Vereinfachte Umlegung – Bekanntmachung der Unanfechtbarkeit

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Der Beschluss vom 18.09.2023 über die vereinfachte Umlegung des Verfahrensgebietes „Feuerwehrgerätehaus Manderbach“ ist am 26.01.2024 unanfechtbar geworden.

Der Magistrat der Oranienstadt Dillenburg
Umlegungsstelle

Vereinfachte Umlegung

(gemäß §§ 80 – 84 Baugesetzbuch (BauGB) vom 03. November 2017 (BGBl. I S. 3634) in der derzeit gültigen Fassung)

Verfahrensgebiet: „Feuerwehrgerätehaus Manderbach“

Gemeinde:              Dillenburg
Gemarkung:           Manderbach (1325)
Flur:                        9, 17

Bekanntmachung der Unanfechtbarkeit
(gemäß § 83 Abs. 1 BauGB)


Der Beschluss über die vereinfachte Umlegung vom 18.09.2023 ist am 26.01.2024 unanfechtbar geworden.

Mit dieser Bekanntmachung wird der bisherige Rechtszustand durch den in dem Beschluss über die vereinfachte Umlegung vorgesehenen neuen Rechtszustand ersetzt. Die Bekanntmachung schließt die Einweisung der neuen Eigentümer in den Besitz der neuen Grundstücke ein (§ 83 Abs. 2 BauGB).

Soweit im Beschluss über die vereinfachte Umlegung nach § 80 Abs. 4 BauGB nichts anderes festgelegt ist, geht das Eigentum an den ausgetauschten oder einseitig zugeteilten Grundstücksteilen und Grundstücken lastenfrei auf die neuen Eigentümer über. Unschädlichkeitszeugnisse sind nicht erforderlich. Die ausgetauschten oder einseitig zugeteilten Grundstücksteile und Grundstücke werden Bestandteil des Grundstücks, dem sie zugeteilt werden. Die dinglichen Rechte an diesem Grundstück erstrecken sich auf die zugeteilten Grundstücksteile und Grundstücke (§ 83 Abs. 3 BauGB).

Die vereinbarten und festgestellten Ausgleichsleistungen werden mit dieser Bekanntmachung fällig.

Rechtsbehelfsbelehrung

Die vorstehende Bekanntmachung der Unanfechtbarkeit gilt am Tag nach ihrer ortsüblichen Bekanntmachung als bekannt gegeben.

Gegen diese Bekanntmachung kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe beim Magistrat der Oranienstadt Dillenburg, Rathausstraße 7, 35683 Dillenburg, schriftlich oder zur Niederschrift Widerspruch erhoben werden.

Dillenburg, den 26.01.2024

Der Magistrat der Oranienstadt Dillenburg

gez. Lotz (Bürgermeister)

Nachstehend finden Sie die unterzeichnete Ausfertigung im PDF-Format

Hessischer Archivpreis für das Dillenburger Stadtarchiv

Behandschuhte Hände auf einem alten Buch. Das Bild dient als Navigationselement und führt zum Post "Dillenburg erhält hessischen Archivpreis" Foto: Kilian Scharf

Große Freude im Dillenburger Rathaus: Das Stadtarchiv erhält den Hessischen Archivpreis 2023. Dafür ausgesprochen hatte sich eine Fachjury bestehend aus Vertretern des Verbands deutscher Archivare und Archivarinnen – Landesverband Hessen, des Verbands der hessischen Kommunalarchivare und –archivarinnen, des Landesarchivs Hessen, der Hessischen Archivberatung und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen in einer gemeinsamen Sitzung im vergangenen Herbst. Die Anerkennung wird im April 2024 verliehen und ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert.

Vielfältige fachliche Aktivitäten

Der Hessische Archivpreis wurde 2005 durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gestiftet. Mit ihm werden seitdem jährlich Archive in Hessen ausgezeichnet, die sich besonders um den Erhalt und die Zugänglichmachung von Archivgut ausgezeichnet haben. Hervorgehoben wurde in der Entscheidung der Fachjury die vielfältigen fachlichen Aktivitäten und Verbesserungen des Stadtarchivs Dillenburg auf professionell vorbildlichem Niveau. Hierzu zählen die Einrichtung einer neuen Stelle 2022, der Umzug des Archivs in neue Räume 2023, die Einführung des webbasierten Archivinformationssystems Arcinsys, die regelmäßige Einwerbung von Fördermitteln aus Bundes- und Landestöpfen sowie die Entscheidung, ab 2024 einen Ausbildungsplatz für den seltenen Beruf des/der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv, einzurichten. In der Jurysitzung konnte sich Dillenburg letztlich gegen mehrere andere Archive durchsetzen.

Wichtiger Beitrag zur kommunalen Archivarbeit

Zu Recht, findet auch Nicole Schlabach als stellvertretende Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen: „Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen setzt sich seit über 30 Jahren für den kulturellen Erhalt und die kulturelle Fortentwicklung in beiden Ländern ein. Mit dem Archivpreis würdigt sie seit 2005 die Leistung von Archiven, die Aufarbeitung von Archivgut ermöglichen, Informationen und Unterstützung der Quellenrecherche gewährleisten sowie die Erinnerungskultur stabilisieren. Die Zusammenarbeit mit dem Landesverband Hessen im VdA ist für unsere Stiftung ein wichtiger Baustein unserer Fördertätigkeit im Bereich Bildung und Wissenschaft. Ich freue mich sehr, dass mit dem Stadtarchiv Dillenburg für 2023 ein würdiger Preisträger gefunden wurde. Das Stadtarchiv rund um das Team von Anja Graser leistet einen wichtigen Beitrag zur kommunalen Archivarbeit in Hessen.“ Dr. Peter Quadflieg begründet die Entscheidung der Jury: „Als Vorsitzender des Landesverbandes Hessen freue ich mich sehr, dass die Fachjury in diesem Jahr mit dem Stadtarchiv Dillenburg einen würdigen Preisträger gefunden hat. Die Kolleginnen und Kollegen in Dillenburg haben in den vergangenen Jahren strukturell wichtige Schritte gemacht, um sich auf den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen. Wir hoffen sehr, dass der Preis ein weiterer Ansporn in der Oranienstadt ist, den couragierten Weg der Professionalisierung des Stadtarchivs fortzusetzen.“

Ideen für die Verwendung des Preisgeldes gibt es schon

Dillenburgs Archivleiterin Anja Graser freut sich sehr über die hohe Anerkennung: „Wir fühlen uns geehrt, dass wir diese wunderbare Auszeichnung entgegennehmen dürfen. Sie ist eine Motivation für das gesamte Archivteam, wie bisher auch schon mit viel Herz und Engagement weiterzumachen. Ohne diese gute Zusammenarbeit und die jahrelange Unterstützung aus Politik, Verwaltungsleitung und Ehrenamtlichen hätten wir die zahlreichen positiven Veränderungen nicht umsetzen können.“ Ideen für die Verwendung des Preisgeldes gibt es auch schon. Der Veranstaltungskalender für 2024 ist gut gefüllt und so kann sich das Archivteam vorstellen, dass die Mittel für den geplanten Tag der offenen Tür oder die Wissenschaftliche Tagung rund um „150 Jahre Wilhelmsturm“ im September verwendet werden.

Behandschuhte Hände auf einem alten Buch. Das Bild dient als Navigationselement und führt zum Post "Dillenburg erhält hessischen Archivpreis" Foto: Kilian Scharf
Das Archiv der Oranienstadt Dillenburg bewahrt kommunale Dokumente und Güter für künftige Generationen Foto: Kilian Scharf

Urkunden und Güter für künftige Generationen

Auch Dillenburgs Bürgermeister Michael Lotz ist begeistert: „Als Kind habe ich mich im Geschichtsunterricht immer gefragt, warum so viele Kenntnisse und Dinge, die die Menschen einmal wussten, im Laufe der Zeit verloren gehen konnten. Und um genau das zu verhindern, gibt es heute ein ausgefeiltes Archivwesen. Informationen, wichtige Vorgänge, Urkunden und Güter werden so aufbewahrt, dass sie auch zukünftigen Generationen über unsere Zeit erzählen können. Was wurde wann von wem entschieden, welche Entwicklungen gab es an wichtigen Stellen und viele spannende Dokumente werden unter anderem so sachgerecht gesichert und aufbewahrt. Archive sind unser kollektives Gedächtnis und deshalb gleichermaßen wichtig wie spannend. Dass wir nun sogar als Oranienstadt mit dem Hessischen Archivpreis 2023 ausgezeichnet werden, ist für uns eine wunderbare Bestätigung und ein Ansporn, dass wir auch zukünftig das Erbe unserer Stadt bewahren werden.“

Kommunale Geschichte auf rund 400 qm

Die Verleihung des Preises findet im Rahmen der Frühjahrstagung des Verbands der hessischen Kommunalarchivare und –archivarinnen in Dillenburg statt.

Das Stadtarchiv Dillenburg befindet sich im Stadthaus-Herefordhaus am Bahnhofsplatz in Dillenburg. Hier finden Interessierte auf rund 400 qm rund 15.000 Archivalien mit den Schwerpunkten oranien-nassauische-Geschichte, Stadtgeschichte sowie heimische Vereins- und Wirtschaftsgeschichte. Erreichbar ist das Archivteam unter der Telefonnummer 02771/896-171 oder per Mail archiv@dillenburg.de. Zu finden ist das Archiv auch bei Facebook und Instagram.

Weihnachtsbäume in der Kernstadt werden abgeholt

Jugendliche des THW und der Feuerwehr sammeln ausrangierte Weihnachtsbäume ein.

 „Am 13. Januar Weihnachtsbaumsammlung, Erbseneintopf und Waffeln in Dillenburg“

Traditionell sammeln die THW-Jugendgruppe und die Jugendfeuerwehr aus Dillenburg wieder in der Dillenburger Kernstadt die ausgedienten Weihnachtsbäume ein. Die Bäume werden kostenlos entsorgt, jedoch wird um eine Spende für die Nachwuchsarbeit bei Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) gebeten.

Alle Jahre wieder! Die gemeinsame Aktion der Dillenburger Jugendfeuerwehr und der THW-Jugend hat bereits seit vielen Jahren Tradition: Wie in den vergangenen Jahren werden am ersten Samstag nach den „Heiligen Drei Königen“, also am 13. Januar in der Dillenburger Kernstadt wieder ausgediente Weihnachtsbäume vom Nachwuchs des Technischen Hilfswerkes und den „Jung-Florianern“ eingesammelt. Die Bäume werden gegen eine Spende für die Nachwuchsarbeit der Feuerwehr und der THW-Jugend abgeholt.

Um 9 Uhr ziehen die Jungen und Mädchen am 13. Januar los.

Die ausrangierten Christbäume sollten gut sichtbar an die Straßenränder gestellt werden und sollten dem Eigentümer-Haushalt gut zuzuordnen sein. Damit die Jugendlichen gerade bei Mehrfamilienhäusern nicht alle Bewohner raus klingeln müssen, um die Spende abzuholen, sollte der Baum am besten mit einem Zettel versehen werden, auf dem der Name des Eigentümers und die Hausnummer stehen. Bitte keine Spenden an die Bäume hängen!

Ab 11 Uhr Erbseneintopf und Waffeln

Wer samstags vormittags nicht zuhause ist, kann seine Spende gerne auch am Stand vor dem Edeka-Markt abgeben, denn Hand in Hand arbeiten die jungen Katastrophenschützer auch auf dem Parkplatz des “EDEKA-Markt Mitsch” in der Rolfesstraße zusammen. Dort verkaufen die Jugendlichen ab 11 Uhr Erbseneintopf aus der Gulaschkanone sowie frische gebackene Waffeln und Crêpes. Beides kann dort im Zelt verzehrt werden. Gerne werden auch von zu Hause mitgebrachte Töpfe und Schüsseln gefüllt. Gut 300 Portionen können die Mädchen und Jungen “über die Theke reichen”. In der selbst gemachten Erbsensuppe sind über 60 Kilogramm Gemüse (Erbsen, Karotten, Zwiebeln und Kartoffeln) und Fleisch enthalten. Der Erlös des Verkaufs kommt ebenfalls der Arbeit der THW-Jugend und der Jugendfeuerwehr zu Gute. Weitere Informationen zur vielfältigen Jugendarbeit der Feuerwehr und des THW im Internet: www.thw-jugend-dillenburg.de und www.jugendfeuerwehr-dillenburg.de. Gerne werden in beiden Jugendorganisationen noch neue Mitglieder aufgenommen.

Die Oranienstadt Dillenburg auf der Touristik Messe Koblenz

Die Touristikmesse Koblenz ist die Reisemesse im Oberen Mittelrheintal und findet vom 03.02.-04.02.2024 statt. Die Oranienstadt Dillenburg wird auch in diesem Jahr wieder mit dem „Hessischen Westerwald“ gemeinsam mit den Städten Haiger und Herborn sowie den Gemeinden Breitscheid, Driedorf, Greifenstein, Sinn, Eschenburg und Dietzhölztal vor Ort vertreten sein.

Zahlreiche Ausstellende präsentieren auf der Touristikmesse Koblenz ein breit gefächertes Angebot rund um die Themenbereiche Reisen, Freizeit, Outdoor und Genuss. So umfasst das Angebotsspektrum neben Urlaubsregionen und Reisen weltweit, Premium-Busreisen, Kreuzfahrten, Premium-Rad- und Wanderwege, Fahrrad- und Wanderreisen weltweit, Hotellerie, Genussurlaub, Kurzreisen sowie Naherholung – die Urlaubs- und Freizeitmöglichkeiten vor der Tür, Camping- und Reisemobile. Fahrrad- und Outdoor-Zubehör sowie kulinarische Spezialitäten und Genussmittel ergänzen das Angebot. Ein attraktives Rahmenprogramm mit Vorträgen und Unterhaltung rundet die Koblenzer Touristikmesse ab. Der Hessische Westerwald präsentiert Vorträge zu den Themen Dillenburger Schlossberg und Herbstlabyrinth.

Das Vortragsprogramm kann unter der folgenden Webseite aufgerufen werden:

Touristik Messe Koblenz – Informationen für Besucher (mattfeldt-saenger.de)

Bei Fragen rund um die Messe in Koblenz ist die Tourist-Information im Alten Rathaus gerne für Sie da. (Öffnungszeiten: montags bis freitags jeweils von 08:30h – 12:00h und 12:30h – 16:00h, Hauptstraße 19, 35683 Dillenburg, Tel. 02771/896-151, E-Mail: touristinfo@dillenburg.de)

Infoveranstaltung am 20. Januar 2024 zur Steinbrucherweiterung und Pachtverlängerung

Ein "i" in einem orangenen Kreis als Hinweis auf eine Information

Der Oberschelder Steinbruch im Blickerwald soll erweitert werden. Die Pläne der Hermann-Hofmann-Basalt- und Diabaswerk GmbH sind für viele Oberschelder von großem Interesse – nicht zuletzt weil eine steigende Belastung durch Lärm, Dreck und Sprengungen befürchtet wird. Auf Initiative des Ortsbeirats um Ortsvorsteherin Heidi Brandes wird es

am Samstag, dem 20. Januar 2024,

um 15.30 Uhr

im Dorfgemeinschaftshaus Oberscheld

eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema geben.

Ralf Hofmann, seit Jahren Ansprechpartner der Oberschelder bei Belangen rund um den Steinbruch, wird an diesem Nachmittag über die Pläne des Unternehmens informieren. Er hat dem Ortsbeirat Anfang Oktober bei einem Ortstermin im Steinbruch das Vorhaben erläutert. Der aktuelle Pachtvertrag des Steinbruchs läuft noch fünf Jahre lang. Für diesen Zeitraum ist im bestehenden Steinbruch noch ausreichend geeignetes Material vorhanden. Jährlich werden zwischen 400 000 und 600 000 Tonnen Gestein abgebaut, das zum Großteil im Straßenbau und in der Betonindustrie verwendet wird.

Damit Planungssicherheit für alle Beteiligten gewährleistet sei und auch über 2028/29 hinaus der Bedarf in der Region aus einem örtlichen Steinbruch gedeckt werden könne, habe die Hermann-Hofmann-Gruppe schon frühzeitig alles für die Erweiterung in die Wege geleitet, so Ralf Hofmann im Gespräch mit dem Ortsbeirat. Zunächst sollte der Abbau südlich in Richtung Herbornseelbach weitergetrieben werden. Das jedoch lasse sich nicht verwirklichen, weil dieses Gebiet im von der Regionalversammlung Mittelhessen (RVM, Vertreter mittelhessischer Städte, Gemeinden und Landkreise) verabschiedeten Teilregionalplan zum Vorranggebiet für Windkraftanlagen erklärt worden ist. Das Unternehmen müsse daher nach Alternativen suchen.

Die Steinbrucherweiterung solle nun Richtung Rinkenbach/Falkenstein erfolgen, so Hofmann. Der Steinbruchbetreiber will aber auch seine ursprüngliche Planung Richtung Herbornseelbach weiter betreiben, falls die Windvorrangfläche gestrichen wird und eine Erweiterung dort möglich wird. Beide Erweiterungsgebiete – Rinkenbach und Herbornseelbach – sollen in den Regionalplan aufgenommen werden, so Hofmann. Danach folge das Planfeststellungsverfahren, bei dem auch verschiedene Verbände eingebunden sind. Die Hermann-Hofmann-Gruppe müsse für die Erweiterung 2,4 Hektar Land – vornehmlich von der Stadt Herborn und dem Land Hessen, in geringerem Maß von der Stadt Dillenburg – pachten. Entsprechende Gespräche seien positiv verlaufen, so Hofmann weiter.

Die Gesamtfläche des Steinbruchgebietes ist 87 Hektar groß, mehr als 87 Fußballfelder. Innerhalb von 30 Jahren sollen rund 10,3 Millionen Kubikmeter Gestein abgebaut werden. Im Anschluss muss das Unternehmen die Fläche rekultivieren. Für den laufenden Betrieb ist eine finanzielle Sicherheitsleistung dafür schon hinterlegt, für eine Erweiterung muss das erfolgen, sobald sie beginnt. Nach Hofmanns Angaben beträgt sie 30 000 Euro pro Hektar, also 2,6 Millionen Euro.

Wie wertvoll der Wald im geplanten Erweiterungsgebiet Rinkenbach sei, stehe noch nicht fest. Klar sei aber schon jetzt, dass in diesem Bereich nur kleinere Sprengungen gezündet werden könnten, um die Lärmbelästigung im Rahmen zu halten. Messungen würden in der Danziger Straße sowie im Fall von Beschwerden bei den Betroffenen vorgenommen.

Siegfried Mayr, Mitglied der seit über 30 Jahren bestehenden Bürgerinitiative, die die Interessen der Oberschelder gegenüber dem Steinbruch vertritt, verwies auf die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem Unternehmen, die zu vielen Verbesserungen für die Oberschelder geführt hätten. Die regelmäßigen Treffen, die in der Corona-Pandemie nicht mehr stattgefunden haben, sollen wieder aufgenommen werden, so Ortsbeirat und Unternehmensvertreter.

L 3042: Sanierung Trogbauwerk Schelde in Niederscheld

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Seit Anfang September saniert Hessen Mobil im ersten Bauabschnitt das Trogbauwerk Schelde im Bereich der Landesstraße 3042 (Hauptstraße) in Dillenburg-Niederscheld. An dem Trogbauwerk – der Stützwand zwischen der Landesstraße und der Schelde – wird der Beton instandgesetzt und anschließend die Oberfläche zum Schutz neu beschichtet. Darüber hinaus wird die Kappe der Stützwand abgebrochen und erneuert und somit der darauf liegende Gehweg inklusive Geländer erneuert.

Arbeiten am ersten Bauabschnitt werden vor Weihnachten fertiggestellt

Die Arbeiten im Straßenbereich des ersten Bauabschnitts im Bereich der Niederschelder Hauptstraße zwischen der Einmündung Hammerweg und der Einmündung Dillgasse werden diese Woche fertiggestellt. Witterungsbedingt konnten noch nicht alle wasserseitigen Sanierungsarbeiten am Bauwerk durchgeführt werden und werden bei geeigneten Witterungsverhältnissen nachgeholt. Für diese Arbeiten ist jedoch voraussichtlich keine Vollsperrung der Straße erforderlich. Im Laufe des Dienstags konnte die aktuelle Vollsperrung zwischen dem Hammerweg und der Dillgasse aufgehoben und die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Zweiter Bauabschnitt unter halbseitiger Sperrung

Im kommenden Frühjahr wird der Stützwandbereich der L 3042 zwischen der Neugasse/Nixgasse und der Mühlgasse saniert. Während dieses zweiten Bauabschnitts kann unter halbseitiger Sperrung der Hauptstraße gearbeitet werden. Der Verkehr wird dann zwischen den Brücken über die Schelde zur Neugasse sowie zur Mühlgasse mit Baustellenampeln geregelt und am Baufeld vorbeigeleitet. Damit diese ampelgeregelte Strecke nicht zu lang wird und der Verkehr sich dadurch zurückstaut, soll dieser Bauabschnitt wiederum in zwei Bauphasen unterteilt werden. Voraussichtlich rund drei bis vier Monate Bauzeit sind für diesen zweiten Bauabschnitt vorgesehen.

Mehr zu Hessen Mobil und zum Verkehr auf Landesebene finden Sie unter mobil.hessen.de.

Landesehrenbriefe durch Landrat Wolfgang Schuster verliehen

Mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnete Kommunalpolitiker. Mit Klick aufs Bild den ganzen Artikel lesen.

Verdiente Kommunalpolitiker und Kommunalpolitikerinnen aus Dillenburg haben jetzt den Ehrenbrief des Landes Hessen aus den Händen von Landrat Wolfgang Schuster erhalten. Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Lotz würdigte er damit das besondere Engagement, mit dem sich die ehrenamtlich Tätigen seit vielen Jahren in der Oranienstadt einbringen. Alle Verleihungen fanden auf Vorschlag des Dillenburger Magistrates und im Prinzenhaus des Hessischen Landgestüts statt.

Die mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnieten Personen, sowie Landrat Schuster und Bürgermeister Michael Lotz sowie Landtagsabgeordneter Jörg-Michael Müller.
(Foto: Anja Graser, Oranienstadt Dillenburg):
Landrat Wolfgang Schuster und Bürgermeister Michael Lotz verliehen jetzt verdienten Kommunalpolitikerinnen und –politikern aus Dillenburg den Ehrenbrief des Landes Hessen im Prinzensaal des Landgestüts. Ebenfalls anwesend: der Abgeordnete des Hessischen Landtags Jörg-Michael Müller.

Dankbarkeit fürs Ehrenamt

Bürgermeister Michael Lotz begrüßte die Anwesenden, darunter auch den Abgeordneten des Hessischen Landtags Jörg-Michael Müller, zu diesem würdigen und wichtigen Anlass im Namen der städtischen Gremien sehr herzlich. Heute ginge es darum, Dankbarkeit für die langjährigen Tätigkeiten und die Verdienste im Ehrenamt auszudrücken. Kommunalpolitiker und –politikerinnen eile zu Unrecht ein unverdienter Ruf voraus. Er sei traurig, dass in der Gesellschaft der Wert der Möglichkeit, über das eigene Schicksal mitzubestimmen, so geringgeschätzt werde: „Denn das ist, worum es geht. In einer Demokratie unmittelbar daran zu arbeiten, wie unsere Lebensbedingungen vor Ort, in unserer Heimatstadt gestaltet werden und darüber hinaus auch ganz wertvolle Impulse an die übergeordneten politischen Ebenen zu geben, die wiederum unmittelbaren Einfluss auf unser Leben haben,“ so das Stadtoberhaupt.

Für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die Oranienstadt sei stolz, solche Persönlichkeiten zu haben. Im Namen aller, die er heute vertrete, bedanke er sich sehr herzlich für das Engagement. Dies unterstrich auch Landrat Wolfgang Schuster noch einmal nachdrücklich. Insgesamt würden zum aktuellen Anlass 450 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit gewürdigt. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt oder die Stärkung demokratischer Werte und Haltungen sei das freiwillige Engagement der Menschen überaus bedeutsam. „Man kann nur dafür werben, es Ihnen gleichzutun“, so Schuster. Heute sei der Tag, wo den zu Ehrenden von staatlicher Seite ein Dankeschön und entsprechende Wertschätzung entgegengebracht werde.

Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Lotz verlieh der Landrat dann die Urkunden und die Ehrennadel an die auszuzeichnenden Personen. Gewürdigt wurden (in alphabetischer Reihenfolge):

Engagement in der Dillenburger Kommunalpolitik ausgezeichnet

  • Yakup Birkan (insgesamt 15 Jahre Tätigkeit im Ausländerbeirat),
  • Uwe Brückmann (knapp drei Jahre Tätigkeit in der Stadtverordnetenversammlung, ein Jahr Magistratsmitglied und seit 2006 stellvertretender Ortsbeiratsvorsitzender Oberscheld),
  • Metin Caner (über 14 Jahre Tätigkeit im Ausländerbeirat),
  • Kevin Deusing (seit 12 Jahren Mitglied der Stadtverordnetenversammlung),
  • Karl Heinz Diehl (vier Jahre Tätigkeit im Ortsbeirat Frohnhausen und seit 2006 Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung),
  • Frauke Flender-Schneider (Stadtverordnete seit 2001),
  • Jürgen Helmke (Mitglied der Stadtverordnetenversammlung seit 1997),
  • Marianne Henrich (14 Jahre Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und seit drei Jahren im Magistrat),
  • Tobias Henrich (seit über 12 Jahren Mitglied im Ortsbeirat Donsbach und stellvertretender Ortsvorsteher),
  • Ramona Höge (seit über 12 Jahren Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung),
  • Knut Letzel (über elf Jahre Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung und fünf Jahre Magistratsmitglied),
  • Petra Maag (über 12 Jahre Mitglied im Ortsbeirat Nanzenbach),
  • Angelika Mohr (fünf Jahre Mitglied im Ortsbeirat Dillenburg und seit 2016 Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung),
  • Wolfgang Nickel (über 15 Jahre Mitglied der Stadtverordnetenversammlung),
  • Karin Pflug (15 Jahre Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, über zehn Jahre im Ortsbeirat Dillenburg und seit 2021 Mitglied im Magistrat),
  • Prof. Dr. Ernst W. Rauterberg (seit über 12 Jahren Stadtverordneter), Matthias Schröder (seit 2006 Ortsvorsteher von Frohnhausen und über 12 Jahre Mitglied in der Stadtverordnetenversammlung),
  • Klaus Wagner (seit über 12 Jahren Ortsvorsteher von Donsbach),
  • Prof. Dr. Michael Wagner-Kern (neun Jahre Stadtverordneter, drei Jahre Mitglied im Ortsbeirat Dillenburg und seit 2021 Mitglied im Magistrat),
  • Karl-Heinz Weber (seit über 12 Jahren Mitglied im Ortsbeirat Oberscheld),
  • Matthias Wege (18 Jahre Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und seit 12 Jahren Ortsvorsteher Eibach) und
  • Klaus-Achim Wendel (zweieinhalb Jahre Stadtverordneter und seit 2008 Stadtverordnetenvorsteher).
  • Die nicht anwesenden Ali Alici (Mitglied im Ausländerbeirat seit 2005),
  • Ekrem Ecik (seit 21 Jahren Mitglied im Ausländerbeirat),
  • Simone Hille-Zauberys (seit 2006 Tätigkeit im Ortsbeirat Nanzenbach und Ortsvorsteherin),
  • Torben Nachtigall (seit über sieben Jahren Stadtverordneter, über zehn Jahre Mitglied im Ortsbeirat Oberscheld und seit 2021 Mitglied in der Betriebskommission Stadtwerke) sowie
  • Simon Weber (seit über 12 Jahren Mitglied im Ortsbeirat Manderbach und stellvertretender Ortsvorsteher) erhalten den Landesehrenbrief noch zu einem späteren Zeitpunkt.

Hintergrund Landesehrenbrief

Der Ehrenbrief des Landes Hessen ist eine Auszeichnung des Hessischen Ministerpräsidenten für besonderes ehrenamtliches Engagement im Bereich der demokratischen, sozialen oder kulturellen Gestaltung der Gesellschaft.

Voraussetzungen

Über die Verleihung eines Ehrenbriefs entscheiden die Landrätinnen oder Landräte beziehungsweise die Oberbürgermeisterinnen oder Oberbürgermeister, in deren Zuständigkeitsbereich die zu Ehrenden wohnen. Darüber hinaus kann der Hessische Ministerpräsident in eigener Zuständigkeit besondere Persönlichkeiten mit dem Landesehrenbrief auszeichnen. Die Auszeichnung mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen setzt eine mindestens 12-jährige aktive ehrenamtliche Tätigkeit in der kommunalen Selbstverwaltung oder in kommunalen Einrichtungen, in Vereinen mit kulturellen und sozialen Zielen oder in vergleichbarer Weise voraus.

Wer kommt für die Auszeichnung in Betracht?

Für die Auszeichnung mit dem Landesehrenbrief kommen folgende ehrenamtliche Funktionen in Vereinen mit kulturellen und sozialen Zielen in Betracht: Vereinsvorsitzende, stellvertretende Vereinsvorsitzende, Kassen- und Schatzwarte, Geschäftsführer im geschäftsführenden Vorstand sowie Schriftführer. Um eine Person zur Auszeichnung mit dem Landesehrenbrief vorzuschlagen, gibt es in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten unterschiedliche Regelungen, so dass man sich vor Ort über die jeweiligen Formvoraussetzungen informieren muss. Im Vorschlag an die Landrätin oder den Landrat, die Oberbürgermeisterin oder den Oberbürgermeister sollte neben der Angabe von Name, Anschrift und Geburtsdatum des Vorgeschlagenen eine Darstellung von Art und Umfang seiner ehrenamtlichen Tätigkeit enthalten sein. Auch angegeben werden können Referenzpersonen oder Organisationen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können (Quelle: Hessisches Innenministerium).

Stadthalle – eingeschränkter Winterdienst

Schneeschaufel. Mit Klick aufs Bild gehts zum Artikel "Eingeschränkter Winterdienst an der Stadthalle"

An der Stadthalle in Dillenburg ist während der Wintersaison der Winterdienst der Wege eingeschränkt. Der Verbindungsweg vom oberen Parkplatz bis zur Bismarckstraße, welcher an der Stadthalle vorbeiführt, wird weiterhin geräumt. Lediglich im Zeitraum vom 24.12.2023 bis einschließlich 01.01.2024 wird diese Verbindung geschlossen. In dieser Zeit werden die Bürger gebeten, den kurzen Umweg über die Döngesstraße zu benutzen.

Selbstverständlich wird sowohl der obere als auch der untere Parkplatz sowie der Gehweg entlang der Bismarckstraße durchgehend frei gehalten und entsprechend der Priorität von Eis und Schnee befreit.

Charlotte-Petersen-Medaille für Christoph Heubner

Hinweis auf die Verleihung der Charlotte-Petersen-Medaille an Christoph Heubner. Mit Klick aufs Bild gehts zum ganzen Artikel

Christoph Heubner ist der diesjährige Preisträger der Charlotte-Petersen-Medaille. Der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Ausschwitz-Komitees erhielt die hohe Auszeichnung der Oranienstadt Dillenburg im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde am Zwingel. An der Preisverleihung nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus der Dillenburger Politik, von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V,. ein ehemaliger Preisträger, Mitglieder des Auswahlgremiums, Vertreter und Vertreterinnen von der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinde Dillenburg sowie einige Gäste teil. Die würdige Eröffnung übernahm Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel, der auch durch den Festakt führte.

Foto (Oranienstadt Dillenburg), von li nach re: Laudator Prof. Dr. Sascha Feuchert, Bürgermeister Michael lotz, Preisträger Christoph Heubner und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel bei der Preisverleihung im ev. Gemeindehaus am Zwingel
Foto (Oranienstadt Dillenburg), von li nach re: Laudator Prof. Dr. Sascha Feuchert, Bürgermeister Michael lotz, Preisträger Christoph Heubner und Stadtverordnetenvorsteher Klaus-Achim Wendel bei der Preisverleihung im ev. Gemeindehaus am Zwingel

“Für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen”

„Für Verdienste um die Verständigung zwischen den Menschen“ – diese Inschrift trägt die Charlotte-Petersen-Medaille, die seit dem Jahr 2001 alle zwei Jahre an Personen verliehen wird, die sich im Sinne der Namensgeberin besonders engagiert haben. Wie Bürgermeister Michael Lotz berichtete, hatte Charlotte Petersen, eine der größten Persönlichkeiten Dillenburgs, zusammen mit Hilda Heinemann, der Frau des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, im Jahre 1959 das Hilfswerk Wapniarka gegründet. Dieser Name geht zurück auf das 1942 in Südrussland für rumänische, bulgarische und baltische Juden errichtete KZ „Wapniarka“.

Charlotte Petersen

Dillenburgs Ehrenbürgerin und Namensgeberin des Preises: die Journalistin Charlotte Petersen (Quelle Stadtarchiv Dillenburg)
Dillenburgs Ehrenbürgerin und Namensgeberin des Preises: die Journalistin Charlotte Petersen (Quelle Stadtarchiv Dillenburg)

Die Dillenburger Journalistin sei unermüdlich dafür tätig gewesen, Spenden für die Überlebenden dieses Konzentrationslagers aufzutreiben. „Zur Erinnerung an Frau Petersen und in Würdigung ihres Lebenswerkes stimmte die Oranienstadt Dillenburg auf Anregung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V., deren Gründungsmitglied sie war, der Stiftung einer Charlotte-Petersen-Medaille zu“, so das Stadtoberhaupt. 1994 verstarb die Ehrenbürgerin Dillenburgs im Alter von 90 Jahren. Bürgermeister Michael Lotz bedauerte die bedrückende Aktualität des Themas, angesichts eines Überfalls von Russland auf die „Nazi“-Ukraine und den Nahost-Konflikt. „Die Zunahme an antisemitischen Tönen in unserem Land und auf der ganzen Welt sind eine Tragödie, sie machen uns fassungslos“, so das Stadtoberhaupt. Aber er betonte auch, dass Rassismus und Intoleranz in der Oranienstadt keinerlei Platz haben könne.

Christoph Heubner

In diesem Jahr entschieden sich die städtischen Gremien für die Verleihung der Charlotte-Petersen-Medaille an Christoph Heubner, der von den Vorstandsmitgliedern der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dillenburg e.V. vorgeschlagen wurde. Dieser wurde 1949 als Sohn eines Pfarrers im hessischen Niederaula geboren. Er besuchte das Marburger Gymnasium und verweigerte nach dem Abitur den Kriegsdienst. Stattdessen leistete er den Friedensdienst im Rahmen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Oxfort (England) in einem Obdachlosenasyl und betreute später die ersten Gruppen der Aktion Sühnezeichen in der KZ-Gedenkstätte Stutthof bei Danzig/Polen. Es folgten ein Studium der Geschichte, Germanistik und Politik in Marburg und Kassel. Von 1980 bis 1986 beteiligte er sich an dem Bau der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz und engagierte sich seit 1985 im Internationalen Auschwitz-Komitee. Darüberhinaus begleitet Heubner seit mehr als dreißig Jahren Auszubildende der Volkswagen AG und polnische Berufsschüler während der Ausbildung auf einen 14tägigen Arbeits- und Seminaraufenthalt in der Gedenkstätte Auschwitz. Zum 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau organisierte er 2015 eine große Gedenkfeier, an der neben der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auch Auschwitz-Überlebende sprachen. So setzt er sich seit Jugendzeiten dafür ein, die Erinnerung an die Lebens- und Leidensgeschichten der Opfer des Nationalsozialismus zu bewahren und den Überlebenden eine würdevolle Existenz zu ermöglichen.

Laudatio von Prof. Dr. Sascha Feuchert

Die sehr gelungene Laudatio auf den Preisträger hielt Prof. Dr. Sascha Feuchert, Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur am Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Laudator beschrieb Heubner treffend

In seiner fesselnden Rede nahm Feuchert eingangs Bezug auf die aktuelle Situation und die Zunahme des Antisemitismus: „Wie viel Zeit ist vergangen, wenn in diesen Tagen die Wohnungen jüdischer Menschen in Deutschland markiert und Restaurants, die angeblich jüdische Besitzer haben, bespuckt werden?“ Diese und ähnliche Fragen trieben Heubner um und er werde dabei gehört, wenn er sie laut stelle. Der Berliner habe den deutschen Erinnerungsdiskurs wie kein zweiter in den letzten Jahrzehnten geprägt. Seine heutige Position im öffentlichen Erinnerungsdiskurs käme dabei nicht von ungefähr: Früh schon habe er sich der Aktion „Sühnezeichen Friedensdienste“ angeschlossen und u.a. die ersten Gruppen in der Gedenkstätte Stutthoff betreut.

Focus: Auschwitz

„Doch sein Fokus wurde schon bald das größte Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazi-Diktatur: Auschwitz.“, verwies Feuchert auf die Schwerpunkte von Heubners Arbeit. Er, der nicht zu den Überlebenden von Auschwitz gehöre, wisse bis heute wie kaum ein anderer, diesen Ort zum Sprechen zu bringen, auch für jene, die anfangs vielleicht gar nicht zuhören wollen. „Doch Christoph Heubner ist nicht nur über die Aktion Sühnezeichen und die Internationale Jugendbegegnungsstätte mit der Gedenkstätte Auschwitz und den Überlebenden verbunden, in der deutschen und internationalen Öffentlichkeit ist er natürlich vor allem als Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees bekannt. In dieser Funktion bringt er mit großem Nachdruck die Perspektive der Überlebenden in die öffentlichen Debatten ein, vorwiegend natürlich wenn es um das historische Erbe, den Erinnerungsdiskurs und um Antisemitismus und Rassismus geht – aber eben nicht nur“, berichtete der Laudator über den würdigen Preisträger.

Kundiger Sachbuchautor und veritabler Lyriker

Dieser sei aber auch erfolgreicher Herausgeber, kundiger Sachbuchautor, ein veritabler Lyriker und ein begnadeter Erzähler. In den letzten vier Jahren habe er seine Trilogie vorgelegt, die mit zum Besten gehört, was die Holocaustliteratur in den letzten Jahren hervorgebracht habe. Feuchert schloss seine Ansprache: „Wir ehren heute mit Christoph Heubner einen Menschen, der hoch engagiert und doch oft gelassen, nicht selten wütend auf die deutsche Gesellschaft und doch stets bereit zum Dialog ist, der auf so unterschiedliche Weise Opfern eine Stimme gibt und uns vor Augen führt, welche katastrophalen Folgen das Vergessen hätte und zum Teil schon hat.“

“Die Wahrheit ist nicht verhandelbar

Aus den Händen von Bürgermeister Michael Lotz erhielt Christoph Heubner dann die Charlotte-Petersen-Medaille 2023. Der Geehrte bedankte sich sehr herzlich für die hohe Auszeichnung und zeigte sich gerührt. „Ich habe großen Respekt vor dem Wirken von Charlotte Petersen und fühle mich geehrt, diese Medaille zu erhalten. „Die Wahrheit ist nicht verhandelbar. Ich freue mich sehr, dass Dillenburg diesen Preis vergibt, der mich in meinem Wirken bestärkt – auf einem Weg, der nicht zu Ende ist, denn Einmischung ist nötig!“, schloss er seine emotionale Dankesrede. Musikalisch wertig umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Ulrich Kögel am Klavier.