Die letzte zum Stadtradeln 2025 zählende Tour wird wieder gemeinsam mit der Stadt Haiger durchgeführt.
Auf geht´s zur Abschlusstour des Stadtradelns. (Foto: Ralf Triesch)
Los geht es am Freitag, dem 04.07.2025 um 16:30 Uhr im Hofgarten. Die Tour führt durch das Dillfeld nach Sechshelden zum Rathaus Haiger. Weiter geht es dann durch den Balkan-Tunnel in Langenaubach und über Breitscheid und den neuen Radweg nach Medenbach, ehe die Tour über Burg wieder zurück nach Dillenburg führt.
Am Zielort angekommen gibt es die Möglichkeit ein kühles Getränk zu sich zu nehmen.
Hinweis: Die Tour ist NICHT für Rennräder geeignet.
Am Montag, den 7. Juli beginnen die Sommerferien und somit startet auch der Ferienpass der Oranienstadt Dillenburg.
Für einige Veranstaltungen gibt es noch Restplätze, die noch direkt über die Seite ferienpass-dillenburg.de gebucht werden können.
Der Tagesausflug geht in diesem Jahr in den Movie Park nach Bottrop, gemeinsam mit der Stadt Herborn. Hier können sich auch gerne Eltern anmelden, die ihr Kind nicht alleine zu dieser Aktion schicken möchten.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an ferienpass@dillenburg.de oder an das Ferienpass-Telefon: 02771/896-456 oder die Stadtjugendpflege 02771/8488419.
Es gibt gute Neuigkeiten für den Sommer. Nachdem sich die Öffnung des Außenbeckens im vergangenen Jahr zum Erfolg entwickelt hat, öffnet ab Montag, dem 30.06.2025, täglich wieder das Außenbecken des Aquarena auf der Liegewiese. Kinder bis sieben Jahren können sich bei sommerlichen Temperaturen, in der Zeit von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr, den Außenbereich zum Spielen und Planschen nutzen. Ebenso sind Snacks und Getränke erhältlich. Der Eintritt ist kostenfrei. Zu beachten ist, dass die Kinder in Begleitung eines Erwachsenen sein müssen. Die Außenfläche öffnet, ähnlich wie die Freibäder, nur bei gutem Wetter und in der Sommersaison. Die Oranienstadt Dillenburg und die Service Betriebe freuen sich, dass während der Zeit der Sanierung so ein kleines Angebot für Kinder in Dillenburg geschaffen werden kann.
„Eine der schönsten, vielleicht die schönste Feier, welche die Stadt Dillenburg je begangen hat.“ Mit diesen Worten beschrieb ein Berichterstatter das große Einweihungsfest des Wilhelmsturms am 29. Juni 1875. Nach dreijähriger Bauzeit und zehnjähriger Planung wurde das Oranierdenkmal an diesem Tag der Öffentlichkeit übergeben. Hunderte Gäste waren angereist, die Stadt hatte sich herausgeputzt. Doch wie war es überhaupt zum Bau des Turmes gekommen?
Eine Idee wird Realität
Der Wilhelmsturm gehört seit 150 Jahren fest zum Dillenburger Stadtbild, hier eine Aufnahme von 1955 (Stadtarchiv Dillenburg; Foto: Josef Leiter).
Die erste Idee, auf den Ruinen des 1760 zerstörten Schlosses einen Turm zum Andenken an Wilhelm von Oranien zu errichten, war im Jahr 1865 formuliert worden. Damals dominierten den Schlossberg Privatgärten, in denen Obst und Gemüse angebaut wurden, zudem gab es eine Gaststätte. Eher abschreckend wirkte auf die wenigen Gäste, die sich wegen der „Wilhelmslinde“ hierhin verirrten, wohl die Nachbarschaft des „Criminal-Gefängnisses“, das im Stockhaus und der späteren Jugendherberge untergebracht war. Überall auf dem Gelände standen Mauerreste und lag Geröll herum. Noch bis ca. 1850 nutzten die Dillenburger diese historischen Hinterlassenschaften als Steinbruch.
Industrie- und Beamtenstadt
Die Stadt selbst hatte um 1865 rund 3.600 Einwohner, es herrschten also eher beschauliche Kleinstadtverhältnisse. Immerhin hatte die Industrialisierung durch den 1862 erfolgten Anschluss an die Köln-Gießener Eisenbahn einen kräftigen Schub erhalten. Fabriken wuchsen und wurden neu gegründet. Eine wichtige Rolle spielten aber vor allem die zahlreichen Behörden: Dillenburg war eine Beamtenstadt. Nicht nur für die Staatsdiener war das Jahr 1866 ein großer Einschnitt: Damals nämlich endete die Herrschaft des Hauses Nassau, das gleichnamige Herzogtum wurde von Preußen annektiert. Ein Umstand, der von vielen durchaus begrüßt wurde, versprach er doch besonders in wirtschaftlicher Hinsicht einen Aufbruch.
Zu Ehren des größten Sohnes
Zu den Initiatoren des Turmbaus zählte 1865 neben dem Kaufmann August Gail vor allem der Gymnasialdirektor August Spieß. Sie entwickelten maßgeblich die Idee, den größten Sohn der Stadt – den 1533 auf dem Schloss geborenen Wilhelm von Oranien – durch ein Turmdenkmal zu ehren. Dieses sollte ihren Überlegungen zufolge mehrere Funktionen erfüllen: Es war gleichermaßen als rekonstruierter Burgturm, als Aussichtsturm und als oranischer Erinnerungsort konzipiert, sollte zudem als Landmarke schon von Weitem Touristen nach Dillenburg locken. Die Belebung des Fremdenverkehrs zählte also von Anfang zu den Zielsetzungen der Erbauer. Eine Idee, die – wie man heute resümieren kann – voll aufging: Auch im 21. Jahrhundert noch zieht der Turm Jahr für Jahr zahlreiche Besucher an.
Niederlande maßgeblich an der Finanzierung beteiligt
Als Besonderheit darf der Wilhelmsturm allerdings aus einem anderen Grund gelten: Er war von Beginn an aufs Engste mit dem westlichen Nachbarland verbunden und hatte dadurch einen transnationalen Charakter. Während Denkmäler im Kaiserreich (1871–1918) gewöhnlicherweise einen nationalen Bezug aufwiesen, ehrte der Wilhelmsturm einen regionalen Adeligen, der in den Niederlanden zum Nationalhelden avanciert war. Auch die Finanzierung des Wilhelmsturms darf daher als äußerst ungewöhnlich gelten. Spenden für den Bau sammelte neben einem Dillenburger auch ein niederländisches Denkmalkomitee. Erfolg hatte vor allem Letzteres. Am Ende stemmten niederländische Gönner fast 80 % der Gesamtkosten (29.129 Taler)! Ein Großteil dieser Summe kam von Prinzessin Marianne der Niederlande, ohne die der Bau vermutlich niemals zustande gekommen wäre.
Imposanter Festzug zum Wilhelmsturm
Das Programm zur Einweihungsfeier am 29. Juni 1875 (Stadtarchiv Dillenburg).
Die transnationale Ausrichtung des Wilhelmsturms zeigte sich insbesondere auch am Tag der Einweihung vor 150 Jahren. Schon am Vorabend wurden die zahlreichen niederländischen Gäste, unter anderem die dortigen Komiteemitglieder, mit Glockengeläut und Böllerschüssen am Bahnhof empfangen. Später traf dann als Vertreter des deutschen Kaisers sowie seiner Mutter, der Mäzenin Marianne, auch Prinz Albrecht von Preußen per Bahn ein. Der Festtag wurde um 6 Uhr morgens mit Choralgesang und – erneut – Böllerschüssen eingeleitet. Um 9 Uhr begann der Festgottesdienst in der Stadtkirche. Anschließend setzte sich ein imposanter Festzug durch die feierlich geschmückten Straßen in Bewegung, der nach einem anstrengenden Aufstieg in der Mittagshitze den Schlossberg erreichte.
Erste Besichtigung
Dort hielt zunächst August Spieß eine vielfach gelobte Festrede. Dann sprach er in Richtung des Turms „erhabene Worte der Weihe, das Bauwerk unter den Schutz des Allmächtigen, unter den Schirm des Kaisers und die Obhut der Stadt stellend.“ Es folgte die preußische Nationalhymne sowie das bekannte „Wilhelmus-Lied“, die spätere Nationalhymne der Niederlande. Anschließend ergriff der Vorsitzende des niederländischen Komitees, Prediger Francken aus Rotterdam, das Wort. Als er die Bedeutung des Oraniers sowie des nun geweihten Dillenburger Denkmals für sein Volk schilderte, „vibrirte (!) seine Stimme vor innerem gewaltigem Drang.“ Nach seiner Rede erklang noch die damalige „holländische Nationalhymne“, bevor schließlich die Schlüssel des Turms an den Bürgermeister übergeben wurden. Dieser öffnete die Tür und besichtigte das Oranierdenkmal zunächst mit den Ehrengästen. Erst im Anschluss durften endlich auch die normalen Besucher das neue Wahrzeichen der Stadt begutachten.
Eintrittskarte zum Festball am 29. Juni 1875 (Stadtarchiv Dillenburg).
Ein Denkmal zweier Nationen
Für die Dillenburger war das frisch eingeweihte Bauwerk ein Erinnerungsort für einen regionalen Helden, den größten Sohn ihrer Stadt, und zugleich ein willkommener Touristenmagnet. Die angereisten Niederländer verstanden den Wilhelmsturm hingegen durchaus auch als ihr eigenes, nationales Denkmal, errichtet zum „Ruhm für unsere Nation und zur Verherrlichung unserer Vorfahren.“ Eine – zumal mit Blick auf die Finanzierung des Baus – sehr nachvollziehbare Schlussfolgerung.
Ein nahezu einzigartiger Fall
Ein niederländisches Nationaldenkmal auf nassauischem Boden, initiiert und organisiert von Dillenburgern, finanziert zum Großteil von Niederländern – das dürfte ein nahezu einzigartiger Fall innerhalb der national geprägten Denkmallandschaft des 19. Jahrhunderts gewesen sein. Wir sehen: Der Wilhelmsturm war in seiner Zeit etwas Besonders – und ist es auch nach 150 Jahren noch!
Mehr zur Geschichte des Wilhelmsturms
Mehr über die Geschichte des Wilhelmsturms erfahren Interessierte in der kleinen Sonderausstellung im Turm (bis Ende Oktober) oder im Podcast-Interview mit dem Stadthistoriker:
Im Zuge des Ausbaus zwischen Dillenburg und Nanzenbach L3362 wird auf Veranlassung von Hessen Mobil Straßen- und Verkehrsmanagement nach § 4 des Gesetzes über die vereinfachte Bereinigung der Rechts- und Grenzverhältnisse bei Baumaßnahmen für öffentliche Straßen für folgende Grundstücke (Flurstücke) ein Grenzbereinigungsverfahren eingeleitet:
Für Sammler und Liebhaber bringt die Oranienstadt Dillenburg anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Wilhelmsturm“ eine Medaille in zwei verschiedenen Ausführungen heraus. Die Jubiläumsmedaille, bestehend aus Kupfer oder Neusilber, hat einen Durchmesser von 30 mm und ist ab sofort für 10 Euro in der Tourist-Information im Alten Rathaus (Hauptstraße 19) erhältlich, so lange der Vorrat reicht. Auch werden die Medaillen am Jubiläumswochenende vom 27. – 29. Juni am Stand der Oranienstadt Dillenburg im Bereich der Schlossberganlagen zum Kauf angeboten.
Die Jubiläumsmedaille ist in zwei Ausführungen erhältlich.
Die Hessische Staatskanzlei hat das Förderprogramm „STARKES DORF+“ gestartet. Ziel des Programms ist es, Projekte im ländlichen Raum zu unterstützen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und die Lebensqualität vor Ort verbessern. Antragsberechtigt sind insbesondere Vereine, Stiftungen sowie sonstige Initiativen – nicht jedoch Ortsbeiräte.
Hinweis für Vereine und Initiativen im Dillenburger Stadtgebiet
Gefördert werden Projekte mit einer Fördersumme zwischen 1.000 € und 7.500 €.
Besonders willkommen sind Initiativen, die Treffpunkte schaffen oder beleben, das Miteinander stärken oder bürgerschaftliches Engagement fördern. Die Antragstellung erfolgt digital und ist ab sofort möglich.
Weitere Informationen sowie das Online-Antragsformular finden Sie unter:
Am 8. Mai 2025 feiert der Dillenburger Stadtteil Nanzenbach den 700. Jahrestag seiner Ersterwähnung. Damit steht das Dorf mit der reichen Bergbaugeschichte vor einer Premiere. Bislang nämlich wurde in Nanzenbach noch nie ein Ortsjubiläum begangen. Was vor allem daran liegt, dass die betreffende Urkunde aus dem Jahr 1325 bis vor wenigen Jahren im Wiesbadener Staatsarchiv schlummerte, ohne dass ihre Bedeutung für die Nanzenbacher Geschichte erkannt worden wäre.
Die Ersterwähnung vom 8. Mai 1325
Dass das Datum 1325 noch nicht ins allgemeine Bewusstsein eingegangen ist, zeigt sich auch, wenn man versucht, im Internet etwas über die Ersterwähnung von Nanzenbach herauszufinden. Dort stößt man nämlich auf widersprüchliche Angaben. Einige Webseiten nennen zwar die korrekte Zahl 1325, andere verlegen die früheste Nennung jedoch ins Jahr 1255 (was jeglicher Grundlage entbehrt). In älteren Publikationen begegnet zudem noch die Angabe, der Ort sei „urkundlich 1358 erstmalig erwähnt.“ Eine verwirrende Vielfalt an Jahreszahlen, die zeigt: Es herrscht offenbar Unklarheit.
Ersterwähnung sagt wenig über das tatsächliche Alter
Bevor wir uns im Folgenden der Ersterwähnungsurkunde und ihrem Kontext widmen, zunächst eine Klarstellung vorweg: Eine urkundliche Ersterwähnung sagt in der Regel nur wenig darüber aus, wie alt der betreffende Ort wirklich ist. Im Mittelalter wurde wenig geschrieben und von den wenigen Dokumenten ist zudem der weitaus größte Teil über die Jahrhunderte verloren gegangen. Dass es unter diesen Gegebenheiten in erster Linie Zufall ist, wann ein Ortsname das erste Mal in Schriftstücken auftaucht, liegt auf der Hand.
Eisenverhüttung seit dem 13. Jahrhundert
Auch Nanzenbach ist deutlich älter als 1325. Die Siedlung „am Bach des Nanzo“ dürfte ihre Wurzeln im Früh- oder Hochmittelalter haben. Archäologische Funde belegen, dass hier bereits im 13. Jahrhundert Eisen verhüttet wurde. Der Bergbau in Nanzenbach ist vermutlich mindestens ebenso alt.
Erstmals in einem Kaufvertrag erwähnt
Nun aber zu der Urkunde vom 8. Mai 1325, der Nanzenbach seine früheste Nennung verdankt. Bei dem in deutscher Sprache auf Pergament geschriebenen und mit drei Siegeln beglaubigten Dokument handelt es sich formal gesehen um einen Kaufvertrag. Die Brüder Philipp, Johann und Konrad von Bicken überließen dem Grafen Heinrich I. von Nassau-Dillenburg (ca. 1265–1343) darin zu einem ungenannten Preis verschiedene Herrschafts- und Besitzrechte.
Ersterwähnungsurkunde Nanzenbachs vom 8. Mai 1325: Die Brüder von Bicken verkaufen Herrschafts- und Besitzrechte, darunter auch hörige Nanzenbacher, an Graf Heinrich I. von Nassau-Dillenburg (HHStAW, Best. 170 I, U 160)
Verbindung zur “Dernbacher Fehde”?
Diese Transaktion stand aller Wahrscheinlichkeit nach in Verbindung mit der sogenannten „Dernbacher Fehde“, in deren Verlauf es den Nassauer Grafen gelang, den Einfluss des regionalen Niederadels im Dillgebiet entscheidend zurückzudrängen. Abgesehen von den namensgebenden Herren von Dernbach geriet im Zuge dieser Auseinandersetzung auch das Niederadelsgeschlecht der Herren von Bicken in die Defensive. Angesichts des energischen Vordringens der nassauischen Grafen und des anhaltenden militärischen Drucks entschieden sich die Bickener 1325 offenbar, wertvolle Teile ihres Besitzes gegen Bezahlung an Heinrich I. abzutreten – bevor es dafür möglicherweise zu spät war.
Wichtigster Bestandteil des Kaufvertrags war dementsprechend das Gericht Ewersbach. Hier übten die Bickener seit Langem die Gerichtsherrschaft aus und verfügten auch sonst über zahlreiche Besitztümer. Ebenfalls transferiert wurden die Ewersbacher Mühlen sowie ein Anteil an der Wasserburg Hainchen (bei Netphen, Siegerland). Uns interessiert hier aber vor allem das vierte Kaufobjekt: Die Herren von Bicken verzichteten zugunsten der Nassauer in der Urkunde nämlich außerdem auf „Diethers Kinder und auf die Nanzenbecher.“
Ausschnitt Ersterwähnungsurkunde: „Nanzenbecher“ (HHStAW, Best. 170 I, U 160)
Das mag zunächst rätselhaft klingen. Mit den Rechten, welche die von Bicken an den genannten Personengruppen innehatten, sind allerdings Abhängigkeitsverhältnisse beschrieben, wie sie in der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung gang und gäbe waren. Bei den Kindern eines gewissen Diether sowie den Nanzenbachern handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um hörige Bauern, die zuerst den Bickenern, fortan aber den Nassauern als Grundherren Frondienste und Abgaben leisten mussten.
Ob mit den „Nanzenbechern“ bestimmte Personen oder sämtliche Bauern des Orts gemeint waren, ist unklar. Zu unpräzise ist hier die Formulierung des Dokuments. In jedem Fall aber belegt ihre Nennung in der Urkunde zweifelsfrei die Existenz des Dorfes Nanzenbach. Wenn Rechte an Bewohnern verkauft werden konnten, muss es das entsprechende Dorf logischerweise bereits gegeben haben.
Keine Rückschlüsse auf das tatsächliche Alter
Zwar erlaubt die Ersterwähnungsurkunde von 1325, wie gesagt, keine Rückschlüsse auf das tatsächliche Alter der Siedlung, doch enthält sie durchaus einige wichtige Hinweise auf die frühe Dorfgeschichte. So hatten die Herren von Bicken hier vor 1325 offenbar bedeutende Besitztümer und Herrschaftsrechte inne. Mit dem Verkauf von 1325 dürfte der Einfluss der Grafen von Nassau sich dann spürbar erweitert haben. Spätestens 1349 scheinen sie die unbestrittenen Nanzenbacher Grundherren gewesen zu sein.
Ganz unbedeutend blieb aber auch die Familie von Bicken nicht, besaß diese doch nachweislich auch Mitte des 14. Jahrhunderts noch einen Hof in Nanzenbach. Ihr „Mann- und Güterbuch“ von 1344 verzeichnet nämlich neben diversen Lehen und Einkünfte auch einen Zins an Geld, Öl, Käse, Gänsen und Hühnern, den sie jährlich „zu Nanzenbach (im Original: Nantzinbach)vom Stulengut“ erhielten. Damit ist dann übrigens auch der Dorfname selbst zum ersten Mal schriftlich erwähnt – also nicht mehr nur indirekt über die Einwohner („Nanzenbecher“).
Häufige Nennung ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
Ansonsten ist über die spätmittelalterliche Geschichte des Dorfes nur relativ wenig bekannt. Einige Höfe weiterer Niederadelsfamilien finden in Urkunden des 14. und frühen 15. Jahrhunderts Erwähnung. Häufigere Nennungen des Ortes setzen erst ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein. Dann übrigens meistens in Zusammenhang mit dem Eisen- und Kupfererzbergbau im umliegenden Schelderwald. Dieser war seit dem Mittelalter neben der Landwirtschaft der dominierende wirtschaftliche Faktor im Dorf – und blieb es bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.
Ein ausführlicher Aufsatz des Autors zur Ersterwähnung Nanzenbachs erscheint demnächst in der anlässlich des Jubiläums herausgegebenen Dorfchronik.
Die Dillenburger Tourismus-Information hat jetzt von den Destinationen Lahntal Tourismus Verband e. V. und Westerwald Touristik-Service GbR die TourCert-Zertifizierung erhalten. Damit ist die städtische Einrichtung für eine besonders nachhaltige Tourismus-Strategie ausgezeichnet worden. An der Urkundenverleihung im Alten Rathaus nahmen neben Bürgermeister Michael Lotz und weiteren städtischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Vertreter und Vertreterinnen der Tourismusverbände teil.
Freuten sich über die Auszeichnung der Tourist-Information im Dillenburger Alten Rathaus (v. l. n. r.): Oliver Filby (Westerwald Touristik GbR), Bürgermeister Michael Lotz, Giulia Hormel, Annika Erbach und Elena Wechselberger (alle Tourist-Information Dillenburg), Svea von Pein (Lahntal Tourismus Verband e. V.), Julia Hilpisch (Naturpark Lahn-Dill-Bergland e. V.) und der zuständige städtische Ressortleiter Markus Weiß (Foto: Oranienstadt Dillenburg)
Nachhaltiger Tourismus in der Oranienstadt
Im Rahmen der Tourismusstrategie 2024+ verfolgt der Westerwald Touristik-Service das Ziel, alle Tourist-Informationen und touristischen Betriebe im Westerwald zertifizieren zu lassen. Da die Oranienstadt Dillenburg gleichermaßen den Destinationen Westerwald und Lahntal zugeordnet ist, findet hier eine enge Abstimmung für eine gemeinsame Qualitätssteigerung statt. TourCert ist ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem die beteiligten Institutionen und Betriebe sich gemeinsam auf den Weg zu einem nachhaltigeren Wirtschaften begeben. TourCert ist ein angesehenes Zertifizierungssystem, das touristische Unternehmen dabei unterstützt, ihre Geschäftspraktiken ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig auszurichten. Zertifizierte Betriebe verpflichten sich, kontinuierlich an ihrer Nachhaltigkeitsleistung zu arbeiten und verantwortungsvolle, ressourcenschonende Maßnahmen umzusetzen.
Die jetzt erhaltene TourCert-Zertifizierung erhöht die Attraktivität der Oranienstadt Dillenburg insbesondere für umweltbewusste Reisende und leistet gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz sowie zur Förderung des Gemeinwohls. Zudem stärkt die Zertifizierung die Position Dillenburgs als Teil der Destination Westerwald und Lahntal und unterstützt die nachhaltige touristische Entwicklung der Region.
Entwicklung des Dillenburger Tourismus
In seiner Begrüßung beleuchtete Bürgermeister Michael Lotz kurz die Entwicklung des Dillenburger Tourismus. Einst von hauptsächlich historischen Aspekten geprägt, sei vor allem der Wandertourismus in den letzten 25 Jahren in den Fokus gerückt. Als Wanderdrehkreuz in der Region sei man stolz, Mitgliedskommune am Rothaarsteig und anderen bedeutenden Wegen wie den Westerwaldsteig zu sein. Mit zusätzlichem Personal, der Ansiedlung von Geschäftsstellen, Dienstleistungen für andere Kommunen und dem Anschluss an das Buchungssystem Deskline habe man den Bereich letztlich professionalisieren können. „Mit der TourCert-Zertifizierung setzen wir jetzt noch einmal wichtige Impulse auf einer qualitativ bereits gut aufgestellten Basis im Dillenburger Tourismus“, so das Stadtoberhaupt.
Zertifizierungsprozess
Der Zertifizierungsprozess umfasste eine umfassende Analyse des aktuellen Status quo, die Definition von Zielen und Maßnahmen sowie regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen. TourCert gewährleistet, dass zertifizierte Betriebe nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch sozial gerechter und wirtschaftlich stabiler agieren. Die Zertifizierung fördert verantwortungsvolles Handeln im Tourismus und steigert die Attraktivität für umweltbewusste Reisende, während gleichzeitig ein positiver Beitrag zum Umweltschutz und zum Gemeinwohl geleistet wird. Oliver Filby von der Westerwald Touristik GbR betonte, wie sehr man sich übe die Erweiterung des Netzwerks freue. „Die Verpflichtung zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess und einem lebendigen Austausch ist wichtig“, so der touristische Projektmanager.
Broschüren bald online
Zu den zu erfüllenden Anforderungen gehören unter anderem die jährliche Durchführung von drei Verbesserungsmaßnahmen. So ist in der Dillenburger Tourist-Info in diesem Jahr noch die Durchführung einer Gästebefragung geplant. Die Umstellung auf Recycling-Papier könnte ein weiteres Thema sein. Außerdem sollen alle touristischen Print-Medien bald auch online im touristischen Bereich unter www.dillenburg.de verfügbar sein.
Gemeinsam mit Oliver Filby überreichten Svea von Pein und Ulrike Petersen vom Lahntal Tourismus Verband e. V. die Zertifizierungsurkunde. „Schön, dass unser Netzwerk ständig wächst. Wir konnten schon über 20 Partnerbetriebe auszeichnen“, freute sich Svea von Pein als zuständige Ansprechpartnerin in den Bereichen Digitalisierung, Netzwerk und Nachhaltigkeit. Auch vom Naturpark Lahn-Dill-Bergland e. V. gab es Lob an die Stadt: „Dillenburg hat jetzt auch im touristischen Nachhaltigkeitsbereich eine Vorbildfunktion für die Region. Ein großes Dankeschön für die erfolgreiche Teilnahme an diesem Prozess!“, betonte Julia Hilpisch als Geschäftsführerin.
Dillenburg auf TourCert
Die Gültigkeit des TourCert Qualified für Partnerbetriebe ist unbegrenzt. Es ist die erste und einzige Auszeichnung dieser Art für die Tourismus-Information. Die Oranienstadt Dillenburg bzw. die Tourist-Information profitiert nun nach erfolgter Zertifizierung zusätzlich von einer erhöhten Aufmerksamkeit durch die Listung und Präsenz auf den offiziellen TourCert-Webseiten und Plattformen, wo sie aktiv als zertifizierter, nachhaltiger Partner beworben wird. Dies steigert die Sichtbarkeit und sorgt für zusätzliche Werbeeffekte, wodurch potenzielle Gäste und Partner auf das Angebot aufmerksam werden. Das erste Partnertreffen verschiedener TourCert-Betriebe fand bereits im April statt. Der nächste Austausch auf breiter Ebene ist für diesen Herbst geplant.
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