufklärung und realistische Einschätzung wichtig, beispielsweise durch das Projekt ZOWIAC oder Informationen des Hessischen Tierschutzportals. Diese betonen: Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wildtieren ist kein Widerspruch zu ihrem Schutz, sondern vielmehr Voraussetzung dafür.

Fazit

Waschbären mögen auf den ersten Blick putzig wirken, doch in der Realität stellen sie eine wachsende Gefahr für die heimische Artenvielfalt und die städtische Infrastruktur dar. Mit einfachen Maßnahmen können Bürgerinnen und Bürger aktiv dazu beitragen, Konflikte mit den Tieren zu vermeiden. Gleichzeitig ist es wichtig, populären Irrtümern nicht aufzusitzen und sich fundiert zu informieren – etwa über die Plattform zowiac.eu, welche einen aktuellen Faktencheck rund um das Thema Waschbären bietet.

Vier Tage kulturelle Vielfalt bei Picknick am Turm 2025

Beim Krimi-Dinner war die Freilichtbühnenwiese voll belegt.

Blues und Blödsinn trifft Poetry Slam, Krimi-Picknick Dinner und rockende Saurier

Wie schon in Jahren zuvor, war auch diesmal das fünfte von der Oranienstadt Dillenburg veranstaltete „Picknick am Turm“ ein toller Erflog. Unter dem Motto „Auf die Decken, fertig, los!“ war bei angenehmen Sommerwetter die Grünfläche an der Freilichtbühne am dritten Juli-Wochenende an allen vier Tagen gut belegt. Am Sonntag (20.07.) beim Auftritt von Heavysaurus, fanden rund 600 Besucher den Weg zum Schlossberg. Nicht nur in Sachen Speisen und Getränken, sondern auch in Form eines abwechslungsreichen und höchst unterhaltsamen Kulturprogramms, wurde ordentlich aufgetischt.

Unter dem Motto „Blödsinn & Blues, vorgetragen von Hessens bekanntestem Radiomoderator Werner Reinke und musikalisch unterlegt von Biber Herrmann, einem der authentischsten Folk-Blues-Gitarristen Deutschlands, wurde das muntere Geschehen am Wilhelmsturm eröffnet. Die erste Lesung, die gleichzeitig im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KulturOrt Dillenburg“ stattfand, war ganz nach dem Geschmack des Publikums. Der Altmeister der Rundfunk-Kultur, Werner Reinke, der seine Karriere bei Radio Bremen begann und beim Hessischen Rundfunk zur Radiolegende wurde, trieb mit lichten Gedichten, kuriosen Reimen, witzigen Vierzeilern und verrückten Wortschöpfungen von Robert Gernhardt und Georg Kreisler bis zu Heinz Erhardt und Fritz Eckenga, die Humortemperatur steil nach oben. Witze wie: Gerät ein Vampir in eine Verkehrskontrolle, auf die Frage des Polizisten, ob er was getrunken habe, antwortet er: „Ja, zwei Radler!“. Der Spaß zwischen ungenierter Komik und feingestrickter Ernsthaftigkeit bewältigte Werner Reinke mühelos. Unterstützt wurde er dabei kurzerhand von seiner Rundfunkkollegin Marion Kuchenny, die den Fontane-Klassiker „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ vortrug. Gitarrenvirtuose, Songpoet und Geschichtenerzähler Biber Herrmann, der seit vielen Jahren zu den absoluten Blues-Größen Deutschlands zählt, trug ein Übriges zum Gelingen des Abends bei. Neben eigenen Songs und Blues-Klassikern von Willie Dixon und Muddy Waters gab er „In The Summertime“ und eine Bob Dylan Ballade zum Besten, die Reinke dazu anregte, Dillenburg zukünftig in Dylanburg umzubenennen. Während Biber Herrmann seine Musik, wie von einer sechsköpfigen Combo gespielt, erklingen ließ, brillierte Werner Reinke zu guter Letzt als Sänger mit seiner Version von „House Of The Rising Sun“.

Biber Herrmann und Werner Reinke waren ein brillantes Team in Sachen Poesie und Musik.
Biber Herrmann und Werner Reinke waren ein brillantes Team in Sachen Poesie und Musik.

Ganz im Zeichen moderner Dichtkunst stand der Freitagabend, als vier Cracks der Poetry-Slam-Szene, angekündigt von Livia Warch, Sascha Kirchhoff und Jan Bernhardt von der Lebenshilfe Dillenburg, in einem Wettstreit ihr Können in Sachen Lyrik, Stand-up-Comedy, Kabarett und Prosa demonstrierten. Musikalisch eingerahmt von der Liedermacherin Fee Badenius, stellten sich Johannes Floehr, Mali Carillo, Sulaiman Masomi und Marlena Schönfeld einer fünfköpfigen Jury.

Johannes Floehr ging mit französischen Wortspielereien auf eine Tour de France und macht sich so seine Gedanken darüber, ob früher wirklich alles besser war. Sulaiman Masomi machte sich genüsslich über inhaltsleere Floskeln und über die Erkenntnis her, dass nur Polizisten die einzigen Deutschen sind, die sich für sein Leben interessieren. Die 17-jährige Mali Carillo schließlich suchte nach Wegen, ihren Seelenfrieden zu finden. Marlena Schönfeld schließlich setzte sich mit der Liebe und dem Herzschmerz auseinander. Nachdem Bürgermeister Michael Lotz mit seinem selbstverfassten Gedicht „Der Berg“ regen Applaus kassierte und in die Riege der Poetry Slammer Aufnahme fand, wählten die Jury und das Publikum schlussendlich Mali Carillo zu Siegerin des Abends.

Fee Badenius übernahm den musikalischen Teil bei Best Of Poetry Slam.
Fee Badenius übernahm den musikalischen Teil bei Best Of Poetry Slam.


Die Wiesbadenerin Mali Carillo ging als Siegerin des Poetry-Salm-Wettstreits hervor.
Die Wiesbadenerin Mali Carillo ging als Siegerin des Poetry-Salm-Wettstreits hervor.
Michael Lotz fand mit seinem Gedicht „Der Berg" Aufnahme in die Gilde der Poetry-Slam-Künstler.
Michael Lotz fand mit seinem Gedicht „Der Berg” Aufnahme in die Gilde der Poetry-Slam-Künstler.

Während Poetry Slam bei „Picknick am Turm“ erstmals auf dem Spielplan stand, ist das Krimi-Dinner von Anfang an fester Bestandteil der Kulturtage auf der Freilichtbühne. Diesmal mussten Sherlock Holmes und Dr. Watson, unterstützt vom Publikum, einen blutrünstigen, mordenden Vampir stellen, der in einem kleinen Dorf  in Sussex sein Unwesen treiben soll.. Eingebettet in ein delikates Dinner in der entspannten Picknick-Variante, waren die Ermittlungsarbeiten das reinste Vergnügen. Zum Ausklang des diesjährigen Krimi-Picknick-Dinners am Samstagabend packten Michael „Öli“ Müller und Peter Schneider ihre Klampfen für ein abwechslungsreiches musikalisches Akustik-Programm aus.

Sherlock Holmes und Dr. Watson ermitteln im Fall um einen mörderischen Vampir.
Sherlock Holmes und Dr. Watson ermitteln im Fall um einen mörderischen Vampir.
Beim Krimi-Dinner war die Freilichtbühnenwiese voll belegt.
Beim Krimi-Dinner war die Freilichtbühnenwiese voll belegt.

Pickepackevoll war am Sonntagnachmittag das Open-Air-Gelände, als Heavysaurus die Bühne erklommen. Mit Hardrock und Heavy Metal für die ganze Familie boten die Dinos Mr. Heavysaurus, Milli Pilli, Komppi Momppi, Muffi Puffi, und Drache Riffi Raffi ein echtes, kindgerechtes Live-Erlebnis mit grandioser Bühnenshow. Die „Pommesgabel“, Markenzeichen von Heavysaurus, kennen schon die kleinsten Fans: Zeigefinger und kleiner Finger ausgestreckt, Hand stolz nach oben gereckt.  

Auch diese Kinder kennen das Pommesgabel-Markenzeichen von Heavysaurus: Zeigefinder und kleiner Finger ausgestreckt.
Auch diese Kinder kennen das Pommesgabel-Markenzeichen von Heavysaurus: Zeigefinder und kleiner Finger ausgestreckt.
Vier Dinosaurier und ein Drache machten mitreißende Rockmusik mit deutschen Texten für die ganze Familie.
Vier Dinosaurier und ein Drache machten mitreißende Rockmusik mit deutschen Texten für die ganze Familie.

Baustellen für den Glasfaserausbau

Glasfaserkabel Bild von Rosy auf Pixabay. Das Bild dient als Navigationselement und führt zum ganzen Artikel

Im Bereich Marktstraße, Rathausstraße, Am Zwingel und in der Hintergasse finden im Zeitraum vom 14.07. bis zum 18.08.2025 Tiefbauarbeiten im Zuge des Glasfasernetzausbaus statt. Die Straßen sind weiterhin befahrbar, es werden lediglich Halteverbote eingerichtet.

Arbeiten auch in der Maibachstraße und am Kirchberg

Im Bereich der Maibachstraße starten die Bauarbeiten ebenfalls am 14.07. und sollen bis zum 04.08. abgeschlossen sein. Hier wird der Gehweg vollständig gesperrt und Halteverbote eingerichtet, um einen reibungslosen Ablauf der Arbeiten zu gewährleisten. Der reguläre Verkehr wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Am Fuß des Kirchberg ebenfalls vom 14.07. bis 04.08., kommt es zu einer Vollsperrung der Straße durch eine sogenannte Wanderbaustelle, die sich im genannten Zeitraum abschnittsweise vorarbeitet. Die Zufahrt für Anlieger ist sowohl von der Marbachstraße als auch vom Wilhelmsplatz aus jederzeit möglich.

Im Zeitraum vom 16. Juli bis zum 17. August 2025 finden im Bereich der Hauptstraße (Fußgängerzone) Tiefbauarbeiten im Zuge des Glasfasernetzausbaus statt. Für die Dauer der Baumaßnahme wird die Fußgängerzone halbseitig gesperrt. Der Fußgängerverkehr wird jedoch weiterhin uneingeschränkt möglich sein und nicht beeinträchtigt.

Durchgeführt werden die Tiefbauarbeiten durch die Firma

Kessler & Pfaff Tiefbau Consult GmbH (Tel. 02771 320880). Die Verkehrssicherung übernimmt die Firma Stern Bau (Tel. 06441 5673819)

Kanäle in Dillenburg werden untersucht

Logo der Oranienstadt Dillenburg. Mit Klick aufs Bild gehts zum ganzen Artikel

Auch im Jahr 2025 wird die Oranienstadt Dillenburg das städtische Kanalnetz untersuchen, um den baulichen Zustand der unterirdischen Abwasserleitungen festzustellen.

Dillenburg (RN). Gemäß der Eigenkontrollverordnung (EKVO) des Landes Hessen sind die Betreiber von Abwasseranlagen nach dem Hessischen Wassergesetz verpflichtet, ihre Kanäle regelmäßig zu überprüfen.

Kernstadt und Wasserschutzgebiete

In diesem Jahr werden die Untersuchungen sowohl in der Kernstadt als auch in den Wasserschutzgebieten der Stadtteile durchgeführt. In der Kernstadt betrifft dies insbesondere die Bereiche vom „Galgenberg“ und „Dillfeld“, über den Bereich Aquarena/Stadion bis zum „Alten Rathaus“. Ebenfalls untersucht werden in diesem Bereich die „Siegener Straße“, die Straße „Am Köppel“ sowie der untere Abschnitt der „Marbachstraße“.

Darüber hinaus finden Inspektionen an den Abwasserkanälen zwischen Niederscheld und Oberscheld, zwischen Nanzenbach und Dillenburg sowie in Frohnhausen im Bereich des „Badeweihers“ statt.

Beginn voraussichtlich Mitte Juli

Die TV-Inspektionen inklusive vorheriger Kanalreinigung beginnen voraussichtlich Mitte Juli 2025 und werden etwa 10 Wochen andauern. Insgesamt umfasst das zu überprüfende öffentliche Kanalnetz über 12 Kilometer Länge und rund 350 Schachtbauwerke.

Da einige Kanalabschnitte über private Grundstücke verlaufen, bittet die Stadt die Eigentümer, der beauftragten Inspektionsfirma den Zugang zu diesen Grundstücken zu ermöglichen. Die Arbeiten werden durch die Firma Schreiber Umweltschutz GmbH durchgeführt, deren Mitarbeitende sich entsprechend ausweisen können.

Für Rückfragen steht Herr Figge vom Ressort Bauen und Liegenschaften der Stadtverwaltung Dillenburg unter Tel. 02771/896-270 gerne zur Verfügung.

Abschlusstour Stadtradeln

Mehrere Fahrradfahrer auf einer Radtour

Die letzte zum Stadtradeln 2025 zählende Tour wird wieder gemeinsam mit der Stadt Haiger durchgeführt.

Auf geht´s zur Abschlusstour des Stadtradelns. (Foto: Ralf Triesch)

Los geht es am Freitag, dem 04.07.2025 um 16:30 Uhr im Hofgarten. Die Tour führt durch das Dillfeld nach Sechshelden zum Rathaus Haiger. Weiter geht es dann durch den Balkan-Tunnel in Langenaubach und über Breitscheid und den neuen Radweg nach Medenbach, ehe die Tour über Burg wieder zurück nach Dillenburg führt.

Am Zielort angekommen gibt es die Möglichkeit ein kühles Getränk zu sich zu nehmen.

Hinweis: Die Tour ist NICHT für Rennräder geeignet.

Ferienpass 2025

Logo Ferienpass Dillenburg

Am Montag, den 7. Juli beginnen die Sommerferien und somit startet auch der Ferienpass der Oranienstadt Dillenburg.

Für einige Veranstaltungen gibt es noch Restplätze, die noch direkt über die Seite ferienpass-dillenburg.de gebucht werden können.

Der Tagesausflug geht in diesem Jahr in den Movie Park nach Bottrop, gemeinsam mit der Stadt Herborn. Hier können sich auch gerne Eltern anmelden, die ihr Kind nicht alleine zu dieser Aktion schicken möchten.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an ferienpass@dillenburg.de oder an das Ferienpass-Telefon: 02771/896-456 oder die Stadtjugendpflege 02771/8488419.

Liste der freien Plätze für den Ferienpass 2025 im PDF-Format

Neues aus dem Aquarena

Logo des Aquarena - Das Sport und Familienbad in Dillenburg

Es gibt gute Neuigkeiten für den Sommer. Nachdem sich die Öffnung des Außenbeckens im vergangenen Jahr zum Erfolg entwickelt hat, öffnet ab Montag, dem 30.06.2025, täglich wieder das Außenbecken des Aquarena auf der Liegewiese. Kinder bis sieben Jahren können sich bei sommerlichen Temperaturen, in der Zeit von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr, den Außenbereich zum Spielen und Planschen nutzen. Ebenso sind Snacks und Getränke erhältlich. Der Eintritt ist kostenfrei. Zu beachten ist, dass die Kinder in Begleitung eines Erwachsenen sein müssen. Die Außenfläche öffnet, ähnlich wie die Freibäder, nur bei gutem Wetter und in der Sommersaison. Die Oranienstadt Dillenburg und die Service Betriebe freuen sich, dass während der Zeit der Sanierung so ein kleines Angebot für Kinder in Dillenburg geschaffen werden kann.

150 Jahre Wilhelmsturm

Logo 150 Jahre Wilhelmsturm

von Stadthistoriker Simon Dietrich

„Eine der schönsten, vielleicht die schönste Feier, welche die Stadt Dillenburg je begangen hat.“ Mit diesen Worten beschrieb ein Berichterstatter das große Einweihungsfest des Wilhelmsturms am 29. Juni 1875. Nach dreijähriger Bauzeit und zehnjähriger Planung wurde das Oranierdenkmal an diesem Tag der Öffentlichkeit übergeben. Hunderte Gäste waren angereist, die Stadt hatte sich herausgeputzt. Doch wie war es überhaupt zum Bau des Turmes gekommen?

Eine Idee wird Realität

Eine schwarz-weiß-Aufnahme der Stadtansicht
Der Wilhelmsturm gehört seit 150 Jahren fest zum Dillenburger Stadtbild, hier eine Aufnahme von 1955 (Stadtarchiv Dillenburg; Foto: Josef Leiter).

Die erste Idee, auf den Ruinen des 1760 zerstörten Schlosses einen Turm zum Andenken an Wilhelm von Oranien zu errichten, war im Jahr 1865 formuliert worden. Damals dominierten den Schlossberg Privatgärten, in denen Obst und Gemüse angebaut wurden, zudem gab es eine Gaststätte. Eher abschreckend wirkte auf die wenigen Gäste, die sich wegen der „Wilhelmslinde“ hierhin verirrten, wohl die Nachbarschaft des „Criminal-Gefängnisses“, das im Stockhaus und der späteren Jugendherberge untergebracht war. Überall auf dem Gelände standen Mauerreste und lag Geröll herum. Noch bis ca. 1850 nutzten die Dillenburger diese historischen Hinterlassenschaften als Steinbruch.

Industrie- und Beamtenstadt

Die Stadt selbst hatte um 1865 rund 3.600 Einwohner, es herrschten also eher beschauliche Kleinstadtverhältnisse. Immerhin hatte die Industrialisierung durch den 1862 erfolgten Anschluss an die Köln-Gießener Eisenbahn einen kräftigen Schub erhalten. Fabriken wuchsen und wurden neu gegründet. Eine wichtige Rolle spielten aber vor allem die zahlreichen Behörden: Dillenburg war eine Beamtenstadt. Nicht nur für die Staatsdiener war das Jahr 1866 ein großer Einschnitt: Damals nämlich endete die Herrschaft des Hauses Nassau, das gleichnamige Herzogtum wurde von Preußen annektiert. Ein Umstand, der von vielen durchaus begrüßt wurde, versprach er doch besonders in wirtschaftlicher Hinsicht einen Aufbruch.

Zu Ehren des größten Sohnes

Zu den Initiatoren des Turmbaus zählte 1865 neben dem Kaufmann August Gail vor allem der Gymnasialdirektor August Spieß. Sie entwickelten maßgeblich die Idee, den größten Sohn der Stadt – den 1533 auf dem Schloss geborenen Wilhelm von Oranien – durch ein Turmdenkmal zu ehren. Dieses sollte ihren Überlegungen zufolge mehrere Funktionen erfüllen: Es war gleichermaßen als rekonstruierter Burgturm, als Aussichtsturm und als oranischer Erinnerungsort konzipiert, sollte zudem als Landmarke schon von Weitem Touristen nach Dillenburg locken. Die Belebung des Fremdenverkehrs zählte also von Anfang zu den Zielsetzungen der Erbauer. Eine Idee, die – wie man heute resümieren kann – voll aufging: Auch im 21. Jahrhundert noch zieht der Turm Jahr für Jahr zahlreiche Besucher an.

Niederlande maßgeblich an der Finanzierung beteiligt

Als Besonderheit darf der Wilhelmsturm allerdings aus einem anderen Grund gelten: Er war von Beginn an aufs Engste mit dem westlichen Nachbarland verbunden und hatte dadurch einen transnationalen Charakter. Während Denkmäler im Kaiserreich (1871–1918) gewöhnlicherweise einen nationalen Bezug aufwiesen, ehrte der Wilhelmsturm einen regionalen Adeligen, der in den Niederlanden zum Nationalhelden avanciert war. Auch die Finanzierung des Wilhelmsturms darf daher als äußerst ungewöhnlich gelten. Spenden für den Bau sammelte neben einem Dillenburger auch ein niederländisches Denkmalkomitee. Erfolg hatte vor allem Letzteres. Am Ende stemmten niederländische Gönner fast 80 % der Gesamtkosten (29.129 Taler)! Ein Großteil dieser Summe kam von Prinzessin Marianne der Niederlande, ohne die der Bau vermutlich niemals zustande gekommen wäre.

Imposanter Festzug zum Wilhelmsturm

Festprogramm zur Einweihung des Wilhelmsturmes
Das Programm zur Einweihungsfeier am 29. Juni 1875 (Stadtarchiv Dillenburg).

Die transnationale Ausrichtung des Wilhelmsturms zeigte sich insbesondere auch am Tag der Einweihung vor 150 Jahren. Schon am Vorabend wurden die zahlreichen niederländischen Gäste, unter anderem die dortigen Komiteemitglieder, mit Glockengeläut und Böllerschüssen am Bahnhof empfangen. Später traf dann als Vertreter des deutschen Kaisers sowie seiner Mutter, der Mäzenin Marianne, auch Prinz Albrecht von Preußen per Bahn ein. Der Festtag wurde um 6 Uhr morgens mit Choralgesang und – erneut – Böllerschüssen eingeleitet. Um 9 Uhr begann der Festgottesdienst in der Stadtkirche. Anschließend setzte sich ein imposanter Festzug durch die feierlich geschmückten Straßen in Bewegung, der nach einem anstrengenden Aufstieg in der Mittagshitze den Schlossberg erreichte.

Erste Besichtigung

Dort hielt zunächst August Spieß eine vielfach gelobte Festrede. Dann sprach er in Richtung des Turms „erhabene Worte der Weihe, das Bauwerk unter den Schutz des Allmächtigen, unter den Schirm des Kaisers und die Obhut der Stadt stellend.“ Es folgte die preußische Nationalhymne sowie das bekannte „Wilhelmus-Lied“, die spätere Nationalhymne der Niederlande. Anschließend ergriff der Vorsitzende des niederländischen Komitees, Prediger Francken aus Rotterdam, das Wort. Als er die Bedeutung des Oraniers sowie des nun geweihten Dillenburger Denkmals für sein Volk schilderte, „vibrirte (!) seine Stimme vor innerem gewaltigem Drang.“ Nach seiner Rede erklang noch die damalige „holländische Nationalhymne“, bevor schließlich die Schlüssel des Turms an den Bürgermeister übergeben wurden. Dieser öffnete die Tür und besichtigte das Oranierdenkmal zunächst mit den Ehrengästen. Erst im Anschluss durften endlich auch die normalen Besucher das neue Wahrzeichen der Stadt begutachten.

Eintrittskarte zum Festball anlässlich der Einweihung des Wilhelmsturmes
Eintrittskarte zum Festball am 29. Juni 1875 (Stadtarchiv Dillenburg).

Ein Denkmal zweier Nationen

Für die Dillenburger war das frisch eingeweihte Bauwerk ein Erinnerungsort für einen regionalen Helden, den größten Sohn ihrer Stadt, und zugleich ein willkommener Touristenmagnet. Die angereisten Niederländer verstanden den Wilhelmsturm hingegen durchaus auch als ihr eigenes, nationales Denkmal, errichtet zum „Ruhm für unsere Nation und zur Verherrlichung unserer Vorfahren.“ Eine – zumal mit Blick auf die Finanzierung des Baus – sehr nachvollziehbare Schlussfolgerung.

Ein nahezu einzigartiger Fall

Ein niederländisches Nationaldenkmal auf nassauischem Boden, initiiert und organisiert von Dillenburgern, finanziert zum Großteil von Niederländern – das dürfte ein nahezu einzigartiger Fall innerhalb der national geprägten Denkmallandschaft des 19. Jahrhunderts gewesen sein. Wir sehen: Der Wilhelmsturm war in seiner Zeit etwas Besonders – und ist es auch nach 150 Jahren noch!

Mehr zur Geschichte des Wilhelmsturms

Mehr über die Geschichte des Wilhelmsturms erfahren Interessierte in der kleinen Sonderausstellung im Turm (bis Ende Oktober) oder im Podcast-Interview mit dem Stadthistoriker:

QR-Code zum Podcast-Interview mit dem Stadthistoriker
Zum Podcast-Interview mit dem Stadthistoriker

Bekanntmachung Grenzbereinigungsverfahren

Logo des Landes Hessen

Im Zuge des Ausbaus zwischen Dillenburg und Nanzenbach L3362 wird auf Veranlassung von Hessen Mobil Straßen- und Verkehrsmanagement nach § 4 des Gesetzes über die vereinfachte Bereinigung der Rechts- und Grenzverhältnisse bei Baumaßnahmen für öffentliche Straßen für folgende Grundstücke (Flurstücke) ein Grenzbereinigungsverfahren eingeleitet:

Verfahrensgebiet: ,, L 3362 – Ausbau zwischen Dillenburg und Nanzenbach “